Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

Inventur des Kaders (Teil 2): Wo besteht Optimierungspotential?

Als wir zuletzt die Besetzung des Kaders betrachtet und analysiert haben war mit Gertjan Verbeek noch ein anderer Chef-Trainer in Amt und Würden. Der Kader zählte 33 Spieler. Mittlerweile ist nicht nur Ismail Atalan neuer Chef-Trainer, sondern im Kader hat es ebenfalls Bewegung gegeben. Es erscheint als guter Zeitpunkt, dass wir erneut analysieren an welchen Stellschrauben kurz vor dem Ende des Transferfensters noch gedreht werden kann.

Vorab ist zu sagen, dass der derzeitige Kader durchaus über Qualität verfügt. Er ist flexibel zusammengestellt und kann einige Ausfälle abfangen. Dieses Abfangen beinhaltet jedoch häufig Positionsrochaden, wodurch die Probleme auf andere Positionen verlagert werden und eine Anpassung an Spielsituationen oder den Gegner, wie es Atalan gegen St. Pauli oder in Duisburg getan hat, kaum möglich wären. Es handelt sich um eine bekannte Problematik, mit der sich Gertjan Verbeek bereits in der vergangenen Saison konfrontiert sah. Die neuerlichen Beschwerden von Stefano Celozzi und Jan Gyamerah lassen hier ein Déjà-Vu erahnen. Die folgenden Gedankengänge orientieren sich am aktuellen 4-3-3, welches zuletzt gespielt und  von Atalan als favorisiertes System bezeichnet wurde.

Klare Hierarchie bei unseren Schnappern

Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

Manuel Riemann ist die unangefochtene Nummer 1, ihm folgt Felix Dornebusch als Nummer 2. Martin Kompalla und Florian Kraft sind derzeit als Trainingspartner im Kader.

Die kritischen Stimmen zu Riemann sind auch in dieser Saison wieder zu vernehmen. Er hat einige Probleme bei Abschlägen und Abstößen sowie ein riskantes Abfangverhalten bei langen Bällen des Gegners. Dennoch ist er unumstritten, da Riemann sowohl fußballerisch als auch von der Persönlichkeit her der Mannschaft mehr gibt. Seine Qualität auf der Linie bleibt unbestritten. Felix Dornebusch hat von Ismail Atalan sein erstes Profispiel im DFB Pokal zugesprochen bekommen und eine gute Leistung gezeigt, bei dem er an beiden Gegentoren (Elfmeter und direkter Freistoß) schuldlos blieb.

Es wäre verwunderlich, wenn Kompalla oder Kraft den Verein zu diesem Zeitpunkt noch verlassen würden. Die Möglichkeit besteht jedoch, sofern ein Verein Interesse bekundet. Bei Kraft dürfte es sich wenn dann höchstens um eine Leihe handeln, da er sich in der kommenden Saison wohl als Nummer 3 etablieren wird. Der auslaufende Vertrag von Kompalla wird voraussichtlich nicht verlängert werden.

Polyvalenz als Problematik in der Innenverteidigung

Die Besetzung der Innenverteidigung ist qualitativ gut, aber quantitativ überschaubar. Felix Bastians wurde von Ismail Atalan wieder als Kapitän eingesetzt, Hoogland erlebt seit seiner Ankunft in Bochum ein Hoch und ist aus der Mannschaft kaum wegzudenken und mit Patrick Fabian ist unser ehemaliger Kapitän und resoluter Zweikämpfer wieder genesen. Hinzu kommt mit Maxim Leitsch unser Youngstar, welcher sich derzeit über das Training anbietet und noch keinen Kaderplatz erhalten hat. Tom Baack ist noch für die A-Jugend spielberechtigt und wird dort vornehmlich seine Spiele absolvieren.

Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

Problematisch ist jedoch, dass durch die Anfälligkeit von Stefano Celozzi und Jan Gyamerah (siehe Außenbahn defensiv (rechts)) es immer wieder zu einem Umbau in der Innenverteidigung kommen kann, da Tim Hoogland einen Großteil seiner Karriere als Rechtsverteidiger gespielt und hier aushelfen kann. Hierdurch entsteht jedoch gegen tiefstehende Gegner ein Vakuum neben Felix Bastians. Patrick Fabian hat viele Stärken, der Spielaufbau gehört nur bedingt dazu. Die öffnenden langen Bälle von Hoogland auf die Außenpositionen im Spiel gegen Duisburg waren zwar auch nicht immer präzise, die Quote liegt bei ihm jedoch ungleich höher.

Aus diesem Grund wäre eine Nachverpflichtung auf der Position des rechten Innenverteidigers sinnig, um keine Baustellen auf anderen Positionen aufzubrechen. Das Profil des Innenverteidigers sollte sich mit der Spielidee Atalans und den Stärken der anderen Verteidiger decken, um das aggressive Herausrücken weiterhin zu forcieren. Gleichermaßen sollte der Innenverteidiger jedoch die Möglichkeit bieten, einen strukturierten Spielaufbau, auch mit langen Bällen, zu gewährleisten.

Neue Kraft auf der defensiven (linken) Außenbahn

Die linke Außenbahn ist defensiv qualitativ und quantitativ gut besetzt und Danilo Soares hat sich direkt als Verstärkung erwiesen. Soares belebt unsere linke Seite ebenso wie Celozzi auf rechts und kann, wie bei der Verpflichtung bereits erahnt und erwünscht, durch seine Kombinationsstärke und Offensivfreude unser Angriffsspiel beleben. Dennoch ist er ein gänzlich anderer Spielertyp als die athletischen Perthel und Bandowski, wodurch das Trainerteam links defensiv derzeit zwei Optionen hat. Ab dem kommenden Jahr gibt es dann hoffentlich mit Perthel eine weitere Option. Dennoch bleibt Soares wohl erste Wahl hinten links, da Bandowski sich derzeit auf der offensiven linken Außenbahn in den Vordergrund spielt.

Nico Rieble ist, wie Perthel, derzeit verletzt. Es wird spannend zu sehen sein, ob er sich unter Atalan an das Team herankämpfen kann oder ob im Winter oder im kommenden Sommer eine Trennung Sinn ergibt.

Altbekannte Sorgen auf der defensiven (rechten) Außenbahn

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Wie eingangs erwähnt, sind unsere beiden etatmäßigen Rechtsverteidiger derzeit angeschlagen. Celozzi ist normalerweise uneingeschränkter Stammspieler. In weiten Teilen der Vorbereitung und am ersten Spieltag sind jedoch sowohl Celozzi als auch Gyamerah aufgelaufen. Im abgewandelten 3-5-2 spielte Celozzi entweder als Flügelläufer auf der rechten Seite oder neben Anthony Losilla im Zentrum. Gyamerah wurde als Halbverteidiger eingesetzt. Spannend wird zu sehen sein, ob Atalan Gyamerah als Innenverteidiger oder als Option für den rechten Außenverteidiger sieht. Letzteres konnte er nach dem Umstellung gegen St. Pauli bereits andeuten. Zwar ließ Atalan auch Selim Gündüz als Rechtsverteidiger spielen, allerdings ließen seine ersten Spiele auf der Position im 3-5-2 erahnen, dass er sich im Defensivverhalten doch arg steigern müsste, um Celozzi zu ersetzen. Seine Stärken liegen eher in der offensiveren Position des Rechtsaußen, wodurch einem die immer wiederkehrenden Beschwerden bei Celozzi und Gyamerah Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Wenn Tim Hoogland wie im Pokal als Rechtsverteidiger agiert, bringt er zwar ähnliche Qualitäten in Sachen Flexibilität und Spielaufbau mit wie Celozzi, man beraubt sich allerdings seiner Stärken aus der Zentrale heraus und wird berechenbarer.

Demnach könnte auch auf der rechten Abwehrseite eine Verpflichtung Sinn ergeben, wobei der angedachte Neuzugang sowohl in Drucksituationen ein sicheres Passspiel vorweisen als auch den Spielaufbau mit über rechts tragen sollte. Weiterhin benötigt er Stärken sowohl im Offensiv- wie Defensivspiel und sollte keine Probleme haben hinter den fitten Celozzi und Gyamerah auf Chancen zu lauern oder variabel auf anderen Positionen eingesetzt zu werden, um Spielpraxis zu bekommen.

Viele Variationsmöglichkeiten im zentralen Mittelfeld

Wie bereits in vergangenen Analyse vermutet, haben uns mit Russell Canouse und Marco Stiepermann zwei Spieler verlassen, welche sowohl unter Verbeek als auch unter Atalan keine Zukunft zu haben schienen. Canouse zog es zurück in die Hauptstadt zu D.C. United in seiner Heimat, den USA. Stiepermann hingegen spielt ab sofort unter dem ehemaligen Trainer der U23 von Borussia Dortmund, Daniel Farke, in der zweiten englischen Liga bei Norwich City.

Als Neuzugang kann Vitaly Janelt betrachtet werden, welcher lange ausfiel und seit einiger Zeit wieder mit der Mannschaft trainiert. Das Standing von Alexander Merkel hat sich bestätigt, wodurch er vor Stiepermann und Canouse in der Gunst vom Trainerteam stand. Er stellt eine Alternative auf der Acht dar. Klar gesetzt ist und bleibt Anthony Losilla als Sechser. Neben ihm agieren wahlweise ein Achter, zwei Achter oder ein Achter und ein Zehner. Diese Positionen können von Eisfeld, Saglam, Stöger, Janelt und Merkel eingenommen werden. Nehmen wir noch Hoogland und gar Celozzi als Alternativen hinzu, können die Abgänge von Canouse und Stiepermann im Kollektiv kompensiert werden. Julian Tomas wird zwar als Profi geführt, wird aber, ähnlich wie Tom Baack, seine Spiele vornehmlich in der A-Jugend absolvieren.

Im ersten Ligaspiel griff Görkem Saglam verspätet als Bankspieler ins Spielgeschehen ein, in Duisburg blieb er ohne Einsatz und im Pokalspiel begann er als einer von zwei Achtern. Gegen Nöttingen konnte er direkt mit einem Tor und einer Vorlage auf sich aufmerksam machen. Damit erhöht Saglam den Druck auf Eisfeld und konnte Pluspunkte gegenüber dem zu Beginn überraschend gesetzten Merkel sammeln.

Verschiedene Spielertypen für die linke Außenbahn

Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

Im Pokal war Kevin Stöger für gute 32 Minuten an der Seite von Görkem Saglam im Zentrum aktiv und bildete eine offensiv ausgerichtetes Tandem vor Losilla. Gegen einige Gegner, die sich auf das Verteidigen besinnen, könnte dies durchaus ein gutes Stilmittel sein, wobei hier natürlich beide mit Thomas Eisfeld einen harten Konkurrenten haben. Auf der Position des linken Flügels im 4-2-3-1 war Kevin Stöger im vergangenen Jahr bis zu seinem Kreuzbandriss gesetzt, seither gibt es diese Position, aufgrund einer Abwandlung des Systems, nicht mehr. Verbeek und Atalan haben in den bisherigen Systemen Stöger bereits auf diversen Positionen eingesetzt, es bleibt abzuwarten wo sich Stöger schlussendlich festspielen wird, oder ob er, ähnlich wie Saglam, von Atalan als Allzweckwaffe eingesetzt wird.

Ein Ausrufezeichen konnte in den letzten beiden Spielen Jannik Bandowski setzen, in denen er jeweils traf. Als athletischer Flügelspieler im 4-3-3 leistet Bandowski derzeit genau das, was man sich von seiner Verpflichtung versprochen hat. Weiterhin hat er in den Testspielen unter Verbeek gezeigt, dass er eine Alternative für linke Abwehrseite darstellt. Im kommenden Auswärtsspiel gegen Bielefeld ist ein Startelfeinsatz nicht unwahrscheinlich. Vangelis Pavlidis hingegen ist derzeit aufgrund seiner Rückenverletzung komplett vom Radar verschwunden. Er wird es in der qualitativ und quantitativ gut besetzten Offensive schwer haben. Eine Ausleihe wäre sicherlich ein sinnvoller Schritt für ihn, um Spielpraxis im Seniorenfußball zu sammeln und im kommenden Sommer neu anzugreifen.

Unsere Dribbler auf der rechten Außenbahn

Auf der rechten Außenbahn zeichnete sich, ebenso wie bei Canouse und Stiepermann, ein Wechsel ab, welcher dann in der vergangenen Woche auch vollzogen wurde. Tom Weilandt spielt ab sofort für die Störche in Kiel und wird bald gegen uns auflaufen. Damit gab der VfL einen weiteren Spieler ab, der sowohl bei Verbeek als auch bei Atalan wenig Berücksichtigung fand. Der Ersatz wurde mit Robbie Kruse bereits begrüßt und dieser bringt als Dribbler und offensiver Irrwisch andere Attribute ein, als es Weilandt tat. In den angedachten Spielsystemen kann Kruse diverse Positionen spielen und passt somit wunderbar in den Kader. Mit Selim Gündüz wartet ein Energizer auf seine Einsätze, welcher durch seinen Mut und seine Leidenschaft ein Spiel als Einwechselspieler beleben kann. Sein Problem bleibt weiterhin, dass seine Leistungen von Beginn an Gründe zum Zweifeln geben, da er hier meist überdreht wirkt und durch Unkonzentriertheiten gefährliche Situationen beschwört und Abspiele verpasst.

Hinterseer als Platzhirsch

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Im Sturmzentrum  hat sich Lukas Hinterseer als Platzhirsch heraus kristallisiert und konnte mit einer guten Leistung in Duisburg und seinen drei Toren im Pokal seine gute Form aus der Vorbereitung bestätigen. Diamantakos kam ebenfalls mit guter Form aus der Vorbereitung, scheint derzeit aber an Rückenproblemen zu laborieren und blieb zuletzt jeweils ohne Einsatz im Kader, vermutlich reine Vorsichtsmaßnahmen. Die Chancen die sich dadurch boten, konnte Peniel Mlapa nicht nutzen. Er zeigte weiterhin den gewohnten Einsatz, allerdings gelingen ihm weiterhin nicht alle Ideen. Man möchte ihm ein Tor wünschen, damit die augenscheinliche Last von seinen Schultern weicht und Mlapa aufatmen kann. Johannes Wurtz war zuletzt ähnlich unglücklich und wurde folgerichtig in Duisburg ausgewechselt. Ulrich Bapoh kann weiterhin in der A-Jugend spielen und wird dort als Kapitän gebraucht.

Insgesamt sind unsere Angreifer auf einem guten Weg bis bemüht. Der Knoten muss bei einigen noch platzen, dann darf man wohl davon ausgehen, dass wir uns Offensiv keine Gedanken machen müssen. Hinzu kommt die angesprochene Variabilität und die Tatsache, dass alle Kreativspieler fit sind, wodurch das Kreieren von Chancen wohl weniger ein Problem sein wird als in großen Teilen der vergangenen Saison, als Eisfeld und Stöger zeitgleich ausfielen.

Der Status Quo im Kader des VfL Bochum

Die beiden Grafiken sollen verdeutlichen, welcher Spieler derzeit in welchem System wo den Vorzug erhält. Demnach kann man erkennen, dass im 4-3-3 durchaus auf der rechten Außenbahn und im zentralen Mittelfeld Alternativen zu begrüßen wären. Im 3-5-2 hingegen wäre eine weitere Alternative auf der rechten Seite und/oder in der Dreierkette wünschenswert.

Grundformation im 4-3-3
Grundformation im 3-5-2

 

Welche Neuzugänge könnten Sinn ergeben?

Wie oben genannt, könnte in der Innenverteidigung ein neuer Mann Ausfälle abfangen und die Variabilität erhöhen. Hierfür könnten in den letzten Tagen der Transferperiode einige Kandidaten in das Blickfeld geraten, welche in ihren aktuellen Teams keine Perspektive haben oder durch eine Leihe Spielpraxis sammeln sollen. Ein Kandidat für das beschriebene Profil wäre beispielsweise Marvin Friedrich vom FC Augsburg, welcher in der Schalker Jugend heranwuchs und auch schon im Profikader mit dabei war. Sein Spielaufbau, die Mobilität und das Kopfballspiel sind seine Stärken, ebenso wie die Verantwortung, welche er in der A-Jugend auf Schalke trug. Bei Augsburg kam er nicht zum Zug und soll anderweitig Spielpraxis sammeln, die Spvgg Greuther Fürth wird lose als Abnehmer vermutet, warum nicht wir? Friedrich hat das Talent sich durchzusetzen und an der Seite von Felix Bastians zu spielen.

Vermutlich macht es jedoch mehr Sinn sich auf die vorhandenen Verteidiger zu verlassen und dazu mit Losilla oder Janelt im Notfall zu planen und statt dessen einen Mann für die rechte Abwehrseite zu verpflichten, um die immer wieder auftretenden Beschwerden von Celozzi und Gyamerah aufzufangen. Luke Hemmerich ist in diesem Sommer aus der Schalker A-Jugend zu den Profis gekommen und sollte die Vorbereitung mitmachen, wobei ein Interesse von St. Pauli vermutet wurde. Hemmerich ist flexibel einsetzbar, kann sowohl im zentralen Mittefeld agieren, als auch auf der rechten Außenbahn, defensiv wie offensiv. Ein passsicherer und willensstarker Spieler, der gute Standards schießt und mit Schalke nur knapp im Halbfinale der deutschen Meisterschaft gegen die U19 des FC Bayern scheiterte, dabei jedoch ein Tor erzielte.

Möchte man hingegen einen weitern zentralen Mittelfeldspieler hinzu nehmen, welcher im Nebenprofil als Rechtsverteidiger auflaufen kann, dann könnte Thomas Pledl vom FC Ingolstadt eine Alternative sein. Als passsicherer Verbindungsspieler kann er Räume öffnen und würde als Achter seine Stärken einbringen. Mit reichlich Erfahrung, trotz seiner erst 23 Jahre, einer ausgezeichneten Technik und unzufrieden mit seiner derzeitigen Situation bei Ingolstadt, wird ein Wechsel innerhalb der Liga wahrscheinlich. Pledl könnte uns neben Saglam, Eisfeld, Merkel und Stöger eine weitere (kreative) Option im Mittelfeld geben und im Notfall Celozzi als kreativen Rechtsverteidiger ersetzen.

Zu guter Letzt hält sich das Gerücht um unseren Trainingsgast Sidney Sam, welcher uns Offensiv auf jeder Position helfen kann und ebenso wie Kruse mit viel Tempo und Ball am Fuß für Gefahr sorgen kann. Zudem hat Sam das Auge für die Schnittstelle und könnte unsere Stürmer wunderbar einsetzen, ähnlich wie es gegen Duisburg immer wieder mit Läufen in die Tiefe von Hinterseer und Wurtz versucht wurde. Eine sinnvolle Ergänzung unserer Offensive würde Sam definitiv darstellen, zumal Saglam nach den neuerlichen Abgängen vermutlich vermehrt im Zentrum spielen wird, ebenso wie Stöger.

Christian Hochstätter und das Trainerteam werden zum Feinschliff ansetzen

Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

Alles in allem ist davon auszugehen, dass wir noch (Last-Minute) Neuzugänge begrüßen dürfen. Bereits in den vergangenen Jahren schlug Christian Hochstätter gerne kurz vor Ende der Transferperiode zu, um Qualität im Kader zu ergänzen und den Konkurrenzkampf anzufachen. Aufgrund des Beginns der ersten Bundesliga und der bereits absolvierten Spiele in der zweiten und dritten Liga, sind einige Personalentscheidungen bei den Teams gefallen und man versucht vielerorts den Kader bis zum Transferschluss zu optimieren. Hierbei können einige erfahrene Spieler, aber auch junge Spieler, am Ende für Wechsel in Frage kommen, die zu Beginn des Sommers (noch) nicht zu bekommen waren. Mit Sicherheit wird Hochstätter in Zusammenarbeit mit der Scoutingabteilung und dem Trainerteam sich ständig nach möglichen Neuzugängen umhören und mit Sidney Sam könnte der nächste Bochumer bereits auf dem Trainingsplatz gestanden haben. Im heute erschienenen Interview spricht Hochstätter vielsagend davon, dass man die Augen offen hält. Eine oft getätigte Aussage, wenn ein Verein den Transfermarkt sondiert.

Es wurde Platz im Kader geschaffen und dieser könnte durch zwei Neuzugänge sinnvoll gefüllt werden. Rechnen wir Bapoh, Baack und Tomas nicht hinzu, kommen wir derzeit auf 27 Spielern, inklusive der vier Torhüter. Bei den 23 Feldspielern fallen Pavlidis und Rieble ab, welche wohl Schwierigkeiten haben werden, in den Kader zu kommen. Einen Offensivallrounder wie Sam und ein Mann für die rechte Abwehrseite oder das zentrale Mittelfeld wären sinnvoll und sollten verpflichtet werden, um den gesetzten Zielen gerecht zu werden und Atalan weiterhin genug Optionen an die Hand zu geben um dieses Unterfangen umzusetzen.

Die letzten Tage der Transferperiode dürften demnach spannend bleiben, um alle Rahmenbedingungen zu schaffen, um den ausgerufenen Kampf um den Aufstieg annehmen zu können.

Sebastian Hettmann

Sebastian Hettmann

Als ich zum ersten Mal bewusst im Ruhrstadion war, spielte der VfL Bochum in der Saison 2002/2003 gegen den Hamburger Sport Verein und ein direkt verwandelter Eckstoß sowie einige Anekdoten von meinem Großvater lassen mich seither den Rothosen die Daumen drücken. Ich kam allerdings nie wieder vom Ruhrstadion los und bin seitdem regelmäßig ins Ruhrstadion gegangen. Seit der Saison 2006/2007 fiebere ich als Dauerkarteninhaber im Block N2 bei Spielen unseres VfL mit.

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