Losilla sorgte mit dem 2:0 früh für klare Verhältnisse. Foto: David Matthäus Fotografie

VfL-Fan erhobenen Hauptes!

Seit zehn Spielen ohne Niederlage und jetzt mit drei Siegen in Serie. Es läuft in Bochum und wir VfL-Fans können endlich mal wieder erhobenen Hauptes die Spiele unseres Lieblingsvereins verfolgen. Auch wenn das Spiel in Aue kein Glanzstück war, landeten nach 95 Minuten letztlich erneut drei Punkte auf dem Konto.

Dabei begann das Spiel in Aue schon vor dem Anpfiff mit einigen Überraschungen. Ein Blick auf die Aufstellung für das Spiel offenbarte: Mit Thomas Eisfeld, Stefano Celozzi und Vitaly Janelt veränderte Thomas Reis gleich auf drei Positionen die zuletzt so erfolgreiche Mannschaft. Insbesondere Robert Zulj und Cristian Gamboa galten zuletzt als wichtige Garanten für die Erfolge, so dass nicht wenige vor dem Spiel kritisch auf die Entscheidungen des Trainers schauten. Der Beginn der Partie gab den Kritikern zunächst recht, denn Aue hatte den besseren Start in das Spiel und konnte den VfL stark unter Druck setzen. Erst nach circa 20 Minuten schaffte es der VfL, sich langsam zu befreien und kam besser ins Spiel.

Eisfeld als Matchwinner

Startelfdebüt im Jahr 2020: Eisfeld als Matchwinner gegen Aue. Foto: Tim Kramer (VfL Bochum)

Zunächst wurden die Offensivbemühungen allerdings fahrig vergeben. Erst in Minute 28 wurde der VfL über eine schöne Kombination von Jordi Osei-Tutu und Eisfeld zwingend und konnte sich direkt belohnen. Dass es letztlich der stark in der Kritik stehende Eisfeld war, der den VfL in Front brachte, ist bezeichnend für den aktuellen Aufschwung. Vor dem Tor noch mit einer starken Grätsche in höchster Not gegen Strauß, wurde er spätestens mit seiner Freistoßvorlage zum 2:0 durch Anthony Losilla zum Matchwinner der Partie.

Hektische Schlussminuten

Die 2. Halbzeit ist im Grunde schnell erzählt – zumindest bis zur Schlussphase. Erneut hatte man nicht das Gefühl, dass der VfL groß etwas anbrennen lässt. Erneut hatte Manuel Riemann mit einigen starken Szenen seinen Anteil daran. In der Schlussphase ging es dann allerdings noch mal heiß her. Während Samson völlig zurecht innerhalb von nur drei Minuten die Gelb-Rote Karte sah, musste der unglücklich agierende Milos Pantovic nur wenige Sekunden danach für ein taktisches Foul mit glatt Rot vom Platz. Aus meiner Sicht deutlich zu hart, insbesondere wenn nur wenig später Dafener für ein deutlich heftigeres Einsteigen nur Gelb sah. Die Partie entglitt dem Schiedsrichter zusehends und man hoffte allein aus Sorge um die Spieler des VfL auf ein baldiges Ende der Partie. In den hektischen Schlussminuten fiel dann noch mit dem Abpfiff das 2:1, was allerdings nicht weiter störte.

VfL-Fan und stolz darauf

Thomas Reis gibt den richtigen Ton an. Foto: David Matthäus Fotografie

Viel wichtiger ist es für mich persönlich, seit langem mal wieder stolz auf den VfL sein zu können. Endlich steht wieder ein Kollektiv auf dem Platz und nicht elf Einzelspieler. Endlich hat man das Gefühl, dass jeder die nötigen Meter geht und man nach Führungen nicht einbricht. Großen Anteil daran hat Thomas Reis. Ich muss für meinen Teil auch gestehen, dass ich seine Maßnahme in der Winterpause, verstärkt auf die Defensive zu setzen, zunächst verfluchte. Heute zeigt sich, dass er es entgegen aller Kritik geschafft hat, die Mannschaft zu stabilisieren. So mag es einige überraschen, wenn wichtige Spieler auch mal auf der Bank Platz nehmen – doch scheint auch dies der einzig richtige Weg zu sein. Es zählen nicht mehr Namen oder Einzelleistungen, sondern das Kollektiv. Es zählen nicht mehr vergangene Leistungen, sondern wer sich unter der Woche anbietet. Auf einmal schaffen es fast alle Spieler wieder ihre Bestleistungen auf den Platz zu bringen. Auf einmal ist selbst Thomas Eisfeld wieder ein Matchwinner. Auf einmal hat man als VfL Fan wieder richtig Spaß am Bochumer Fußball.

 

Jens Hartenstein

Jens Hartenstein

In Bayern geboren, führte mein Weg zum Fußball über den FC Bayern München erst über Umwege zum geliebten VfL. Hierbei hat mich insbesondere die Phase Mitte der 90 geprägt, als man unter anderm in den UEFA Cup einzog. Nach einer jugendlichen Trotzphase, in der ich mich fast gänzlich dem Fußball, aber vor allem der Kommerzialisierung von selbigem abgewandt hatte, fand ich dann Anfang des neuen Jahrtausends wieder zurück zum Fußball. Ein echter Fußballfan kann eben doch nicht ohne seine Leidenschaft. Spätestens als ich dann beim Abschiedsspiel von Darius Wosz dessen letztes Bundesligator, den Abstieg Gladbachs und unseren beinahe Einzug in den UI-Cup live im Gladbacher Stadion feiern durfte, wars um mich dann komplett geschehen. Seitdem sind mäßige Spiele, Niederlagen, Abstiege und sämtliches Leid aller VfL Fans mein ständiger Wegbegleiter.

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