Ausgecheckt: Holt Dimi bei seiner Rückkehr an die Castroper Punkte oder gibt es endlich den ersten Dreier für den VfL?

Am kommenden Samstag trifft unser VfL Bochum an Spieltag 8 zu Hause im zweiten Heimspiel unter Thomas Reis auf den SV  Darmstadt 98 mit Rückkehrer Dimitrios Grammozis. Der VfL wird diesmal nach dem Chancenwucher beim SV Sandhausen, wo wir trotz klarster Chancen eine 1:0-Führung nicht über die Ziellinie brachten, endlich den ersten Dreier der Saison einzufahren.

Mit dem SV Darmstadt 98 wartet am Samstag ein Gegner auf uns, dessen Trainer unseren VfL wahrscheinlich so gut wie keinen anderen Verein im Unterhaus kennt. Dimitrios Grammozis verließ im Februar unsere U19 und wechselte zu den Lilien, nachdem er zuvor beim VfL seit 2013 unter Vertrag stand, anfangs noch als Spieler in der 2. Mannschaft kickte und sich später als Co- und Cheftrainer verdient machte im Unterbau und im Talentwerk des VfL. Grammozis hätte sicherlich auch eine Chance auf unserer Trainerbank verdient gehabt, wenn sich diese Konstellation angeboten hätte. Mit Thomas Reis arbeitete er bereits auch schon zusammen, beide waren Co-Trainer der Profis unter Geertjan Verbeek und Trainerduo der Bochumer U23, bei der Grammozis Co-Trainer unter Thomas Reis war.

Foto: VfL Bochum
Thomas Reis auf dem Trainingsplatz – Foto: VfL Bochum

Bei den Lilien erarbeitete sich Grammozis seit Amtsantritt einen ordentlichen Ruf in der Branche und als im Sommer der HSV auf Trainersuche war, wurden sogar Gerüchte um seine Person laut. In diese Spielzeit sind die Lilien mit einem Sieg, drei Remis und drei Niederlagen gestartet  bei 6:10 Toren und stehen nur auf Platz 15. Das Spiel bei uns ist das zweite Auswärtsspiel des SVD in Folge. Das erste verloren sie am vergangenen Spieltag mit 0:1 beim 1. FC Heidenheim doch relativ unglücklich in einem typischen 0:0-Spiel. Bis auf das 3:3-Spektakel gegen den FCN zu Hause am Spieltag zuvor ist die Torflaute der Lilien in dieser Saison durchaus eklatant, blieb man doch in den letzten fünf Ligaspielen viermal ohne eigenen Torerfolg. Bei Darmstadt steht und fällt im Angriff alles mit der Tagesform von Dursun. Ist dieser in guter Tagesform, wird es unangenehm für den Gegner, aber kommt er nicht in Fahrt, lahmt das Darmstädter Offensivspiel.

Heuer Fernandes‘ Wechsel spült Geld in die Kasse

Zwar investierten die Lilien zu Saisonbeginn ungewöhnlich viel für ihre Verhältnisse, aber nahmen auf der Gegenseite auch gut ein. Die meiste Ablöse floss für den Ex-VfLer Daniel Heuer Fernandes, der zum HSV wechselte. Zwar wurde mit Schuhen ein ansprechender Ersatz aus Sandhausen verpflichtet, nur fällt Schuhen seit geraumer Zeit verletzungsbedingt aus. Die meiste Ablöse vom Heuer Fernandes-Deal wurde aber in Honsak investiert, der aus Österreich von Salzburg für die offensive Außenbahn. Ebenfalls spannend waren die Transfers von Skarke, der von Heidenheim für die Offensive kam, vom Südkoreaner Paik, der für das zentrale Mittelfeld von Girona aus Spanien ausgeliehen wurde und sich bislang gut machte und von Sturmtalent Ozegovic, der von Partizan Belgrad geholt wurde und den wir am Samstag möglicherweise sehen werden, ist es doch möglich, dass Grammozis angesichts der Torflaute von einem 4-2-3-1 auf ein 4-4-2 umstellt. Leider nicht mehr in Darmstadt unter Vertrag steht hingegen Gündüz, der sich letzte Saison bei uns noch feiern ließ, sich aber in diesem Spiel das Kreuzband dabei auch leider riss und mittlerweile bei KFC Uerdingen untergekommen ist. Außen vor bei den Lilien ist außerdem Johannes Wurtz, dessen Dienste in dieser Saison im Ligabetrieb erst einmal gefragt waren.

Wiedersehen mit alten Bekannten wie Wurtz! Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

Viel Tradition, aber wenige Duelle

Schaut man sich die gemeinsame Historie an, stellt man verwundert fest, dass diese beiden Traditionsvereine erst zehn Mal gegeneinander gespielt haben. Nachdem es Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre zu vier Aufeinandertreffen kam, spielten der VfL und die Lilien bis zum Jahr 2014 stets in unterschiedlichen Ligen. Während der VfL zwischen der Bundesliga und der 2. Liga pendelte, waren die Hessen lange Zeit im Amateurbereich verschwunden.

Die ersten VfL-Torschützen gegen Darmstadt 98 hießen Dieter Bast und Heinz-Werner Eggeling. Die Namen lassen erahnen, dass diese Duelle schon sehr lange zurückliegen. Und in der Tat treffen der VfL und der SVD erst seit 2014 beinahe regelmäßig aufeinander. Damals kehrten die Hessen nach vielen Jahren der Abstinenz in die 2. Liga zurück, wo sich der VfL nach dem Abstieg 2010 eingerichtet hatte. Darmstadt schaffte damals mit Trainer Dirk Schuster den Durchmarsch in die Bundesliga, kehrte aber nach zwei Jahren im Oberhaus zurück in Liga 2.

The trend is your friend

Seit diesem Zeitpunkt sieht die Bilanz des VfL gegen Darmstadt sehr positiv aus. Drei Siege und ein Unentschieden bei einem Torverhältnis von 5:2 stehen zu Buche. Beide Heimspiele konnte der VfL seitdem für sich entscheiden. Im Februar 2018 saß Heiko Butscher nach der Entlassung von Jens Rasiejewski als Interimstrainer auf der Bank und konnte einen 2:1-Sieg nach Rückstand feiern nach Toren von Lukas Hinterseer und einem Eigentor durch Holland. Im November 2018 behielt der VfL ebenfalls ganz knapp die Oberhand. Am Ende stand ein erzitterter 1:0-Sieg durch ein Traumtor von Tom Weilandt.

In der aktuellen Situation ist es erste Bürgerpflicht für den VfL, dass diese erfreuliche Serie gegen Darmstadt 98 weiter ausgebaut wird. Doch auch dem Team vom Böllenfalltor steht das Wasser bis zum Hals. Das sind keine guten Voraussetzungen für ein hochklassiges Spiel. Aber für Spannung dürfte gesorgt sein.

 

Thorsten Amberge

Thorsten Amberge

Eine Dauerkarte beim VfL habe ich mit einjähriger Pause im Zivijahr 1998/99 ab der nächsten Saison im 20. Jahr, so dass ich verwundert feststellen muss, dass ich nunmehr doch zum alten Eisen langsam gehöre. Der VfL und ich haben aber lange gebraucht, um warmzuwerden. Erstmalig im Stadion bei Schwarz-Weiß Essen Mitte der 1980er Jahre, bin ich der typische Bochum-Fan, der über die Fanfreundschaft zum FC Bayern zum VfL kam – und gewissermaßen ein Erfolgsfan bin. Denn ich bin maßgeblich über die 1996/97er-Truppe dem VfL verfallen und habe mich seitdem diesem Verein total verschrieben. Ohne den VfL kann ich nicht – so einfach ist das. Im Internet treibe ich seit nunmehr über 15 Jahren mein Unwesen und habe neben meiner nicht minder zeitintensiven Aktivität bei transfermarkt.de zuerst bei vfl-fanforum.de und dessen Nachfolger unservfl.de als Mitinhaber der Seite mit mehreren Akteuren des VfL sehr spannende Interviews und Gespräche führen dürfen. Meine zeitintensiven Vorberichte dürften sicherlich bekannt sein, einige meiner Interviews mit aktiven Spielern, aber auch mit Vorständen möglicherweise auch.

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