Foto: VfL Bochum 1848

Der neue Mann für die Rechtsverteidigung: Cristian Gamboa

Gestern stellte der VfL seinen fünften Neuzugang vor: Cristian Gamboa kommt ablösefrei von Celtic Glasgow. Der 29-jährige hat bisher 77 Länderspiele für sein Heimatland Costa Rica absolviert und war bereits in Norwegen, Dänemark, England und zuletzt Schottland aktiv. Wir haben einen genaueren Blick auf die Karriere des Rechtsverteidigers geworfen.

Cristian Esteban Gamboa Luna, kurz Cristian Gamboa wurde am 24. Oktober 1989 in Liberia, Costa Rica geboren. Anfangs strebte er eine Basketballkarriere an, doch seine Schule verfügte nicht über das nötige Equipment, um professionell zu trainieren. Deshalb entschied sich der junge Gamboa für Fußball. Mit 15 Jahren hatte er schließlich Probetrainings bei den besten Clubs des Landes, namentlich Deportivo Saprissa und LD Alajuense. Jedoch fiel er dort durch. Laut eigener Aussage war er damals ein sehr schüchterner Junge, der nie seine Heimatstadt verließ, weswegen er mental gar nicht auf solch einen Sprung vorbereitet war. Dementsprechend heuerte er damals nach der Schule beim einem größeren Verein der Umgebung, AD Municipal Liberia, an.

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Mit 17 Jahren kam Gamboa schließlich in der Saison 2006/07 erstmals in der Liga zum Einsatz. Nach insgesamt 68 Einsätzen (kein Tor) in vier Jahren in Costa Ricas höchster Spielklasse verließ er sein Heimatland. Er wechselte nach Norwegen zum Zweitligisten Frederikstad FK. Beim Debüt gegen Strömmen IF erwischte er auch gleich einen Traumeinstand: Er bereitete das 1:0 für Landsmann Celso Borges vor, trug sich später sogar selbst in die Torschützenliste ein. Dennoch verlor Frederikstad das Spiel noch nach 2:0-Führung mit 2:3. Trotzdem hatte Gamboa eine sehr erfolgreiche Zeit. Mit Frederikstad wurde er dritter und konnte sich in der Relegation für die erste Liga qualifizieren. Er war als Rechtsverteidiger gesetzt und verpasste über die ganze Saison nur zwei Spiele.

In der ersten Liga absolvierte Gamboa für Frederikstad insgesamt 16 Spiele, ehe er im August 2011 für umgerechnet 50.000 Euro zum dänischen Meister FC Kopenhagen wechselte. Dort kam er allerdings in zwei Jahren nur auf zwei Pokaleinsätze. Der Ex-Nürnberger Lars Jacobsen war vor ihm gesetzt. In der Euro League kam er nur im letzten Gruppenspiel gegen Standard Lüttich zum Einsatz – Kopenhagen war allerdings bereits ausgeschieden. Um Spielpraxis zu bekommen wurde er schließlich wieder zurück nach Norwegen, diesmal zu Rosenborg Trondheim, verliehen.

Dort war er schnell Stammspieler und Leistungsträger. Nach zehn Spielen verpflichtete der norwegische Rekordmeister den Tico, so wird ein Spieler der Nationalmannschaft Costa Ricas genannt, für rund 400.000 Euro. Mit Trondheim wurde er in der Liga Vizemeister und auch im Pokal stand am Ende „nur“ das Finale, das Molde FK letztenendes mit 2:4 für sich entschied. Für ihn war es trotzdem eine sehr erfolgreiche Saison, woraufhin die Weltmeisterschaft mit der Nationalmannschaft Costa Ricas in Brasilien anstand.

Und die Geschichte ist wohl jedem Fußballfan bekannt. Costa Rica kam mit Gamboa als Rechtsverteidiger bis ins Viertelfinale, als Gruppensieger in einer Gruppe mit England, Italien und Uruguay. Nach einem Sieg gegen Griechenland im Achtelfinale, scheiterten die Tacos nur knapp am späteren WM-Dritten Niederlande im Elfmeterschießen. Auch einige Vereine hatten Gamboas Entwicklung verfolgt. So wechselte er für etwa 2,5 Millionen Euro zu West Bromwich Albion in die englische Premier League.

Foto: VfL Bochum 1848

Während es anfangs für ihn noch gut lief, gegen Burnley legte er sogar noch ein Tor auf beim 4:0-Sieg, wurde er nach zehn Spielen nicht mehr berücksichtigt. In der zweiten Saisonhälfte der Saison 2014/15 hatte er nicht einen einzigen Einsatz. Lediglich drei Einsätze in der U23 von West Brom standen zu Buche. Es folgte in der Folgesaison nur noch ein einziger Einsatz, ehe er zu Beginn der Saison 2016/17 zu Celtic Glasgow für rund 1,2 Millionen abgegeben wurde.

Seinen ersten Einsatz für Celtic würde er am liebsten aber vergessen. Gegen den FC Barcelona, vorne gespickt mit Neymar, Messi und Suarez, verlor er in der Gruppenphase der Champions League mit 7:0. Allein Messi traf drei mal. In der Liga erhielt zunächst Mikael Lustig den Vorzug, ehe Gamboa auf Einsätze kam, wenn Lustig in der Innenverteidigung spielte. Für Celtic absolvierte er insgesamt 31 Spiele, das letzte allerdings im Dezember 2018 beim 1:1 gegen Motherwell FC.

Wieso seitdem keine weiteren Spiele?

Der Grund, warum er seit Dezember 2018 keine Spieler mehr machte, ist recht simpel: Durch die Leihe von Jeremy Toljan von Borussia Dortmund war er nur noch Rechtsverteidiger Nummer 3. Da Toljan und Lustig verletzungsfrei blieben, war kein Platz im Spieltagskader für ihn.

Im Jahr 2019 kommt er aber trotzdem mit der Nationalmannschaft Costa Ricas auf fünf Spiele. Sowohl im Testspiel gegen Peru, als auch die ersten beiden Spiele in der Gruppenphase des Gold Cups spielte er 90 Minuten durch. Im Viertelfinale gegen Mexiko wurde Gamboa in der Verlängerung für Stürmer Joel Campbell eingewechselt, im Elfmeterschießen flogen die Ticos dann raus.

Was für ein Spielertyp ist Gamboa?

Sportvorstand Sebastian Schindzielorz zufolge ist Gamboa extrem schnell, zweikampfstark und robust. In gewissen Youtube-Videos hat er den Spitznamen „The sprinter“. Außerdem kann er mit kurzen Pässen Dynamik aufbauen und auch im Lupfen von Bällen scheint er Stärken zu haben.

Gamboa selbst ist sehr neugierig auf auf den deutschen Fußball und die zweite Liga. Er wolle alles dafür tun, dem Team zu helfen, um erfolgreich zu sein und die Fans zufrieden stellen kann. Wir sagen: Willkommen beim VfL, Cristian!

Gamboa mit Sebastian Schindzielorz. Foto: VfL Bochum 1848
Matthias Rauh

Matthias Rauh

Obwohl in Bayern wohnhaft besitze ich eine Dauerkarte beim VfL und versuche, jedes Heimspiel und jedes Auswärtsspiel im Süden vom VfL mitzunehmen. Meine Begeisterung für den VfL entwickelte sich in der Saison 2006/07, endgültig besiegelt wurde sie bei dem eigentlich völlig belanglosen Spiel Karlsruher SC gegen den VfL im Jahr 2008. Während eines Fußballturniers wollten meine Mannschaftskameraden in der Bundesligakonferenz ständig die Zwischenstände von Bayern München und Nürnberg wissen, ich erntete misstrauische Blicke, als ich den Zwischenstand von Bochum wissen wollte. Abstieg, Relegation, Funkel, Neururer... ich bin immer noch dabei und freue mich immer mehr auf Spiele wie Bochum gegen Sandhausen als Bayern gegen Dortmund.

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