Manche Entscheidungen fielen schwer, andere leichter. Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

Aus dem Verein, aber nicht aus der Welt

Etwas mehr als ein Drittel der Saison ist gespielt. Zeit für ein kleinen Überblick der Abgänge vor der Saison, und eine Bewertung wie sie bei den neuen Vereinen eingeschlagen sind. Da vor der Saison die Kaderbreite verringert wurde, finden sich hier relativ viele Spieler, obwohl mit den bis dato nur ausgeliehenen Robert Tesche und Vitaly Janelt (und deren alten Arbeitgebern) Einigkeit über einen festen Wechsel erzielt werden konnte.

Tor

Jannik Stevens im Trikot des SV Straelen. Foto: einsachtvieracht

Hier gab es den Abgang des chancenlosen vierten Keepers Martin Kompalla, der Mitte September im Regionalligaaufsteiger SV Straelen einen neuen Klub fand. Dort ersetzte er den verletzten ehemaligen Spieler der Bochumer Zweitvertretung David Buchholz und konnte seinen Platz auch nach dessen Genesung behaupten. Vor ihm läuft als Linksverteidiger mit Jannik Stevens ebenfalls ein früherer Bochumer auf, der neben 61 Spielen für die Zweitvertretung auch auf respektable zwei Zweitligaeinsätze unter Trainer Andreas Bergmann in der Saison 2011/12 kam.

Abwehr

Luke Hemmerich ging nach seiner Leihe zurück nach Gelsenkirchen und wurde anschließend nach Aue weiter transferiert. Dort kam er bislang nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus und stand nur in 2 Spielen auf dem Platz.

Simon Lorenz wurde nach München zu 1860 verliehen. Diese Leihe ist ein absoluter Erfolg für Spieler und Verein. Lorenz stand bislang in allen Ligaspielen auf dem Platz und sammelt so wertvolle Spielpraxis.

Mittelfeld

Hier muss man bei den Abgängen vor allem Kevin Stöger erwähnen. Der Spielgestalter wechselte in die Bundesliga zur Fortuna aus Düsseldorf. Beim Tabellenvorletzten spielte er allerdings bis zum abgelaufenen Spieltag maximal eine Nebenrolle. Beim 4:1 gegen Hertha kam er nicht nur das erste Mal in dieser Saison zu einem Assist, er war die Schaltzentrale mit den meisten Ballkontakten und guten Pässen. Besonders Robbie Kruse vermisst seine messerscharfen Bälle aus der Tiefe und kommt nur schwer in die Gänge in dieser Saison.

Uli Bapoh startete mit vier durchaus erfolgreichen Spielen bei Twente Enschede, in denen er zwei Tore und einen Assist erzielte. Seitdem spielt unser Leihspieler beim holländischen Zweitligisten keine große Rolle mehr und kam höchstens noch zu Kurzeinsätzen.

Philipp Ochs ist nach seiner Halbjahres-Leihe zum VfL inzwischen nach Aalborg verliehen worden. In Dänemark kam er bis auf eine Zwangdpause nach Rotsperre (in seinem ersten Spiel erzielte er als Einwechselspieler in der Nachspielzeit erst den einzigen Treffer des Tages und flog im weiteren Verlauf mit gelb-rot vom Platz) immerhin in jedem Spiel zum Einsatz. Mit seiner Rolle als Spieler in der Rotation dürfte er durchaus zufrieden sein.

Selim Gündüz ist sichtlich gerührt vom Abschied. Foto: Fabian Budde (photomafia)

Bleibt noch Selim Gündüz, der sich leider keine zwei Wochen nach seinem Wechsel zu Darmstadt am Kreuzband verletzte, nach längerem Ausfall ausgerechnet in Bochum sein Comeback gab und nach dem Spiel emotional verabschiedet wurde. Leider ist inzwischen bekannt geworden, dass er sich seinen dritten Kreuzbandriss zugezogen hat und noch längere Zeit ausfallen wird. Ich möchte ihm hiermit weiterhin viel Kraft und eine erfolgreiche Genesung wünschen.

Angriff

Johannes Wurtz kam zwar in vielen Spielen zum Einsatz, konnte mit nur einem Assist aber ähnlich wenig auf sich aufmerksam machen wie zuletzt in Bochum. In den meisten Spielen kam er nur als Einwechselspieler zum Einsatz. Es gibt noch viel Luft nach oben für den Stürmer.

Janni Serra, in der letzten Saison ausgeliehen und mit ein paar ordentlichen Ansätzen, aber ohne wirklich großen Eindruck zu hinterlassen,  konnte in Kiel bislang überzeugen. Er kam in jedem Spiel zum Einsatz und hat schon acht Scorerpunkte sammeln können (vier Tore/vier Vorlagen). Außer in einem Spiel lief er jedes Mal in der Startelf auf. Nachdem er in Bochum ausschließlich eingewechselt wurde, ist es für ihn persönlich eine klare Verbesserung.

Ähnlich wie schon bei Uli Bapoh zuvor lief es auch für Vangelis Pavlidis, wenn er auch insgesamt auf mehr Einsätze kommt. Bei seiner zweiten Leihe zur Zweitvertretung aus Dortmund kam er auf fünf Einsätze über die volle Distanz und drei weitere Einsätze über mehr als 20 Minuten. Insgesamt spielt er bislang eine enttäuschende Saison, mit grad einmal drei Vorlagen und keinem Tor. Keine starken Argumente für mehr Einsatzzeit. Zudem lief der für viele Millionen verpflichtete Profi Alexander Isak häufiger anstatt von Pavlidis auf, um Spielpraxis zu sammeln. Bei Isak gilt wohl die Hoffnung, dass er sein Attribut „Fehleinkauf“ noch los wird, so dass er zumindest für einen Teil der Summe wieder verkauft werden kann.

Erwähnenswerte Abgänge der U19

Niclas Thiede – Der Torwart, der gegen Ablöse nach Freiburg wechselte, kam bislang zu sieben Einsätzen in der Regionalliga Südwest (davon die letzten fünf Spiele in Folge), musste sich jedoch in den restlichen Spielen hinter Constantin Frommann anstellen, der bereits einen Profivertrag besitzt.

Jannis Fraundörfer, absoluter Leistungsträger der letztjährigen U19, muss sich in Köln bei der Viktoria allerdings bislang hinter den arrivierten Kräften anstellen. Meist im Kader kam er allerdings nur auf fünf Einsatzminuten beim souveränen Tabellenführer.

Tim Kaminski kam zwar noch auf keine tragende Rolle bei Fortuna Düsseldorf II, gehört aber zum Kernkader und macht seine ersten Schritte im Seniorenfußball mit elf Einsätzen und zwei Toren.

Dominik Steczyk kam auf zwei Tore für Nürnberg II in der Regionalliga Bayern bei zwölf Spielen, dabei allerdings auch viele Kurzeinsätze.

Julian Tomas – Nachdem sein Anschlussvertrag beim VfL als Profi für diese Saison aufgelöst wurde, hat er bislang keinen neuen Verein finden können.

Wie sich die VfL-Neuzugänge bislang schlagen und ob der VfL sich am Ende verstärkt oder geschwächt hat, werden wir in einem weiteren Artikel beleuchten. Mit Stöger musste man zwar nur einen Leistungsträger ersetzen, der jedoch beim VfL ein absoluter Schlüsselspieler war.

Stefan Zils

Stefan Zils

Wenn man Fan eines im Zweifel erfolglosen Vereins ist, stellt man sich vielleicht irgendwann die Frage, wann man es hätte merken müssen. Bei mir war das sehr früh. Es war der 27.05.1990 und somit das Relegations-Rückspiel gegen Saarbrücken, mein erstes bewusstes Spiel vom VfL (allerdings im Fernsehen). Ich war 9 und somit eigentlich alt genug, um es zu merken. Gut, alle haben wir gejubelt, als uns Uwe Leifeld erlöste (den ich da grad einmal vom Namen kannte) und spätestens da packte mich dann das VfL-Fieber und das logische Denken setzte aus, Fußball wurde Emotion. Anschließend gleich am 2. Spieltag zu meinem ersten Heimspiel ins Stadion (ein 1:0 gegen den 1.FC Köln) und ab da zu vielen schönen und weniger schönen Spielen (anfangs meist) mit einem Mitspieler vom LFC Laer 06 und unseren Vätern. Im Sommer häufiger mal zu Fuß zum Tempel aus Querenburg, ohne dass ich noch weiß, wie es zurück ging. Nur gegen Schalke, Dortmund und Bayern gingen wir länger nicht hin... weil es zu voll wurde (meine Entscheidung war das natürlich nicht). Ich wurde also quasi gleich zum Anti-Rosinen-Picker erzogen und überhaupt, wo wart ihr eigentlich in Sandhausen. ;-)

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