Ernüchterung nach dem Schlusspfiff Foto: David Matthäus Photgraphy

Bochum as usual

Beim Abschluss des ersten Spieltages spielte unser VfL Bochum 2:2 gegen den FC St. Pauli. Vor rund 3500 Zuschauern führte der VfL mit 2:0 durch Tore von Zulj und Zoller, ehe Daniel-Kofi Kyereh mit einem Doppelschlag in Minute 84 und 86 für Ernüchterung sorgte.

Es war alles angerichtet für einen tollen Fußballabend. Die Castroper geschmückt, Fluchtlicht, endlich wieder Zuschauer. Und auch die souveräne Vorstellung gegen Engers hatte Lust auf mehr gemacht. Dabei schickte Thomas Reis die selbe Elf wie beim Pokalspiel aufs Feld, auf der Bank fanden sich nach Verletzungspause Herbert Bockhorn wieder, außerdem saß Neuzugang Soma Novothny für den aus der letzten Saison rotgesperrten Milos Pantovic auf der Bank.

Die Elf des letztjährigen U19-Coaches Timo Schultz zeigte sich im Gegensatz zur 2:4-Blamage bei Viertligist Elversberg auf vier Positionen verändert, auch der in Bochum geborene Rico Benatelli lief im zentralen Mittelfeld neben Marvin Knoll auf. Da mit Simon Makienok und Boris Tashchy die einzigen beiden nominellen Spitzen im Kader der Paulianer ausfielen, rotiert Kyereh in das Sturmzentrum dahinter unterstützt von Maximilian Dittgen und Rodrigo Zalazar.

Zulj schlenzt in den Winkel

Von Beginn an zeigte der VfL auch, dass er gewillt ist, dieses Spiel gut zu gestalten und die Spielkontrolle zu übernehmen. Sei es durch die aktiven Außen mit Holtmann und Zoller oder die Außenverteidiger mit Soares und Gamboa, die sich nimmermüde ins Offensivspiel einschalteten. Auch Innenverteidiger Maxim Leitsch, der ab und an Offensivvorstöße wagte und meiner Meinung nach etwas an die Vorstöße von Felix Bastians erinnerte.

Ein Freistoß von der linken Seite brachte dann in Minute 26 die Führung: durch einen super getretenen Freistoß von Robert Zulj. Seine persönliche Bilanz gegen den FC St. Pauli lässt sich durchaus sehen. In nunmehr acht Spielen traf Zulj vier mal und legte zwei mal vor. Mit dem Zwischenstand von 1:0 pfiff dann auch der gute Schiedsrichter Robert Schröder pünktlich in die Pause.

Simon Zoller ließ nach dem 2:0 seine Muskeln spielen. David Matthäus Fotografie

2:0 Führung – am Ende dann doch typisch Bochum

Zwar kamen nach dem Pausentee auf Bochumer Seite viele Offensivbemühungen, aber die Zielsicherheit im Abschluss fehlte. Die Gäste bauten weiterhin tief auf und versuchten dann ihr schnelles Umschaltspiel aufzuziehen. In der 76 Minute schließlich vollendete Zoller nach einem schönen Angriff nach Pass von Ganvoula. Zwischenzeitlich hatte Trainer Timo Schultz auch das Wechselkontingent bedient und brachte Finn Ole Becker für Marvin Knoll, nach dem 2:0 kamen außerdem Zander für die Defensive und Daschner für die Offensive ins Spiel.

Und Finn Ole Becker setzte gleich mal eine Duftmarke, indem mustergültig für Kyereh vorlegte, der allerdings noch mustergültig vorbeilegte. Als dann Ziereis und Lankford in die Partie kamen, war es eine Minute später dann doch passiert.

Der schnelle Lankford brachte einen scharfen Ball in den Fünferraum, unser griechischer Kühlschrank rutschte weg und Kyereh verkürzte zum 2:1. Nach einem missglückten Leitsch-Rückpass legte zwei Minuten später der eingewechselte Daschner für Kyereh auf, der den Doppelpack erzielte und ihn anschließend mit einer artistischen Einlage feierte.

Zwar kam der VfL noch zu einer großen Chance durch Robert Tesche nach mustergültiger Vorarbeit von Robert Zulj, der Siegtreffer wollte allerdings nicht mehr fallen. Während St. Pauli sein Wechselkontingent vollkommen ausschöpfte und alle fünf verfügbaren Wechsel nutzte, nahm Thomas Reis nur zwei vor mit Bonga und mit Blum brachte er zwei Offensive positionsgetreu für Simon Zoller und den umtriebigen Gerrit Holtmann.

Was bleibt? Zumindest ein Punkt

Aber ehrlich, wen hätte denn Reis bringen sollen? Den uneingespielten Novothny als zweite Spitze? Janelt statt Tesche oder Bockhorn statt Gamboa? Die Mannschaft, die auf dem Feld stand, war die Beste, die Thomas Reis aufbieten konnte. Zumal sie ja weiterhin Chancen kreierte. Die zwei Minuten Blackout müssen sich allerdings Leitsch und Lampe ankreiden lassen, aber wenn es deren einzige Fehler für die restliche Saison bleiben, kann ich damit leben.

 

Matthias Rauh

Matthias Rauh

Obwohl in Bayern wohnhaft besitze ich eine Dauerkarte beim VfL und versuche, jedes Heimspiel und jedes Auswärtsspiel im Süden vom VfL mitzunehmen. Meine Begeisterung für den VfL entwickelte sich in der Saison 2006/07, endgültig besiegelt wurde sie bei dem eigentlich völlig belanglosen Spiel Karlsruher SC gegen den VfL im Jahr 2008. Während eines Fußballturniers wollten meine Mannschaftskameraden in der Bundesligakonferenz ständig die Zwischenstände von Bayern München und Nürnberg wissen, ich erntete misstrauische Blicke, als ich den Zwischenstand von Bochum wissen wollte. Abstieg, Relegation, Funkel, Neururer... ich bin immer noch dabei und freue mich immer mehr auf Spiele wie Bochum gegen Sandhausen als Bayern gegen Dortmund.

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