Foto: Tim Kramer (Tremark).
Spielt sich mehr und mehr in den Mittelpunkt: Robert Tesche! Foto: Tim Kramer (VfL Bochum)

Das Genie aus Ostwestfalen ist endlich angekommen

Im Sommer der letzten Saison kam mit Robert Tesche ein Leihspieler, der in seiner Karriere zu Unrecht unter dem Radar geflogen ist. Seine Stationen bei Arminia Bielefeld, beim Hamburger SV, Fortuna Düsseldorf, Nottingham Forest und Birmingham City zeugen jedoch davon, dass Tesche viel gesehen und erlebt hat in seinem Fußballerleben. In Bochum scheint er mittlerweile so richtig angekommen zu sein. Als kongenialer Partner von Anthony Losilla spielt sich Robert Tesche in dieser Saison in den Vordergrund und auch der letzte Beobachter sollte einen genaueren Blick auf unsere Nummer 23 werfen.

Beim Torjubel sehen wir Robert Tesche in dieser Saison häufiger! Foto: Tim Kramer (VfL Bochum)

Aus Vorschusslorbeeren werden reife Früchte

Im vergangenen Jahr haben wir Robert Tesche bereits näher vorgestellt und einige Mutmaßungen angestellt, ob und wie sich die Neuverpflichtung in unsere Mannschaft integriert. Durch seine Zeit beim Hamburger SV war und ist mir Tesche natürlich bekannt gewesen und schon damals freute ich mich über die Leihe.

„Seine Stärken liegen im Torabschluss, seinem Kopfballspiel, der Beidfüßigkeit und in seiner Ballfertigkeit, wobei ich hier von ganz sauberer Technik in den Grundlagen, wie der Ballan- und mitnahme und dem Passspiel, spreche. Tesche mag nicht für Spektakel stehen, er macht die kleinen Dinge jedoch richtig. Und das kann auf dem langen Weg, auf dem sich die Mannschaft befindet – grad wenn man aufsteigen möchte – immens wichtig sein! Zudem läuft Tesche immer wieder gut an. Er war schon zu seiner Zeit in Hamburg körperlich robust und wurde daher im Abstiegskampf als Zehner favorisiert, da er hier im Pressing immer wieder Ballgewinne forciert hat. Hinzu kommt die Variabilität, welche Tesche für die Mannschaft enorm wertvoll macht und die ihm schon zu Beginn seiner Karriere geholfen hat. Dies sind alles Attribute, welche ihn als Achter für die aktuelle Grundordnung prädestinieren und uns weitere Optionen geben, sogar wenn Ismail Atalan die Grundordnung anpasst.“ – einsachtvieracht

Seine Stärken im Spiel dürften mittlerweile jedem Fan im Ruhrstadion ersichtlich gewesen sein. Das sichere Passspiel, die schnelle Auffassungsgabe und die Balleroberung machen Tesche so wichtig für unser Spiel. Einen Punkt jedoch muss man, spätestens in dieser Saison, revidieren. Robert Tesche steht auch für Spektakel! Wenn gleich das Ergebnis grauenhaft war, so versetzte das zwischenzeitliche 1:1 gegen Jahn Regensburg das gesamte Stadion in Ekstase: Ein tolles Tor aus der Distanz!

Bei den offensiven Standards ist noch Luft nach oben für den kopfballstarken Tesche. Foto: Tim Kramer (VfL Bochum)

Doch die Tore sind es nicht, weshalb unsere Nummer 23 so wichtig ist. Sein Spiel im Zentrum ist es, welches unserer Mannschaft Stabilität verleiht. Das Gefühl für den Raum und die Antizipation, um zu erkennen wo der Gegner angreifen wird um in diesen Räumen Überzahl zu schaffen und den Ball zu erobern. Die ausweichenden Bewegungen, um die Außenpositionen gegenüber Gegenangriffe abzusichern. Das sind die Dinge, an denen sich vermutlich nur Puristen für Taktik (oder Leute mit einem immensen Dachschaden) erfreuen. Und genau diese Dinge helfen einer Mannschaft.

Endlich angekommen

Generell wirkt es so, als wäre Robert Tesche mittlerweile in Bochum so richtig angekommen. Im vergangenen Sommer war die Tinte daher schnell trocken und unser VfL hat seinen zentralen Mittelfeldspieler bis zum Sommer 2020 gehalten. Sebastian Schindzielorz, und auch Robin Dutt, imponierte vor allem die frühzeitige Zusage, dass Tesche auch im Falle eines Abstiegs dem VfL treu bleiben würde. Dieses Pflichtbewusstsein, im Ruhrpott sagt man: „Den Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen“, ist zwar selten geworden im Profifußball. Bei einem Charakterkopf wie Tesche ist es jedoch nicht verwunderlich. Der Vertrag in Birmingham wurde aufgelöst und seitdem ist der Mittelfeldstratege fester Bestandteil der VfL-Familie.

Zu oft war es jedoch so, dass seine positiven Charakterzüge nicht gewürdigt wurden. Im Rückblick wirkt die Karriere oftmals wie eine Achterbahn, bei der sich gute und schlechte Phasen die Klinke in die Hand geben. In manchen Phasen wurde Tesche aussortiert oder musste auf der Bank oder Tribüne Platz nehmen. Nur um wenig später wieder die Kohlen aus dem Feuer holen zu dürfen, und mit guten Leistungen Abstiege zu vermeiden oder den Kopf des Trainers zu retten. Wenn man Courage und Charakter hat, steht man über den Entscheidungen des Trainers und liefert dennoch seine Leistung ab wenn es darauf ankommt.

Vertrauen als Schlüssel zu starken Leistungen

Den Trainingseifer hat Sebastian Schindzielorz bei seiner Festverpflichtung im Sommer positiv erwähnt. Foto: einsachtvieracht.

Warum wir derzeit so viel Freude an Tesche haben ist recht einfach beschrieben: Unser Trainer Robin Dutt vertraut ihm.

 „Es ist immer einfacher, wenn ein Trainer dir vertraut.“ – Robert Tesche gegenüber dem Hamburger Abendblatt.

Und dieses Vertrauen zahlt der Junge aus Ostwestfalen voll und ganz zurück. Mit drei Toren und einer wunderbaren Torvorlage wird auch die im letzten Jahr angedeutete Torgefährlichkeit unter Beweis gestellt. Sein gutes Kopfballspiel, gerade defensiv, bleibt ein Markenzeichen von Tesche. 82,7% seiner Pässe konnte er erfolgreich zum eigenen Mitspieler bringen. Es sind halt die elementaren Dinge, die Robert Tesche richtig gut macht. Seine 2,3 Ballgewinne pro Spiel sind im Ligavergleich ein Top 10 wert. Statistisch gesehen, gehört Robert Tesche zur Top 20 der zweiten Liga und darf sich über ein starkes Rating von 7,34 freuen.

Nicht nur der Trainer vertraut dir, das gesamte Ruhrstadion erkennt mittlerweile den Wert von Robert Tesche für die Mannschaft an und freut sich auf viele weitere Spieler mit unserem Mann im zentralen Mittelfeld.

 

Sebastian Hettmann

Sebastian Hettmann

Als ich zum ersten Mal bewusst im Ruhrstadion war, spielte der VfL Bochum in der Saison 2002/2003 gegen den Hamburger Sport Verein und ein direkt verwandelter Eckstoß sowie einige Anekdoten von meinem Großvater lassen mich seither den Rothosen die Daumen drücken. Ich kam allerdings nie wieder vom Ruhrstadion los und bin seitdem regelmäßig ins Ruhrstadion gegangen. Seit der Saison 2006/2007 fiebere ich als Dauerkarteninhaber im Block N2 bei Spielen unseres VfL mit.

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