Das Rennen um den Profivertrag beginnt! Auf dem Bild von links nach rechts: Kokovas, Holtkamp, Stawski und Abouagye Foto: Volker Barth

Zeit für neue junge Wilde?

Die Jugendarbeit hatte beim VfL in den letzten Jahren schon immer einen hohen Stellenwert. Das „Talentwerk“ bringt regelmäßig Kicker heraus, die den Durchbruch im Profifußball schaffen. Während es im letzten Bericht um Jugendspieler ging, die mittlerweile fest zur Inventar der Mannschaft gehören, wollen wir diesmal einen Blick auf die weniger bekannten Spieler werfen. Im Trainingslager in Marbella sind insgesamt sechs Spieler, die sonst zum Aufgebot der U19 gehören. Wir stellen euch diese Spieler etwas näher vor.

Weist seine Vorderleute an: Paul Grave in Aktion. Foto: Volker Barth

Paul Grave: Der 17-jährige wurde schon des öfteren mit Manuel Neuer verglichen. Zwar sind seine blonden Haare wohl der Grund für diesen Vergleich, seine Leistungen können sich aber trotzdem sehen lassen. Im letzten Jahr war Grave einer der besten Keeper in der U17-Bundesliga. Nun ist Grave in die U19 aufgerückt und teilt sich mit Altjahrgang Joshua Wehking die Spielzeit im Tor. So standen bisher acht Ligaspiele zu Buche, von denen insgesamt fünf gewonnen werden konnten. Lief der Trainingsauftakt noch mit Joshua Wehking an, so darf Grave diesmal ins Wintertrainingslager mitfahren.

Hat ein gefälliges Aufbauspiel vorzuweisen: Armel Bella-Kotchap hat nicht nur körperliche Vorteile. Foto: Volker Barth

Armel Bella-Kotchap: Den Ketchup-Witz hat der 17-jährige Deutsch-Kameruner bestimmt schon einige Male gehört. Tatsächlich gehört Bella-Kotchap mit zu den größten Innenverteidiger-Talenten im Verein. Schon im Sommertrainingslager war Bella-Kotchap mit dabei, durfte sogar in einigen Testspielen einige Minuten mitwirken. Zuletzt gehörte Bella-Kotchap sogar zum Aufgebot der deutschen U18-Nationalmannschaft.

Stelios Kokovas: Der 17-jährige Grieche ist seit 2017 beim VfL, lief vorher für den Provinzverein Anagennisi Kalochoriou in Griechenland auf. Der in Larisa geborene Kokovas ist Linksfuß und kann neben der Innenverteidigerposition auch links hinten und im defensiven Mittelfeld auflaufen. Nachdem Kokovas im ersten Saisonspiel für die U19 gegen Oberhausen noch auf der Bank saß, spielte er in den letzten drei Partien des Jahres jeweils die vollen 90 Minuten.

Moritz Römling in Aktion: Die Ballbehandlung ist einer seiner großen Stärken. Foto: Volker Barth

Moritz Römling: Bereits drei Mal gehörte Römling zum Aufgebot der Profis. Römling ist gelernter Stürmer, rückte in der U17 dann von Linksaußen eine Position weiter nach hinten und wurde in gegen schwächere Mannschaften auf der linken Verteidigerposition getestet. Das machte der mit Offensivpower ausgestattete Römling so gut, dass er jetzt dauerhaft dort eingesetzt wird. Der gebürtige Wittener wurde zuletzt sogar in die deutsche U18-Nationalmannschaft nominiert und hat definitiv Potential für mehr.

El Capitano: Jan Wellers ist der etatmäßige Kapitän der U19. Foto: Volker Barth

Jan Wellers: Wellers ist der einzige Altjahrgang, der momentan in Spanien mittrainiert. Im Sommer 2017 kam der gebürtige Bottroper von der Schalker U17 an die Castroper Straße. Zwar fiel Wellers für die erste Zeit verletzt aus, im Jahr 2018 konnte Wellers dann dem Spiel seinen Stempel aufdrücken. Als Kapitän der U19 vertrat Wellers zusammen mit Michael Martin den zuerst verletzten, dann schwächelnden Furkan Sagman glänzend. Ob es für mehr reicht wird man sehen, die Chance sich bei den Profis zu beweisen hat der polyvalente Wellers (Wellers kann auch Innenverteidiger und Linksverteidiger spielen) auf jeden Fall bis zum Sommer 2020.

Mr. Zuverlässig: Lars Holtkamp verpasste kein einziges Spiel in der U19. Foto: Volker Barth

Lars Holtkamp: Auch Holtkamp gehörte bereits zwei Mal zum Aufgebot der Profis in dieser Saison, blieb aber wie Römling ohne Einsatz. Holtkamp ist im zentralen Mittelfeld zuhause, absolvierte in der Hinrunde in der U19 alle Spiele und ist nächstes Jahr ebenfalls noch für die U19 spielberechtigt.

Welche Talente sind noch im Fokus?

Zu nennen ist da natürlich Ömer Uzun. Nachdem er sich nach vielen Treffern in der U17 im ersten Jahr in der U19 etwas schwer tat aufgrund von Verletzungen und Formschwäche, ist der gebürtige Dortmunder jetzt voll da. In 14 Partien erzielte der türkische U19-Nationalspieler 13 Treffer. Auch in der türkischen U19 feierte Uzun in dieser Saison sein Debüt, konnte gegen Kroatien auch gleich treffen. Als einer von zwei Deutschland-Legionären kommt Uzun bislang auf drei Treffer in fünf Einsätzen für die türkische U19.

Von Links nach Rechts: Okan Yilmaz, Armel Bella-Kotchap, Michael Martin und Phil Abouage. Foto: Volker Barth

Ebenfalls eine Stütze in der U19 ist Rechtsverteidiger Phil Abouagye. Der Deutsch-Ghanaer kann wie Gyamerah als Rechtsverteidiger und Rechtsaußen eingesetzt werden, da sind Vergleiche mit unserer Nummer 18 gar nicht mal so fern. Zwar hat Abouagye ab und an einen Wackler in seinem Spielaufbau, zuletzt stabilisierte er sich aber wieder und durfte gegen Schalke und Münster die Mannschaft als Kapitän aufs Feld führen.

Mit fünf Treffern zweitbester Torschütze der Mannschaft ist außerdem der gebürtige Schwabe Michael Martin. 2017 von der U19 des 1. FC Heidenheim gekommen, ist Martin auf der 8 neben Jan Wellers zuhause. Mit einem schönen Distanzschuss im ersten Saisonspiel gegen Oberhausen eröffnete er die Saison für die U19 erfolgreich (Endstand 3:0). Auch hier ist der Werdegang des Talents weiterhin gespannt zu verfolgen.

Bereits mehrfach im Fokus in der U17 stand der gerade erstmal 16-jährige Luis Hartwig. Während der Jahreshauptversammlung 2017 mit der Werner-Altegoer-Medaille ausgezeichnet, besticht er durch gute Einzelleistungen und natürlich mit Toren. In 16 Einsätzen in der U17 kam Hartwig auf 13 Treffer und zahlreiche Vorlagen. Ohne ihn würde die U17 nicht auf Platz vier der U17-Bundesliga stehen.

Tjark Ernst und Henry Kree wurden aufgrund ihrer bekannten Väter schonmal von der Funke Mediengruppe portraitiert, der deutsch-italiener Alessio Argenziano gehört als Auswahlspieler ebenfalls zu einer großen Nachwuchshoffnung beim VfL.

Matthias Rauh

Matthias Rauh

Obwohl in Bayern wohnhaft besitze ich eine Dauerkarte beim VfL und versuche, jedes Heimspiel und jedes Auswärtsspiel im Süden vom VfL mitzunehmen. Meine Begeisterung für den VfL entwickelte sich in der Saison 2006/07, endgültig besiegelt wurde sie bei dem eigentlich völlig belanglosen Spiel Karlsruher SC gegen den VfL im Jahr 2008. Während eines Fußballturniers wollten meine Mannschaftskameraden in der Bundesligakonferenz ständig die Zwischenstände von Bayern München und Nürnberg wissen, ich erntete misstrauische Blicke, als ich den Zwischenstand von Bochum wissen wollte. Abstieg, Relegation, Funkel, Neururer... ich bin immer noch dabei und freue mich immer mehr auf Spiele wie Bochum gegen Sandhausen als Bayern gegen Dortmund.

Schreibe einen Kommentar