Einfach ein scheiß Montag!

Das nächste Heimspiel des VfL Bochum unter dem ikonischen Flutlicht. Erneut ein Gegner, der als Favorit gilt und am Ende der Saison aufsteigen will. Der VfB Stuttgart ist zu Gast. Die Atmosphäre hätte also nicht besser sein können.

Als die Ultras Bochum beim Einlaufen der beiden Teams jedoch ein Banner mit der Aufschrift „Montag war, ist und bleibt scheiße“ präsentieren, wussten sie noch nicht, wie Recht sie haben würden.

1. Halbzeit – Es wackelt, doch es fällt nicht

Der VfL nimmt vor der Partie gegen die Schwaben zwei Veränderungen an seiner Startaufstellung gegenüber dem Auswärtserfolg in Wiesbaden vor. Vitaly Janelt wird von Robert Tesche ersetzt und Robert Zulj muss für Danny Blum Platz machen.

Das Spiel beginnt wie erwartet. Die Bochumer stehen tief, attackieren die Gäste erst ab der Mittellinie und der VfB muss den dominanten Part übernehmen. Dabei hat er auch Erfolg, denn wirklich sicher steht der VfL nicht. Gerade das Herauskippen von Daniel Didavi in den Freiraum am linken Flügel verschafft dem Spielmacher Platz, den er zu nutzen weiß. Die Stuttgarter kommen die gesamte erste Hälfte über zu guten Chancen. Hierbei bespielen sie grundsätzlich die Schnittstellen zwischen den Außenverteidigern und den Innenverteidigern in der Bochumer Abwehr. Hinzu kommt ein starkes Pressing, sowie Gegenpressing in bereits hohen Zonen, welches den Blau-Weißen zu Schaffen macht. Einige Male wurden sie so zu Fehlern gezwungen, die ebenfalls zu gefährlichen Aktionen der Stuttgarter führten. Am Ende bewahren mehrere individuelle Rettungstaten den VfL vor einem Rückstand.

Rückte wieder in die erste Elf – Danny Blum Foto: David Matthäus Photografie

Das soll jedoch nicht heißen, dass der VfL haushoch unterlegen war. Im Gegenteil. Während die Bochumer sich eigentlich auf die Defensive konzentrierten bestachen sie dennoch mit ihren Kontern.  Durch einen klaren Ballvortrag, oder Silvere Ganvoula als bekannter Zielspieler für Tiefenbälle, versuchten die Hausherren mit Blum und Simon Zoller die Halbräume zu bespielen. Das klappte sehr ansehnlich bis zum letzten Drittel, wo die Verbindungen zueinander zu schlecht wurden. Die großen Abstände zum Ballführenden sorgten oftmals zu dessen Isolation.

Zum Ende der Halbzeit hin stellte sich noch ein Erfolgsrezept gegen das Stuttgarter Pressing heraus. Sobald der VfL im Aufbau die Mannschaft mit dem Brustring auf eine Seite lockte, birgte das zwar hier und da seine Gefahren, konnte jedoch im Umkehrschluss durch eine Verlagerung auf den fernen Außenverteidiger auch für eigene gute Angriffe genutzt werden.

2. Halbzeit – Ein offener Schlagabtausch

Am Personal sollte sich in Halbzeit Zwei nichts verändern, doch das Spiel war nun ein völlig anderes. Die Stuttgarter attackierten den VfL nicht mehr so hoch wie noch im vorherigen Durchgang und der VfL nutze den geschenkten Platz für ein sauberes Aufbauspiel. Gleichzeitig verteidigte der VfL nun höher, was ersichtlich mehr Erfolg als die ursprünglich ausgemachte Herangehensweise versprach. Die Räume nach erfolgreichem Überspielen lud natürlich die schnellen Stuttgarter Angreifer ein.

So entwickelte sich die Partie zu einem offenen Schlagabtausch, da sich bei beiden Mannschaften zu große Abstände zwischen den Linien auftaten und der Platz mit raumgreifenden Aktionen überspielt wurde. In solchen Situationen sah der VfL Bochum in der Hinrunde meist schlecht aus. In der Rückrunde besitzt er allerdings Maxim Leitsch – den Ein-Mann-Staubsauger. Die Athletik des jungen Innenverteidiger ermöglicht ihm Schnittstellenpässe abzulaufen, die zuvor passiv verteidigt werden mussten und so zu den oftmals ungünstigen Dynamiken für eine Verteidigungstat führten.

Die Hoffung in der Innenverteidigung, sofern er fit bleibt: Maxim Leitsch! Foto: Tim Kramer (VfL Bochum)

Am Ende wird die Partie durch einen individuellen Ausrutscher von Saulo Decarli entschieden, der dem Stuttgarter Offensivspieler den Ball in den Fuß spielt. Das nahm den Verteidiger so sehr mit, dass er nach dem Spiel in Tränen ausbrach. Es ist den Spielern des VfL nicht egal und das ist eine positive Nachricht, die man in die kommenden Wochen als Fan mitnehmen kann. Es war halt einfach ein scheiß Montag.

Das war das Rückspiel gegen den VfB Stuttgart. Am kommenden Wochenende erwartet Dynamo Dresden den VfL Bochum. Das sind die Punkte, die geholt werden müssen. Glück auf!

Janik Aschenbrenner

Janik Aschenbrenner

In meinem Freundeskreis dreht sich alles um die Blau-Weißen, für die ich in meiner Jugend selbst die Schuhe schnüren durfte - so kommt es, dass der VfL auch mich nicht los lässt. Durch meine Affinität zur Spielanalyse und Trainingslehre bin ich ansonsten bei Konzeptfußball zu finden. Fußball ist für mich eine Kunstform, die ich mitgestalten möchte. Twitter: @Janik_Asc / janik.aschenbrenner@einsachtvieracht.de

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