Danilo Teodoro Soares ist der gesuchte Linksverteidiger

Der VfL Bochum ist vermutlich fündig geworden und darf mit Danilo Soares einen neuen Linksverteidiger begrüßen. Wie die Reviersport am Sonntagabend vermeldete, weilt Soares in Bochum und hat sich bereits der medizinischen Untersuchung unterzogen. Demnach könnte am heutigen Montag die offizielle Bestätigung folgen. Erneut konnte Christian Hochstätter einen Transfer vollziehen, welcher so nicht vorherzusehen war und der erst in den Endzügen bekannt wird.

Doch wer ist Danilo Soares und wie kann er unserer Mannschaft helfen?

Danilo Soares wurde am 29.10.1991 in Belo Horizonte geboren und ist brasilianischer Staatsbürger. Lange Zeit leidete Soares an einer hartnäckigen Zehenverletzung, von welcher er sich allerdings bereits Ende November des letzten Jahres wieder fit meldete.  Im Anschluss spielte Soares die Rückrunde für die zweite Mannschaft der TSG Hoffenheim.

Interessanter zu betrachten ist seine Station zuvor: Beim FC Ingolstadt konnte Soares, zusammen mit Lukas Hinterseer, den Aufstieg feiern und war bei den Schanzern Stammkraft in seinen beiden Spielzeiten in der zweiten Liga. Nach dem Aufstieg, und vor dem Engagement in Hoffenheim, stoppte ihn jedoch schon die oben erwähnte Zehenverletzung und er konnte nur ein Spiel bestreiten.

Aufgrund dieser Verletzungshistorie ist es dem VfL nun möglich geworden, den vereinslosen Soares nach Bochum zu holen. Auch bei uns wird er die linke Abwehrseite bespielen.

Doch warum ist es nötig einen weiteren Linksverteidiger zu holen?

Mit Nico Rieble und Timo Perthel fehlen unsere beiden Linksverteidiger der vergangenen Saison verletzungsbedingt. Während Rieble Perthel vertrat merkte man jedoch, dass er in seinem Offensivdrang arg zurückhaltend agierte und das Spiel über links statischer wurde. So wäre es nicht verwunderlich, wenn Rieble sich im Winter einen anderen Verein anschließen würde, sofern sich keiner unserer jetzigen Linksverteidiger verletzt. Bei Timo Perthel erwartet man einen längeren Regenerationsprozess, so dass mit ihm wohl frühestens Anfang des Jahres 2018 gerechnet werden darf. Insofern unterstützt die Verpflichtung von Soares das Bestreben die Mannschaft nachhaltig zu verstärken und Jannik Bandowski erhält Konkurrenz auf der Position des linken Außenverteidigers.

Welche Attribute benötigt die Spielidee von Gertjan Verbeek?

Bisher startete mit Timo Perthel ein kraftvoller Linksverteidiger, welcher die gesamte Außenlinie bespielt und mit seinen Vorstößen immer wieder Raum schafft für die offensive Dreierreihe im Mittelfeld. Gleichzeitig wird der Linksverteidiger stets von Felix Bastians abgesichert, welcher die linke Seite bekanntlich ebenso kennt und als Innenverteidiger eher wie ein Libero und absolut flexibel agiert. Als diese Attribute von Perthel im vergangenen Jahr fehlten, wurde das Spiel berechenbarer und erst der Wechsel zum 3-5-2 brachte neue Möglichkeiten. So sind die Außenverteidiger, gerade auch Celozzi, enorm wichtig für die Spielidee von Verbeek, das Spiel durch Passstafetten geordnet nach vorne zu tragen statt lange Bälle zu spielen. Von dieser Idee musste Verbeek jedoch im vergangenen Jahr (zeitweise) Abstand nehmen, da ihm die passenden Spielertypen verletzungsbedingt nicht zur Verfügung standen.

Eine der möglichen Varianten für den Saisonstart

Welche Attribute bringt Danilo Soares mit?

Danilo Soares ist mit seiner Fähigkeit offensiv die Außenlinie zu bespielen sicherlich mit Perthel zu vergleichen, bringt jedoch spielerisch einige Elemente mehr mit und taktisch neue Möglichkeiten. Ähnlich zum Spiel von Ingolstadt steht Felix Bastians recht breit und bietet Soares damit die Möglichkeit offensiver zu agieren. Hierbei kann dieser entweder einrücken oder die Außenbahn halten und somit für den eher in die Mitte tendierenden Stöger Räume bieten. Weiterhin wird Soares oftmals im Spielaufbau gesucht werden, wenn unser Gegner versucht den Spielaufbau durch Pressing zu unterbinden. In der vergangenen Saison wurde uns die Möglichkeit beraubt uns hinten heraus spielerisch aus diesen Situationen zu befreien und wir mussten oftmals auf, die von Verbeek ungeliebten, langen Bälle zurückgreifen. Mit Celozzi und Soares auf den Außenbahnen hat Riemann nun wieder zwei ballsichere Anspielstationen.

Unsere Spieler können also viel flexibler agieren, wodurch die gegnerischen Abwehrverbände wieder vor mehr Probleme gestellt werden und sich nur schwer auf unser Spiel einstellen können. Soares ist mit seinen Dribblings zwar ein anderer Spielertyp als der kraftvolle Perthel, allerdings hat Gertjan Verbeek mit Jannik Bandowski einen ähnlichen Perthel-ähnlichen Spielertyp im Kader und kann so personell auf den Gegner reagieren.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass wir die Asymmetrie, welche wir aus der vorletzten Saison kennen, bei der Perthel sehr offensiv agierte und Celozzi mit Fabian und Bastians im Spielaufbau eine Dreierkette bildete, wieder öfter sehen werden. Gleichzeitig wird Soares die Ballzirkulation im Offensivspiel fördern und mit unseren Offensivspielern bestens harmonieren.

Wie geht es nun weiter?

Sollten die Informationen der Reviersport stimmen, so wird heute vermutlich der Vertrag unterschrieben werden und Soares könnte, trotz Jetlag, bereits am Training heute Nachmittag, um 15 Uhr, teilnehmen.

Sebastian Hettmann

Sebastian Hettmann

Als ich zum ersten Mal bewusst im Ruhrstadion war, spielte der VfL Bochum in der Saison 2002/2003 gegen den Hamburger Sport Verein und ein direkt verwandelter Eckstoß sowie einige Anekdoten von meinem Großvater lassen mich seither den Rothosen die Daumen drücken. Ich kam allerdings nie wieder vom Ruhrstadion los und bin seitdem regelmäßig ins Ruhrstadion gegangen. Seit der Saison 2006/2007 fiebere ich als Dauerkarteninhaber im Block N2 bei Spielen unseres VfL mit.

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