Wintzheimer mit Sportvorstand Sebastian Schindzielorz Foto: VfL Bochum 1848

Neuzugang in Abteilung Attacke: Manuel Wintzheimer

Am Deadline Day präsentierte Sportvorstand Sebastian Schindzielorz noch eine Verstärkung für die Offensive: Manuel Wintzheimer wechselt für ein Jahr auf Leihbasis ohne Kaufoption vom Hamburger Sportverein zu uns an die Castroper Straße. Beim VfL wird er die Rückennummer 18 tragen. Wir stellen euch den 20-jährigen Stürmer genauer vor. 

Die bisherige Karriere

Manuel Wintzheimer wurde am 10. Januar 1999 im unterfränkischen Arnstein geboren. Beim heimischen 1. FC Arnstein machte er auch seine ersten Schritte als Torjäger. Zusammen mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Fabian und seinem Vater als Trainer zerschoss er sämtliche Tornetze im Kreis Schweinfurt. So war es auch kein Wunder, dass der 1. FC Schweinfurt auf ihn aufmerksam wurde und ihn für die Jugendabteilung verpflichtete. Im Alter von elf Jahren schloss er sich der SpVgg Greuther Fürth an. Dort war er erstmals auf richtig hohem Niveau im Jugendfußball unterwegs. Doch die 120 km lange Strecke hin- und zurück war für ihn eine Belastung. Er verbrachte viel Zeit im Auto nach der Schule – die Hausaufgaben mussten oft unterwegs gemacht werden.

2013 folgte dann schließlich im Alter von 14 Jahren der Sprung zum großen FC Bayern München. Das Toreschießen hat Wintzheimer auch in der bayrischen Landeshauptstadt nicht verlernt. In der Saison 2015/16 traf er sagenhafte 23 Mal in nur 18 Einsätzen. Dabei hatte ein Innenbandriss ihn zwischenzeitlich noch ausgebremst. In der A-Jugend des Rekordmeisters kam er als Jungjahrgang im ersten Jahr auf 14 Treffer, inklusive einem Tor in der Meisterschaftsendrunde gegen den FC Schalke. In der darauf folgenden Spielzeit  2017/18 verdoppelte er seine Torausbeute fast: 26 Treffer in 26 Spielen in der A-Jugend-Bundesliga, fünf Treffer in der Youth League und sogar in fünf Einsätzen vier Tore für Bayerns zweite Mannschaft in der Regionalliga, darunter auch gegen seinen Ex-Verein Schweinfurt 05. Als Lohn für seine starken Leistungen wurde Wintzheimer von Jupp Heynckes in den Profikader des FC Bayern berufen. In der Gruppenphase der Champions League saß er in Glasgow gegen Celtic 90 Minuten auf der Bank.

Seine starken Leistungen blieben bundesweit nicht unbemerkt. Der FC Bayern hätte den Vertrag gerne verlängert, plante allerdings, ihn vorerst in Regionalliga bei der zweiten Mannschaft weiter reifen zu lassen. So ergab sich die Chance für den HSV, ihn ablösefrei von der Isar an die Elbe zu holen. Zwar musste er auch bei den Norddeutschen Spielpraxis in der Regionalliga sammeln, doch die Sprunghöhe in die erste Mannschaft war deutlich geringer.

Und so dauerte es lediglich bis Dezember 2018, bis Wintzheimer zu seinem ersten Profi-Einsatz kam. Beim Auswärtsspiel gegen Holstein Kiel wurde er in der 68. Minute von Trainer Hannes Wolf für Hwang einwechselt. So kam er bis zum Ende der Spielzeit 2018/19 auf insgesamt 7 Einsätze und traf drei Mal.

Was für ein Typ ist Manuel Wintzheimer? Einschätzung vom HSV-Experten Sebastian Hettmann

Manuel Wintzheimer ist ein zielstrebiger Stürmer, der vor allem in Abschlusssituationen seine Stärken hat. Er sucht er immer wieder Abschlüsse und kann diese auch außerhalb des Strafraums hochwertig ausführen. Beim Hamburger SV war er bereits in seinem ersten Jahr im Profifußball unter Hannes Wolf eine Einwechseloption, die ohne große Eingewöhnungszeit auf dem Feld Torgefahr generieren konnte.

Für Wintzheimer spricht, dass er zum Ende der Saison Spielzeit eingefordert hat, ohne dabei den Verein oder den Trainer zu kritisieren. Wintzheimer weiß um die Notwendigkeit von Spielzeit und erhält diese nun beim VfL. Der HSV weiß jedoch um seine Qualitäten und hat ihn nur verliehen, da Bobby Wood den Verein nicht verlassen hat. Ansonsten wäre das Leihgeschäft zum VfL nicht möglich gewesen.

Generell ist Wintzheimer jemand, der mit dem Ball umgehen kann. Er wird zwar niemals der große Ballkünstler oder Dribbler sein, sondern mit Körpertäuschungen und guten ersten Ballkontakten seine Räume auf dem Rasen finden, um sich in gefährliche Situationen zu bringen. Er wird als Alternative zu Silvére Ganvoula wohl vorerst als Einwechseloption Spielzeit sammeln. Ich vermute jedoch, dass er im Laufe der Saison als Stammspieler auf seine Tore kommen und uns helfen wird.

Matthias Rauh

Matthias Rauh

Obwohl in Bayern wohnhaft besitze ich eine Dauerkarte beim VfL und versuche, jedes Heimspiel und jedes Auswärtsspiel im Süden vom VfL mitzunehmen. Meine Begeisterung für den VfL entwickelte sich in der Saison 2006/07, endgültig besiegelt wurde sie bei dem eigentlich völlig belanglosen Spiel Karlsruher SC gegen den VfL im Jahr 2008. Während eines Fußballturniers wollten meine Mannschaftskameraden in der Bundesligakonferenz ständig die Zwischenstände von Bayern München und Nürnberg wissen, ich erntete misstrauische Blicke, als ich den Zwischenstand von Bochum wissen wollte. Abstieg, Relegation, Funkel, Neururer... ich bin immer noch dabei und freue mich immer mehr auf Spiele wie Bochum gegen Sandhausen als Bayern gegen Dortmund.

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