Foto: Tim Kramer (VfL Bochum)

Sturm und Drang am Anfang – danach „back to the roots“

Und wieder hieß es vorgestern – an jedem verdammten Spieltag…

Mit einem weiteren Spiel mit mindestens einem Gegentor – wobei wir diese Saison bislang noch nie eine weiße Weste hatten – und am Ende mal wieder einem Remis endete das Spiel vorgestern gegen den VfL Osnabrück ziemlich enttäuschend.

Aber wie kam es dazu? Eigentlich glaubte man ja, bei unserem VfL zeigt die Formkurve leicht nach oben. Das 3:1 gegen Nürnberg war ein Achtungserfolg mit einer sehr starken ersten Halbzeit, in Hamburg war ein 1:1 beim FC St. Pauli sicherlich auch ein gutes Resultat – aber vorgestern passierte es wieder. Wir fielen in alte Muster zurück. Dabei begann das Spiel so vielversprechend. Bereits in Minute 2 konnte Lee den Gegner durch ein frühes Anlaufen ins dicht besetzte Zentrum lenken. Der unsaubere Rückpass konnte von Blum abgefangen werden, der den Angriff initiierte und so seinen Führungstreffer selbst mit einleitete und den Ball aus halblinker Position zum 1:0 im Osnabrücker Tor unterbrachte.

Foto: Einsachtvieracht

Das Tor war die Krönung des gelungenen Pressings in den ersten Minuten. Der VfL lief im 4-3-3 die drei Aufbauspieler Osnabrücks an. Dabei waren Lee, Ganvoula und einer der beiden Außenspieler in vorderster Front. Durch die flexiblen Rollen von Blum und Zoller konnte der VfL sich an die Positionierungen der Osnabrücker Hintermannschaft optimal anpassen.

Was danach passierte, ist hingegen schwer verständlich und unverdaulich – denn eine Führung so früh im Spiel hätte Selbstbewusstsein en masse geben müssen. Aber – das tat sie nicht. Osnabrück übernahm das Zepter und Bochum spielte hingegen so, als ob man das 1:0 verwalten und über die Zeit retten wolle. Immer wieder kam Osnabrück nun zu Torchancen. Das Pressing wurde durch ausweichende Mittelfeldspieler ausgehoben. Das Zentrum des VfL’s wurde durch eine Verfolgung der Gegenspieler entweder so offen, dass ein Passweg direkt auf in den Zwischenlinienraum zurückfallende Angreifer geöffnet wurde, oder durch einen kurzen Pass auf jene ausweichende Spieler an Bochums erster Linie vorbei. So drängte Osnabrück auf den frühen Ausgleich und wir sprachen Einladungen aus, wie den ersten Elfmeter für Osnabrück. Dieser war zwar äußerst fragwürdig, letztlich konnte Riemann jedoch, wie schon so oft, seinem Ruf als Elfmeterkiller gerecht werden. Bis auf eine schöne Abnahme von Bella Kotchap, die fast zum 2:0 geführt hätte, war Bochum jedoch mehr oder minder gar nicht im Spiel und es stellte sich weniger die Frage, ob der Ausgleich für Osnabrück fiel, sondern nur wann er fallen würde. So sollte es auch kommen.  Die Verteidigung schenkte den Gästen einen zweiten Elfer noch kurz vor Pausenpfiff. Osei-Tutu legte Agu ganz klar und dieses Geschenk nutzte Schmidt dann zum 1:1. Damit ging es auch in die Kabine. In einer Partie, in der Osnabrück auch locker hätte führen können. Wie bereits gesagt – schwer verständlich und unverdaulich diese Leistung nach dem Powerfußball der ersten Minuten.

Traf früh im Spiel – Danny Blum Foto: David Matthäus Photografie

Die 2. Halbzeit begann dann durchaus verbessert und mit einer Großchance für Ganvoula, die er aber nicht nutzen konnte. Auch einen weiteren Elfmeter, diesmal für blau-weiß, verschoss Ganvoula – und Blum kam auch trotz zwei guter Einschussmöglichkeiten nicht mehr zum 2:1. Osnabrück hingegen ließ nichts mehr anbrennen und war aber auch gefühlt mit dem 1:1 recht zufrieden.

Im zweiten Durchgang verteidigte der VfL wieder im 4-4-2 bedeutend tiefer und hebelten damit die Anpassung der Gäste aus. Der Weg zum gegnerischen Tor wurde dadurch allerdings bedeutend länger, was widerum mit vielen langen Bällen überbrückt wurde. Meist oft kritisiert, passte die Herangehensweise gegen Osnabrück, da sich die Verteidiger offensichtlich schwer taten Ganvoula und sogar Blum, sowie Zoller in der Luft oder im Laufduell unter Kontrolle zu halten.

Am Ende stagnierte der VfL Bochum. Es wurde kein Befreiungsschlag geschafft, der aber nötig gewesen wäre. Das Remis war unnötig und die Fragen bleiben – wieso kann die Elf ein so frühes 1:0 nicht nutzen und befreit aufspielen? Gegen Nürnberg ging es ja auch. Oder soll das FCN-Spiel doch nur eine Eintagsfliege gewesen sein?

Thorsten Amberge

Thorsten Amberge

Eine Dauerkarte beim VfL habe ich mit einjähriger Pause im Zivijahr 1998/99 ab der nächsten Saison im 20. Jahr, so dass ich verwundert feststellen muss, dass ich nunmehr doch zum alten Eisen langsam gehöre. Der VfL und ich haben aber lange gebraucht, um warmzuwerden. Erstmalig im Stadion bei Schwarz-Weiß Essen Mitte der 1980er Jahre, bin ich der typische Bochum-Fan, der über die Fanfreundschaft zum FC Bayern zum VfL kam – und gewissermaßen ein Erfolgsfan bin. Denn ich bin maßgeblich über die 1996/97er-Truppe dem VfL verfallen und habe mich seitdem diesem Verein total verschrieben. Ohne den VfL kann ich nicht – so einfach ist das. Im Internet treibe ich seit nunmehr über 15 Jahren mein Unwesen und habe neben meiner nicht minder zeitintensiven Aktivität bei transfermarkt.de zuerst bei vfl-fanforum.de und dessen Nachfolger unservfl.de als Mitinhaber der Seite mit mehreren Akteuren des VfL sehr spannende Interviews und Gespräche führen dürfen. Meine zeitintensiven Vorberichte dürften sicherlich bekannt sein, einige meiner Interviews mit aktiven Spielern, aber auch mit Vorständen möglicherweise auch.

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