Eine von Tom Weilandts Stärken: Die feine Schusstechnik! Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

Durchbruch im zweiten Anlauf? Tom Weilandt im Portrait

Vergangene Saison war Tom Weilandt an Holstein Kiel ausgeliehen. Unser 26-jähriger Rückkehrer hat bereits Erfahrung von über 160 Spielen in Liga zwei und drei und ist in der Offensive variabel einsetzbar. Für morgen haben wir außerdem noch eine kleine Überraschung vorbereitet.

Tom Weilandt wurde am 26. April 1992 in Rostock geboren. Sein Vater Hilmar Weilandt ist in Rostock eine Vereinsikone vom FC Hansa und war insgesamt 25 Jahre für den Verein aktiv und ist damit eine Institution an der Ostsee. Als Hilmar 2002 seine Karriere beendete, melde er den elfjährigen Tom bei der Hansa an. Daher wird Tom Weilandt als Anspielung auf seinen Vater auch des öfteren „Hille“ gerufen.

Die Anfänge beim FC Hansa Rostock

Tom Weilandt in Aktion gegen Union Berlin. Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

Im Alter von 17 Jahren konnte Weilandt mit der Rostocker A-Jugend die deutsche Meisterschaft feiern. Gegen Bayer Leverkusen gewann Hansa das Finale mit 1:0. Neben Weilandt schafften es auch Kevin Müller (jetzt 1. FC Heidenheim), Tom Trybull (Norwich City), Nils Quaschner (Arminia Bielefeld), Manfred Starke und der hochgehandelte und tief gefallenene Kevin Pannewitz (Carl-Zeiss Jena) in den Profifußball. Zu seinem Debüt für die erste Mannschaft kam Weilandt am 36. Spieltag der Saison 2010/11. Obwohl noch für die A-Jugend spielberechtigt, wurde er beim Spiel gegen den SV Wehen-Wiesbaden in der 45. Minute für Kevin Pannewitz eingewechselt, der FC Hansa gewann am Ende mit 3:1. Für die A-Jugend war Weilandt außerdem mit neun Treffern zweitbester Torschütze der Mannschaft hinter Sargis Adamyan (jetzt Jahn Regensburg).

Als vollwertiges Mitglied der Profimannschaft kam Weilandt erstmals 2011/11 in der zweiten Liga unter Peter Vollmann zum Einsatz. Anfangs wurde Weilandt als Einwechselspieler gebraucht, ehe er gegen Energie Cottbus die vollen 90 Minuten durchspielen durfte. Zu seinem ersten Profitor kam Weilandt am 29. Spieltag gegen Fortuna Düsseldorf, als er die 1:0-Führung beim 2:1-Sieg erzielte. Dennoch stieg Weilandt mit Rostock als Tabellenletzter aus der zweiten Liga ab.

Tom Weilandt nach seinem fantastischen Heber vor der Ostkurve. Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

Nach dem Abstieg verließen insgesamt 18 Spieler die Kogge und so galt Weilandt als einer der Gesichter für den Wiederaufbau in Liga 3. Anfangs noch als Einwechselspieler eingesetzt entwickelte sich Tom Weilandt zum Leistungsträger und Stammspieler. So kam zum Ende der Saison Weilandt auf 34 Einsätze, bei denen er sieben Treffer erzielte und zwei vorlegte. Sein Talent hatten auch andere Vereine erkannt und so sicherte sich Erstligaabsteiger Greuther Fürth die Dienste des Flügelspielers. Für die Rostock-Fans war der Name „Weilandt“ außerhalb von Rostock kaum vorstellbar, dennoch konnten sie seinen Schritt in die zweite Liga nachvollziehen.

Der Wechsel zur SpVgg Greuther Fürth

Unter Frank Kramer wurde Weilandt überwiegend auf dem rechten Flügel eingesetzt. Bereits beim ersten Saisonspiel gegen Arminia Bielefeld war Weilandt nach drei Minuten als Torschütze erfolgreich. Auch in den anderen Spielen glänzte Weilandt als Torschütze und Vorbereiter. So war Greuther Fürth mit Platz zwei in der Winterpause dem Wiederaufstieg ein Stückchen näher gekommen. In der Rückrunde probierte Frank Kramer statt dem üblichen 4-2-2-2 auch das 4-2-3-1 aus, wodurch Weilandt des Öfteren auf der Bank saß. Letzten Endes kehrte Kramer aber wieder zum 4-2-2-2 zurück, wodurch auch Tom wieder auf mehr Spiele für die Kleeblätter kam. Durch eine Niederlage am 32. Spieltag rutschte Fürth allerdings auf Platz 3 ab und musste in der Relegation gegen den Hamburger SV ran. Dort konnte sich Fürth nicht behaupten. Einem torlosen Unentschieden im Volkspark stand ein 1:1 im Fürther Ronhof gegenüber. Aufgrund der Auswärtstorregel hielt der HSV die Klasse und Fürth blieb zweitklassig.

Weilandt in Trainingsbekleidung von der Spvgg Greuther Fürth. Foto: Bleiersatz (Wikimedia Commons)

Auch in der Folgesaison wurde Weilandt überwiegend auf dem rechten Flügel eingesetzt, häufig wechselte Weilandt aber auch auf den linken Flügel, was für ihn kein Problem darstellte. Dennoch war der Umbruch bei Greuther Fürth größer als geplant. Statt wie der vorherigen Saison um den Aufstieg mitzuspielen, entkamen die Fürther als 15. gerade mal so dem Abstieg. In der Rückrunde war Weilandt außerdem aufgrund diverser Verletzungen öfter außer Gefecht. Dennoch gelangen Weilandt fünf Treffer und zwei Vorlagen. Bei dieser „verkorksten Saison“ doch eine sehr ordentliche Bilanz.

In der Folgesaison hatte Stefan Ruthenbeck das Sagen am Ronhof. Er führte das 4-2-3-1 wieder ein mit Weilandt auf dem rechten Flügel. Beim Franken-Derby gegen den 1. FC Nürnberg war er einer der Helden, der beim 3:2-Sieg das zwischenzeitliche 2:1 erzielte. Nach 17 Spieltagen hatte Weilandt allerdings nur zwei Tore auf dem Konto. Zu wenig fanden die Verantwortlichen und Weilandt stand kurz vor dem Transfer zu Ligakonkurrent 1860 München. Der Transfer zerschlug sich aufgrund einer Verletzung und Weilandt absolvierte in der Rückrunde kein einziges Spiel mehr. Dennoch fand Weilandt einen neuen Verein. Er wechselte zum vermutlich tollsten Verein der Welt: Unserem VfL Bochum!

Die Zeit unter Verbeek

Nach dem Abgang von Onur Bulut war Weilandt unter Verbeek auf dem rechten Flügel gesetzt. Zwar kann Weilandt auch im zentralen Mittelfeld spielen, im Verbeek-System gab Tom jedoch den klassischen Rechtsaußen. Im ersten Saisonspiel im blau-weißen Dress gegen Union Berlin erzielte Weilandt nach einem gefühlvollen Heber gleich den Siegtreffer vor der Ostkurve. Auch seine drei Vorlagen beim 5:4 gegen Nürnberg oder zwei Vorlagen beim 2:4 gegen Erzgebirge Aue dürften noch einigen Fans in Erinnerung geblieben sein. Als sich Weilandt im November dann verletzte, rückte Alexander Merkel ins rechte Mittelfeld. So spielte bis zur Winterpause lediglich Weilandt 45 Minuten bei der 1:0-Niederlage bei Arminia Bielefeld.

In der Rückrunde wurde Weilandt dann lediglich als Joker eingesetzt. Gegen Würzburg erzielte er den 1:1-Ausgleichstreffer beim wichtigen 2:1-Sieg, als er den Ball über die Linie drückte. Auch am vorletzten Spieltag erzielte Weilandt einen Treffer, dieses Mal wurde Weilandt aber als Mittelstürmer eingesetzt. Nach Vorlage von Felix Bastians traf Weilandt in Minute 79 zum 1:2-Sieg in der Fremde.

Die Zeit bei Holstein Kiel

Mit offenem Armen anne Castroper empfangen (nicht nur von seinen Mitspielern!): Rückkehrer Tom Weilandt! Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

In der darauffolgenden Saison spielte Weilandt trotz insgesamt drei Toren und sieben Vorlagen nicht mehr die große Rolle an der Castroper Straße. Nachdem er ohne Einsatz beim Auftakt gegen St. Pauli und im Anschluss beim MSV Duisburg geblieben war, wurde Weilandt für ein Jahr zu Zweitligaaufsteiger Holstein Kiel verliehen.

An der Kieler Förde war Weilandt zunächst einmal nur Einwechselspieler, da die offensive Dreierreihe mit Lewerenz, Drexler und Schindler größtenteils stand. In der Rückrunde kam Weilandt gegen Union Berlin zu seinem ersten Treffer im Kiel-Trikot, nachdem er den 1:0-Führungstreffer beim 2:2 erzielte. Beim Gastspiel an der Castroper Straße legte Weilandt nach einem Konter zudem das 1:1 durch Marvin Ducksch auf. So hatte Weilandt insgesamt 18 Einsätze mit vier Torbeteiligungen im Kieler Trikot zu verbuchen. Der Zweitligaaufsteiger scheiterte aber am VfL Wolfsburg in der Relegation. Beim Rückspiel gehörte Weilandt zur Stammbesetzung im offensiven Mittelfeld neben Alexander Mühling.

Rückkehr an die Castroper Straße

Auch wenn Holstein Kiel nach den Abgängen von Drexler, Ducksch und Abwehrchef Czichos versuchte, Weilandt weiterhin zur Bleibe an der Förde zu überreden, wollte Weilandt zum VfL zurückkehren. Er hat weiterhin einen Vertrag bis 2019 an der Castroper. Bereits in der letzten Kaderinventur haben wir Weilandts Möglichkeit im zentralen Mittelfeld gesehen, wo er durchaus eine Rolle spielen könnte. Es bleibt abzuwarten, wie unser Chef-Trainer Robin Dutt Tom einsetzen wird. Jedoch freuen wir uns, dass er wieder in Bochum ist!

Matthias Rauh

Matthias Rauh

Obwohl in Bayern wohnhaft besitze ich eine Dauerkarte beim VfL und versuche, jedes Heimspiel und jedes Auswärtsspiel im Süden vom VfL mitzunehmen. Meine Begeisterung für den VfL entwickelte sich in der Saison 2006/07, endgültig besiegelt wurde sie bei dem eigentlich völlig belanglosen Spiel Karlsruher SC gegen den VfL im Jahr 2008. Während eines Fußballturniers wollten meine Mannschaftskameraden in der Bundesligakonferenz ständig die Zwischenstände von Bayern München und Nürnberg wissen, ich erntete misstrauische Blicke, als ich den Zwischenstand von Bochum wissen wollte. Abstieg, Relegation, Funkel, Neururer... ich bin immer noch dabei und freue mich immer mehr auf Spiele wie Bochum gegen Sandhausen als Bayern gegen Dortmund.

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