Macht ein Bayer den Ösi? Sebastian Maier im Portrait

Es waren noch nicht ganz 48 Stunden ins Land gezogen, als Kevin Stöger den VfL Bochum in Richtung Fortuna Düsseldorf verließ und neue Gerüchte die Runde machten. Am Mittwoch präsentierte Sebastian Schindzielorz dann bereits den nächsten Neuzugang für die Saison 2018/19. Sebastian Maier, ein 24-jähriger flexibler Offensivmann von Hannover 96, wird im besten Fall das blau-weiße Trikot mindestens bis zum 30.06.2021 überstreifen und das Angriffsspiel des VfL flexibler gestalten und verstärken. Aber wer ist Sebastian Maier? Ein Portrait.

Sebastian Maier erblickte am 18.09.1993 im beschaulichen Landshut das Licht der Welt. Seine ersten Erfahrungen auf dem weiten Grün machte er beim SC Weihmichl, wo Maier Anfangs sämtliche Jugendmannschaften durchlief, bis er dann Mitte 2004 mit erst elf Jahren an die Grünwalder Straße ins Nachwuchsleistungszentrum des TSV 1860 München wechselte. Dort durchlief er von der U12 bis zur U19 die Juniorenmannschaften. Ab 2007 wohnte Maier dann auch im Internat der 60iger Löwen.

Profidebüt und Juniorennationalmannschaft

Von Northside – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Zur Vorbereitung auf die Saison 2011/12 berief Trainer Reiner Maurer Sebastian Maier in den Profikader der Löwen. Zum damaligen Saisonbeginn gegen Braunschweig, dem KSC und der ersten Pokalrunde bei Osnabrück gehörte er zum Kader, wurde aber nicht eingewechselt. Am 6. August 2011 kam er dann endlich zu seinem Debüt im Profifußball, als Sebastian am dritten Spieltag beim Spiel der Löwen in Cottbus eingewechselt wurde.

Was können wir von Sebastian Maier erwarten? Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

Sein Debüt in der U19 Nationalmannschaft sollte nicht lange auf sich warten lassen. Zweieinhalb Wochen nach seinem viel versprechenden Debüt für die Löwen zog Sebastian Maier am 23. August das Weißschwarze Trikot gegen Estland über. In diesen Spiel gelang Maier direkt eine Vorlage. Es folgten nur zwei weitere Spiele für die deutsche Juniorenauswahl.
In der Saison 2012/13 kam Sebastian bis zur Winterpause nur noch neunmal als Einwechselspieler zum Einsatz. In der Winterpause lehnte Maier ein Angebot zur Verlängerung seines am Saisonende auslaufenden Vertrages ab & wurde 2013 nicht mehr für den Profikader vom Trainer berücksichtigt. Nachdem er in der Hinrunde noch zwischen beiden Mannschaften gewechselt war, spielte Sebastian Maier nun wieder nur für die zweite Mannschaft der blauen Münchner. Mit der zweiten Mannschaft wurde er dann Meister der Regionalliga und scheiterte erst im Anschluss in den Relegationsspielen zur 3. Liga an der SV Elversberg. Insgesamt spielte Maier in seiner Zeit bei 1860, 25 Mal für die zweite Mannschaft, wobei er acht Tore schoss. 24 Mal kam er bis dahin in der 2ten Liga zum Einsatz. Es folgten mehr.

Wechsel zum FC St. Pauli

2013/14 entschied sich Maier innerhalb der Liga ca. 780 km von seinem ersten Arbeitgeber entfernt , einen neuen 3 Jahres Vertrag bei St.Pauli zu unterzeichen. Die Hoffnungen waren groß, endlich einen festen Platz im Profigeschäft zu finden. Sein erstes Profi Tor gelang Maier per direkten Freistoß gegen Dynamo Dresden. Bei St.Pauli bekleidete er die zentrale Mittelfeld Position. Maier kam allerdings auch auf dem linken wie rechten Flügel zum Einsatz. Ingesamt bestritt Sebastian Maier 70 Spiele für St.Pauli, wo ihm 11 Vorlagen, so wie 9 Tore gelangen.

Wechsel zu Hannover 96

Hier hinter Felix Bastians, aber bald im Vordergrund: Sebastian Maier Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

In der Saison 16/17 war es nun Zeit für etwas Neues. Der gereifte Mittelfeldmotor der Kiezkicker machte sich auf zu neuen Ufern und heuerte bei Erstligaabsteiger Hannover 96 an, die eine Ablöse von 700 Tsd. Euro für Maier zahlten. Er unterschrieb bei den Rothosen einen 3-Jahres-Vertrag. Insgesamt kam Maier hier im ersten Jahr auf 17 Einsätze und je zwei Tore und Vorlagen. Hannover stieg bekanntlich neben dem VfB Stuttgart nach der Saison auf. Bereits hier konnte Sebastian Maier nun auf insgesamt 111 Zweitligaspiele zurückblicken. Und wie wir wissen, werden in Zukunft weitere folgen.

Denn beim Aufsteiger spielte Maier zur neuen Saison unter Breitenreiter nur noch eine kleine bis unwichtige Rolle. Er kam trotz großen Talents nur noch auf zehnEinsätze bei den 96ern, die er nie über volle Distanz bestritt. Keine Vorlagen, keine Tore. Maier am bisherigen Tiefpunkt seiner noch jungen Karriere.

Wechsel zum VfL Bochum

Da der VfL nach dem Stöger-Abgang einen neuen 10er suchte, wurde Sebastian Schinzielorz (und auch dieser Blog im Scoutingbericht#1) auf Maier aufmerksam. Aufgrund seiner geringen Einsatzzeit in der niedersächsischen Hauptstadt war Maier auf der Suche nach einem neuen Verein. Auch sein alter Arbeitgeber legte Maier keine (Ablöse-)Steinchen in den Weg, so konnte Maier trotz bis 2019 laufenden Vertrag seinen Vertrag auflösen und so ablösefrei an die Castroper Straße wechseln.

Was können wir von Sebastian Maier erwarten?

Maiers Weg geht weiter, ein 24-jähriges Talent schlägt seine Zelte an der Castroper auf und wird sich vorrausichtlich einen Zweikampf mit Eisfeld um die zentrale Offensivposition leisten . Allerdings könnte man sich auch vorstellen das Dutt mit beiden Spielern in der Anfangsformation plant. Beide Spieler auf der 8 im 4-1-4-1 oder Eisfeld neben Losilla auf der 6 im bisher von Dutt bevorzugt gewähltem 4-2-3-1 sind denkbar. Flexibel soll der neue Kader laut Dutt werden. Mit dem Spielertyp Sebastian Maier haben wir einen weiteren, wichtigen Baustein für diese Flexibilität.

Maiers Schusstechnik, wie der Blick für die offenen Räume sind super und für 2.Liga Verhältnisse erhaben. Trotzdem besteht noch weiter Förderungspotenzial, so das uns bei einer weiterhin guten Entwicklung ein Klasse Kicker für die nächsten drei Jahre zur Verfügung steht.

Herzlich Willkommen in Bochum, Basti! Foto: VfL Bochum 1848
Sebastian Heise

Sebastian Heise

Ich halte dem VfL nun seit mehr als 23 Jahren die Treue. Eine Saison ohne Dauerkarte geht natürlich nicht. Ich bin durch und durch Lokalpatriot und kein anderer Verein und keine andere Stadt hat einen so großen und wichtigen Platz in meinem Herzen und Leben. Danke Papa. Gefühlt ist Bochum für mich immer noch ein Erstligist, so wie damals, als meine Jungs und ich die ersten Fahrten nach Bremen, Hamburg und wie sie nicht alle hießen auf uns genommen haben. Na ja, aber wie wir alle wissen ist seitdem wir zuletzt in einem Pflichtspiel auf Schalke oder Dortmund trafen viel passiert. Aber hey, auch das gehört nun zu unserer Geschichte. Dass ich Musik mache und auch Songs für unseren Verein geschrieben haben, erwähne ich mal dezent am Rande. Nun gehen wir in das neunte Zweitligajahr und die Motivation mit den Jungs in der Kurve zu stehen und tolles zu erreichen mit dem Verein ist ungebrochen. Wahre Liebe kennt halt keine Liga. Daher, immer vorwärts VfL.

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