Ohne Hoffi wären wir gar nicht hier…

Fußballgott “Hofmann” rettet uns die Partie

Unser VfL traf nach dem erschreckend harmlosen Auftritt bei Dynamo Dresden auf die SpVgg Greuther Fürth – zum Glück zu Hause. Die Ergebnisse auf den anderen Plätzen in den Tagen zuvor schufen eine gewissen Drucksituation, in der man quasi Punkten musste, um Unruhe im Umfeld zu vermeiden. Ein Nachdreher.

Im Vergleich zur Vorwoche stellte sich die Elf von Trainer Uwe Rösler diesmal fast von selbst auf. Der zuletzt schmerzlich vermisste Philipp Hofmann kehrte wie erwartet in die Startelf zurück und Callum Marshall rutschte wieder auf die Bank, für Mats Pannewig startete diesmal Cajetan Lenz an der Seite von Matus Bero, so dass Rösler mit Lenz auf die defensivere Variante setzt und für Leandro Morgalla kehrte Maxi Wittek in die Startelf zurück, der in Dresden kurzfristig passen musste und sich stattdessen mit der Dresdner Keramik intensiv auseinandersetzte. Außerdem kam Noah Loosli, diesmal mit fescher neuer Frisur, aber mit Schiene am gebrochenen Finger, für Erhan Masovic zurück.

Traumstart beruhigt die Gemüter

Der Start für unsere Elf hätte dabei nicht furioser laufen können. Wie schon beim Heimspiel gegen Schalke legten wir los wie die Feuerwehr und trafen bereits nach der ersten Minute. Wittek legte wie so oft in dieser Spielzeit für Hoffi auf, der dort stand, wo ein Torjäger zu stehen hat, profitierte aber auch davon, dass Ziereis wegrutschte und Hoffi nur noch Prüfrock zu überwinden hatte.

Das Spiel plätscherte danach etwas vor sich hin, wobei wir den Gegner wie so oft in dieser Spielzeit zu Torchancen einluden. So hatten wir in Halbzeit 1 zweimal Glück, da Noel Futkeus Kopfball an die Latte ging und Branimir Hrgota den Ball knapp am rechten Pfosten vorbeisetzte, während für uns Miyoshi die große Chance hatte, auf 2:0 zu erhöhen.

Schon in Halbzeit 1 merkte man, wie das Stadion wie ein Fels in der Brandung hinter der Elf stand und die Truppe nach vorne pushte, das Ruhrstadion war also heute wieder die Festung, die die Mannschaft braucht.

Am Ende wieder typisch VfL…

In Halbzeit 2 wirkte der VfL weiterhin sehr viel griffiger, sehr viel galliger, ließ sich von Fürth den Schneid nicht abkaufen und – ja, es war wieder die Kombi aus Wittek und Hofmann, die alle Bochumer laut jubeln ließen. Nach einer Ecke erhöhte Hoffi auf 2:0.

Aber wir alle kennen ja unseren VfL. Dieser machte es in der Schlussphase nochmal richtig spannend und gegen Klaus rettete uns zuerst Horn und dann der Pfosten, bevor Futkeu doch noch sein Trefferkonto erhöhen konnte. Damit waren völlig unnötig die letzten hektischen Minuten eingeleitet und da auch Marshall das erlösende 3:1 knapp verpasste, blieb es zum Abpfiff nervenaufreibend. Typisch VfL halt!

Was bleibt daher festzuhalten?

Ohne Hoffi wären wir tatsächlich nicht hier – denn Hofmann ist mit seiner Präsenz einfach unersetzlich in der Truppe. Das ist zum einen schön, zum anderen zeigt es aber auch mal wieder auf, wie erschreckend unausgeglichen dieser Kader zusammengestellt wurde.

Wäre Hofmann mal für längere Zeit ausgefallen, stelle ich die nicht sonderlich gewagte These auf, dass wir nächste Saison möglicherweise zweimal nach Köln hätten fahren müssen – zur Fortuna und zu Viktoria.

Die Saison ist zum Glück bald vorbei und wir können nur hoffen, dass Röslers Ideen bei der Kaderzusammenstellung die richtigen sind. Denn auch heute müssen wir uns neben dem Faktum, dass Hoffi unersetzlich ist, nichts vormachen, dass jeder im Stadion viel zu oft Blutdruck bekam, wenn Strompf und Loosli am Ball waren und mitunter fast gefährliches verzapften.

Matthias Rauh: Der Sieg gegen Fürth bringt uns dem Klassenerhalt wieder einen riesigen Schritt näher, aber ein paar Sorgenfalten bleiben. Die Rückkehr von Hofmann hat mir heute gezeigt: Er ist war zwar die Lebensversicherung, aber seine Tore zeigen, wie abhängig wir von seiner physischen Präsenz sind. Abseits der Standards von Wittek kam aus dem Spiel heraus erneut viel zu wenig Kreativität. Dass wir am Ende gegen harmlose Fürther noch einmal so zittern mussten, weil wir vorne den Deckel nicht draufmachen und hinten die Zuordnung verlieren, zeigt einfach, dass wir in der momentanen Verfassung nicht stabil genug sind, um solche Spiele locker nach Hause zu bringen.

Nächste Woche geht es auf die die Alm – und da sehe ich die größte Herausforderung. In Bielefeld sahen wir zuletzt nie gut aus, die Arminia wird uns sicher nicht so viele Geschenke machen wie die Fürther Defensive heute. Die sechs Punkte Vorsprung sind ein komfortables Polster, aber wir dürfen uns auf keinen Fall darauf verlassen, dass die Konkurrenz weiterhin für uns spielt. Das ist im Abstiegskampf eine fatale Einstellung. Wir müssen den Klassenerhalt in Bielefeld jetzt aus eigener Kraft klarmachen, um ein nervenaufreibendes Finale am 34. Spieltag zu verhindern.

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Autor: Thorsten Amberge

Eine Dauerkarte beim VfL habe ich mit einjähriger Pause im Zivijahr 1998/99 ab der nächsten Saison im 20. Jahr, so dass ich verwundert feststellen muss, dass ich nunmehr doch zum alten Eisen langsam gehöre. Der VfL und ich haben aber lange gebraucht, um warmzuwerden. Erstmalig im Stadion bei Schwarz-Weiß Essen Mitte der 1980er Jahre, bin ich der typische Bochum-Fan, der über die Fanfreundschaft zum FC Bayern zum VfL kam – und gewissermaßen ein Erfolgsfan bin. Denn ich bin maßgeblich über die 1996/97er-Truppe dem VfL verfallen und habe mich seitdem diesem Verein total verschrieben. Ohne den VfL kann ich nicht – so einfach ist das.

Im Internet treibe ich seit nunmehr über 15 Jahren mein Unwesen und habe neben meiner nicht minder zeitintensiven Aktivität bei transfermarkt.de zuerst bei vfl-fanforum.de und dessen Nachfolger unservfl.de als Mitinhaber der Seite mit mehreren Akteuren des VfL sehr spannende Interviews und Gespräche führen dürfen. Meine zeitintensiven Vorberichte dürften sicherlich bekannt sein, einige meiner Interviews mit aktiven Spielern, aber auch mit Vorständen möglicherweise auch.

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