Dieser Schlager VAR kein Hit

Für den Ohrwurm sorgten nur die mitgereisten Fans des VfL.

Der VfL Bochum verliert bei Bayer 04 Leverkusen am Ende mit 1:0. Offiziell gingen rund 2.300 Tickets nach Bochum – vor Ort in der BayArena gingen die Schätzungen eher Richtung 4000 blau-weißen Anhänger. Und diese machten nicht nur akustisch das Spiel zu einem Heimspiel des VfL.

Die Länderspielpause gab für beide Mannschaften Zeit, neue Dinge einzustudieren. Während bei Bayer 04 Leverkusen viele Spieler auf für ihre Nationalmannschaften unterwegs waren, hatte Thomas Reis bis auf Takuma Asano und Armel Bella Kotchap alle fitten Spieler zur Verfügung. Einen Grund viel zu rotieren hatte unser Coach nach dem 2:0 gegen Hoffenheim nicht. So war Christopher Antwi-Adjei für Danny Blum der einzige verletzungsbedingte Wechsel in der Bochumer Startelf. Die Matchwinner von Hoffenheim, Milos Pantovic und Soma Novothny, blieben zunächst draußen. Neben der Kaderrückkehr von Ganvoula nahm auch erstmals auf der Bank Tarsis Bonga platz.

Rexhbecaj an den Pfosten – Leverkusen trifft im Gegenzug

Es wäre ein wahrer Blitzstart gewesen, doch Elvis Rexhbecajs Schuss traf nur den Pfosten. Amine Adli machte es auf Leverkusener Seite dann besser, der Frimpongs Flanke gut verwertete und einköpfte – Manuel Riemann konnte den Ball erst hinter der Linie kontrollieren. Während Daniel Schlager sofort auf Tor entschied, nahm er es bei der Bewertung von Frimpongs Zweikampf gegen Rexhbecaj nicht so genau und verwarnte nach einem Tritt mit der offenen Sohle gegen unseren Dauerläufer den Leverkusener lediglich mit gelb. Auch zehn Minuten später machte der designierte FIFA-Referee keinen guten Eindruck. Nach einem Hackentritt gegen Christopher Antwi-Adjei von Jonathan Tah, zu dessen eigener Verwunderung, wie er später berichtete, es keinen Strafstoß für die Blau-weißen gab. Der Videoassistent hatte wohl auch keinen Grund einzugreifen – vielleicht sah sich Günther Perl im Kölner Keller noch einmal das Tor von de Camargo aus der Relegation an.

VfL spielbestimmend aber ohne Tor

Die Statistik zeigte am Ende 11:21 Schüsse. Klingt standesgemäß, nur die 21 Schüsse wurden vom VfL abgegeben. Es fehlten dabei die zwingenden Torchancen, der VfL war aber in der zweiten Halbzeit spielbestimmend. Aber eben nur bis zum letzten Drittel, wie es auch Thomas Reis nach dem Spiel auf der Pressekonferenz sagte. Man versuchte es auch nach Einwechslungen von Ganvoula und Novothny, doch die Flanken fanden nie den richtigen Abnehmer.

Deutliche Schiri-Kritik nach Abpfiff

Auch Sportvorstand Sebastian Schindzielorz zeigte sich nach dem Spiel verärgert, gerade über die Schlüsselszenen in Halbzeit eins. Er sagte:

“Wenn man die Videobilder zur Verfügung hat und weiß, wie der Keller aussieht, da gibt es so viele Leute und Monitore, wo das aus allen Perspektiven verfolgt wird, dann frag ich mich, wie es sein kann, dass solche Entscheidungen getroffen werden. Für mich waren es ein klarer Elfmeter und eine klare Rote Karte, die hat es nicht gegeben, das ärgert uns extrem. Damit müssen wir nun umgehen und uns schnell auf das nächste Spiel einstellen.”

Hoffen wir, dass gegen Freiburg uns dann das Glück hold ist und wir die nächsten Punkte gegen den Abstieg sammeln können.

 

Gänsehaut – von Claudio Gentile

Doch was man nicht unerwähnt lassen darf sind die Fans. Was aktuell von der Bochumer Anhängerschaft in jedem Spiel stimmungstechnisch veranstaltet wird, hat man in der Form lange nicht mehr erlebt. Auch in Leverkusen konnte man wieder Gänsehaut bekommen. Nicht nur, dass weit mehr als die 2.300 “offiziell” an den Bochumer Anhang verkauften Tickets mit nach Leverkusen reisten – wie Matthias schon erwähnte, waren es eher rund 4.000 – auch, dass man nach dem Spiel noch knapp eine halbe Stunde einen komplett vollen Block hatte und immer weiter “Und kommst du in ein Stadion” gesungen wurde. Selbst bei der Ankunft des Entlastungszuges am Bochumer Hbf ging es in der Bahnhofsvorhalle weiter. Manch Außenstehender hätte denken können, dass wir gerade mal wieder ein Einzug in den Uefa-Cup feiern würden – aber nein, es war einfach nur eine 1-0 Niederlage. Ker, ich hatte am Sonntag immer noch einen Ohrwurm und bin summend durch die Wohnung gerannt. Der VfL macht aktuell einfach nur Spaß. Man kann nur hoffen, dass das Infektionsgeschehen uns keinen Strich durch die Rechnung macht – es wäre zu schade, aktuell auch nur eines dieser VfL Bochum Festspiele zu verpassen. Gänsehaut.

…und kommst du in ein Stadion…

Autor: Matthias Rauh

Obwohl in Bayern wohnhaft besitze ich eine Dauerkarte beim VfL und versuche, jedes Heimspiel und jedes Auswärtsspiel im Süden vom VfL mitzunehmen. Meine Begeisterung für den VfL entwickelte sich in der Saison 2006/07, endgültig besiegelt wurde sie bei dem eigentlich völlig belanglosen Spiel Karlsruher SC gegen den VfL im Jahr 2008. Während eines Fußballturniers wollten meine Mannschaftskameraden in der Bundesligakonferenz ständig die Zwischenstände von Bayern München und Nürnberg wissen, ich erntete misstrauische Blicke, als ich den Zwischenstand von Bochum wissen wollte. Abstieg, Relegation, Funkel, Neururer... ich bin immer noch dabei und freue mich immer mehr auf Spiele wie Bochum gegen Sandhausen als Bayern gegen Dortmund.

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