Folgt in Gladbach der 3. Sieg in Serie?

Borussia Mönchengladbach - VfL Bochum | Grafik: Paddy Schneider

Der VfL Bochum reist am 10. Spieltag zu Borussia Mönchengladbach. Die Borussia hat durch den furiosen 5:0-Pokalerfolg über die Bayern einiges an Selbstvertrauen getankt. Doch auch die Bochumer kommen nach zwei Siegen innerhalb einer Woche mit breiter Brust angereist. Folgt in Gladbach der dritte Sieg in Serie?

Aus Gladbacher Sicht läuft die Saison bisher eher enttäuschend. Zwar hat vor der Saison der Trainerstab um Marco Rose die Fohlen in Richtung Dortmund verlassen. Doch zumindest konnte der Kader ohne nennenswerte Verluste beisammengehalten werden. Nachfolger Adi Hütter konnte sich bereits in Frankfurt einen Namen machen.

In der Liga stehen sie jedoch mit 11 Punkten nur auf Platz 12 – aus neun Spielen gab es lediglich drei Siege. Beim zweiten Blick wird das Problem deutlich. Während gegen Bayern, Dortmund und Wolfsburg sieben Punkte geholt werden konnten, war es gegen Union, Hertha, Augsburg und Stuttgart lediglich einer.

Gladbach – De Camargo & schlechte Erinnerungen

Aus 32 Auswärtsspielen konnte der VfL nicht einmal die Hälfte für sich entscheiden (6 Siege, 8 Unentschieden). Die Gladbacher behielten 18-mal die Punkte bei sich. Das letzte Pflichtspiel bei der Borussia fand vor 10 Jahren statt und war von noch größerer Bedeutung. In der Relegation um den Aufstieg entschied Igor De Camargo mit seinem Treffer zum 1:0 in der Nachspielzeit das Spiel, welches nach einem Unentschieden im Rückspiel die Bochumer für lange Zeit in die Zweitklassigkeit verabschiedete.

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Ex-Bochumer Kramer nicht dabei

Der einzig verbliebene Gladbacher, der schon damals in der Startelf stand, wird diesmal nicht dabei sein können. Tony Jantschke zog sich bereits vor dem Bayern Spiel eine Gesichtsfraktur zu. Die weiteren Langzeitverletzten der Borussia sind Stefan Lainer, Mamadou Doucouré, und Ex-Bochumer Christoph Kramer (30, Muskelverletzung).

Gegenüber dem Pokalspiel unter der Woche wird die Fohlenelf jedoch nur auf Jordan Beyer verzichten müssen. „Alle anderen werden an Bord sein“ bestätigte Trainer Hütter vor der heutigen Partie.

Deshalb kann davon ausgegangen werden, dass die Gladbacher ansonsten keine Änderungen an der Startelf vornehmen werden, auch wenn der Trainer sich da noch nicht in die Karten schauen lassen möchte.

 „Es ist möglich, dass die Mannschaft gegen Bochum anders ausschaut als gegen Bayern, es könnte aber auch die gleiche Mannschaft sein. Da müssen wir die Köpfe zusammenstecken und drüber diskutieren.“ – Adi Hütter

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer – Ginter, Elvedi, Bensebaini – Scally, Zakaria, Kone, Netz – Hofmann, Stindl – Embolo

Reis rotiert zurück

Dem VfL Bochum steckt eine erfolgreiche, aber auch anstrengende englische Woche in den Knochen. Chefcoach Thomas Reis reagierte schon beim Pokalspiel darauf mit mehreren Wechseln in der Startelf und wird am heutigen Sonntag wohl fleißig zurück rotieren.

Bei Doppeltorschütze Milos Pantovic gibt der Trainer Entwarnung: „Er hat zum Glück nichts. Die Muskulatur war, wie auch bei Danilo Soares, etwas fest. Wir wollen uns gut regenerieren und in Mönchengladbach da weitermachen, wo wir nun aufgehört haben.“

So bleibt es lediglich bei den Langzeitverletzten Maxim Leitsch, Simon Zoller, Herbert Bockhorn, Robert Tesche und Luis Hartwig.

Voraussichtliche Aufstellung: Riemann – Gamboa, Masovic, Lampropoulos, Soares – Losilla – Löwen, Rexhbecaj – Asano, Blum – Polter

Das starke Fohlenpressing

Adi Hütter steht für Umschaltspiel und aktives Verteidigen bis hin zur Abwehrkette, vor allem dann, wenn der Gegner an die Mittelinie gelangt. Das Mittelfeldpressing ist somit seine Grundlage. Doch immer wieder gibt es Momente des höheren Anlaufens.

Die Gladbacher setzen auf ein mannorientiertes Pressing, wodurch sie defensiv in viele Eins gegen Eins Situationen gelangen. Gerade das Mittelfeldzentrum, bestehend aus Manu Koné und Denis Zakaria, besticht durch seine Zweikampfstärke.

Die vielen Duelle können jedoch auch mal von einem Bochumer Spieler gewonnen werden und führen auch aufgrund der hohen Intensität zwangsläufig zu individuellen Fehlern. Die Augsburger umgingen das Pressing der Borussia jedoch nur durch lange Bälle und Elvedi patzte bei einem in letzter Linie.

„Wir wollen unsere Umschaltmomente nutzen“

Bei gerade einmal zehn Toren nach neun Spielen zeigt sich das derzeitige Problem vor allem in der eigenen Offensive. Die Fohlen versuchen über die Besetzung der Halb- und Zwischenräume die Gegenspieler aus ihren Positionen zu ziehen und in die entstehenden Lücken hineinzuspielen.

Der Aufbau führt von der Dreierkette aus im zweiten Drittel über die Außen. Das Zentrum befindet sich, wie auch gegen Bochum, gegen drei Mann zumeist in Unterzahl. Einmal auf den Außenbahnen findet der Ball den Weg jedoch nur noch selten in den Strafraum. Zu viele Mannschaften in der Bundesliga wissen den Ball an der Seitenlinie zu verteidigen.

Da möchte auch Thomas Reis ansetzen. „Das Zentrum muss mit mehreren Spielen besetzt werden“, so der VfL-Trainer, „um dort eine Überzahl zu schaffen.“ Das führt bei den Gladbachern oft zu erhöhtem Risiko im Ballvortrag, wodurch die Passgenauigkeit leidet, wie gegen Bielefeld. Ein zu optimistisch gedachter Vertikalpass von Neuhaus durch das Zentrum wurde abgefangen. Die Arminia schaltete schnell um und erzielte so ihr Tor. Das muss dem Bochumer Trainerteam wohl aufgefallen sein, denn auch sie wollen „aggressiv zu Werke gehen und unsere Umschaltmomente nutzen.“

Autor: Janik Aschenbrenner

In meinem Freundeskreis dreht sich alles um die Blau-Weißen, für die ich in meiner Jugend selbst die Schuhe schnüren durfte - so kommt es, dass der VfL auch mich nicht los lässt. Durch meine Affinität zur Spielanalyse und Trainingslehre bin ich ansonsten bei Konzeptfußball zu finden. Fußball ist für mich eine Kunstform, die ich mitgestalten möchte.
Twitter: @Janik_Asc / janik.aschenbrenner@einsachtvieracht.de

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