Hoffentlich gibt es für den VfL auch in Magdeburg Grund zum Jubeln. Foto: Fabian Budde (photomafia)

Das erste Mal… mit dem VfL

Am 15. Spieltag kommt es für den VfL Bochum zu einer Premiere, es geht nach Sachsen-Anhalt zum ersten Duell des VfL Bochum mit dem 1. FC Magdeburg. Für die meisten Fans wird der Verein ein relativ unbeschriebenes Blatt sein, was bedeutet Magdeburg im Fußball eigentlich, außer dass es der Verein ist, bei dem der Fußballgott Marcel Maltritz seine ersten Schritte im Fußball machte?

Zu damaligen DDR-Zeiten war der 1. Fussballclub Magdeburg durchaus erfolgreich. Sie spielten lediglich nur eine Saison nicht in der DDR-Oberliga und sammelten insgesamt drei Meisterschaften sowie sieben Pokalerfolge. Zudem bleibt der FC Magdeburg auf ewig in den Geschichtsbüchern, da sie die einzige Mannschaft aus der DDR waren, die einen Europapokalsieg verbuchen konnte, 1974 holten sie den Europapokal der Pokalsieger im Stadion De Kuip in Rotterdam gegen den damaligen Titelverteidiger AC Mailand. Nachdem sie in der letzten DDR-Oberliga-Saison lediglich den zehnten Platz erreichten, wurde die Qualifikation für die Bundesliga bzw. zweite Bundesliga verpasst und man musste in der drittklassigen Oberliga Nordost/Mitte antreten – bei der nächsten Ligenreform ging es dann sogar noch eine Liga tiefer.

 

Die Heimstätte des 1. FC Magdeburg. Foto: Greifen (Wikimedia Commons) 

In den nächsten Jahren „tingelte“ der Verein immer zwischen der dritten und vierten Liga. Nach dem Umzug in das neue Stadion stieg die Zuschauerzahl gleich auf mehr als das Doppelte an (verbunden mit einem Aufstieg). Sportlich lief es weiter wechselhaft und so fiel diese nach dem nächsten Abstieg auch wieder. Spätestens nach dem erstmaligen Aufstieg in die 3. Liga, zu der die Qualifikation bei Gründung noch verpasst wurde, explodierte die Zuschauerzahl aber förmlich. Auch sportlich lief es dann richtig gut, nach zwei undankbaren vierten Plätzen wurde nach langer Zeit endlich der von den Fans lang ersehnte Aufstieg geschafft und der 1. FC Magdeburg war zurück auf der größeren Bühne. Auch wenn es sportlich wahrlich noch nicht rund läuft (sieben sieglose Spiele in Folge, die letzten fünf Spiele verloren), mit der starken Fanszene und auch der hohen Stadionauslastung ist der 1. FC Magdeburg eine große Bereicherung der zweiten Liga.

Neuer Trainer ist Michael Oenning, der am 14. November Jens Härtel ersetzte, den zweimaligen Aufstiegstrainer. Oenning war von Sommer 2007 an für wenige Monate beim VfL als Trainer der U19 tätig, bevor er zum 1. FC Nürnberg wechselte, wo er zunächst Co-Trainer wurde. Ihm folgte der heutige Nationalspieler Ilkay Gündogan zum „Club“, was Oenning viele übel nahmen, aber auch wohl nicht unwesentlich mit der damaligen Situation in Bochum zu tun hatte. In Nürnberg wurde dieser dann behutsam aufgebaut und konnte seine Schule noch beenden. Generell war es ein mutiger Schritt von Magdeburg, Oenning zu holen, denn dieser hinterließ bei mehreren Stationen im deutschen Profifußball noch keinen besonders guten Eindruck. In der Bundesliga war er zuletzt 2011 tätig, bis er vom Hamburger SV entlassen wurde. Von 2016 bis zum Sommer war er dann in Ungarn bei Vasas Budapest tätig, stieg aber mit Vasas in der letzten Saison ab.

Zu den wichtigsten Spielern gehört der stets gefährliche Christian Beck, der bereits in den letzten Jahren in der dritten und vierten Liga äußerst treffsicher war und nun mit sieben Toren in 14 Spielen auch noch eine Liga höher seine Treffsicherheit beweist.

Beim VfL gab es unter der Woche die wenig erfreuliche Nachricht, dass Sebastian Maier weiterhin ausfallen wird und wohl nicht vor dem neuen Jahr Robin Dutt zur Verfügung stehen wird. Da auch sonst keine Rückkehr zu erwarten ist, wird es vermutlich auf den selben Kader hinauslaufen wie beim Heimspiel gegen den FC Erzgebirge Aue. Dennoch, es wäre schon verwunderlich, wenn auch die Startelf gleich bliebe. Chung-Yong Lee, der  aufgrund seiner Reisestrapazen beim Spiel gegen Aue zu Beginn auf der Bank  platz nehmen durfte, drängt wieder in die Startelf, Kandidaten für die Bank sind Sidney Sam, der weiterhin eher unglücklich agiert und Görkem Saglam, dem man bei seinem Startelfdebüt in dieser Saison zwar wenig vorwerfen kann, der allerdings auch nicht vollends überzeugen konnte. Ansonsten gibt es momentan nicht viel Grund zu klagen und dementsprechend auch nicht die unbedingte Veranlassung, noch mehr Wechsel in der gut eingespielten Elf vorzunehmen.

Ob Lukas oder jemand anders trifft, Siege machen glücklich. Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

Ich ertappe mich dabei, wie ich als Fazit eine Phrase nach der anderen raushauen könnte, es läuft immer nur auf eines hinaus. Jeder Fan, jeder Spieler, jeder Funktionär, alle wollen immer gewinnen, gegen den Vorletzten sollte man dies grundsätzlich auch, aber ähnliches haben wir uns auch schon sehr oft gedacht. Ich hab jedenfalls Bock nach Magdeburg zu fahren, meine Fußball-Landkarte zu erweitern und hätte noch viel mehr Bock, wenn es trotz weiterhin schwieriger Personalsituation (wobei noch genügend gute Spieler verbleiben, muss auch mal festhalten) zum ersten Mal in dieser Saison drei Siege in Folge geben würde und wir weiter oben dran bleiben können. Und ob ihn nun der Tommy oder irgendwer anders rein schießt, wäre mir auch sowas von egal.

Stefan Zils

Stefan Zils

Wenn man Fan eines im Zweifel erfolglosen Vereins ist, stellt man sich vielleicht irgendwann die Frage, wann man es hätte merken müssen. Bei mir war das sehr früh. Es war der 27.05.1990 und somit das Relegations-Rückspiel gegen Saarbrücken, mein erstes bewusstes Spiel vom VfL (allerdings im Fernsehen). Ich war 9 und somit eigentlich alt genug, um es zu merken. Gut, alle haben wir gejubelt, als uns Uwe Leifeld erlöste (den ich da grad einmal vom Namen kannte) und spätestens da packte mich dann das VfL-Fieber und das logische Denken setzte aus, Fußball wurde Emotion. Anschließend gleich am 2. Spieltag zu meinem ersten Heimspiel ins Stadion (ein 1:0 gegen den 1.FC Köln) und ab da zu vielen schönen und weniger schönen Spielen (anfangs meist) mit einem Mitspieler vom LFC Laer 06 und unseren Vätern. Im Sommer häufiger mal zu Fuß zum Tempel aus Querenburg, ohne dass ich noch weiß, wie es zurück ging. Nur gegen Schalke, Dortmund und Bayern gingen wir länger nicht hin... weil es zu voll wurde (meine Entscheidung war das natürlich nicht). Ich wurde also quasi gleich zum Anti-Rosinen-Picker erzogen und überhaupt, wo wart ihr eigentlich in Sandhausen. ;-)

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