Mehr Chance als Risiko

Montag Abend kamen die ersten Gerüchte zu einem Wechsel von Johannes Wurtz bei Sky auf. Auch nach unseren Informationen ist das Interesse des SC Freiburgs an Wurtz sehr konkret und ein Transfer könnte schon bald in trockenen Tüchern sein. Doch bricht dieser Wechsel uns das Genick?

Im ersten Moment könnte man in Panik oder Resignation verfallen, wenn uns der Top-Scorer der vergangenen Saison ‚mal wieder‘ verlässt. Bei Johannes Wurtz sehe ich jedoch das Ganze eher als Chance. Er kam im letzten Jahr von der SpVgg Greuther Fürth im Doppelpack mit Marco Stiepermann und seine Leistungsdaten waren bis dato nicht sonderlich beeindruckend. Viele Fürther-Anhänger waren froh, dass er gewechselt ist. Diese Antihaltung ist ein wenig nach Bochum herüber geschwappt: ‚Was wollen wir mit dem?‘ – war der breite Tenor.

Foto: Tremark Fotografie

Durch unser unglaubliches Verletzungspech wurde Wurtz aber recht schnell in die erste Mannschaft gespült und agierte zuerst als hängende Spitze hinter Mlapa im 4-2-3-1, später als zweiter Stürmer im 3-5-2 – und er machte seine Sache gut. Am Ende standen nach 34 spielen für den VfL 8 Tore, davon viele sehr wichtige, und 9 Vorlagen auf seinem Konto. Aber irgendwie bewegte sich Wurtz oft zwischen Genie und Wahnsinn. Versenkte er in einem Moment fast einen Fallrückzieher im Tor, verstolperte er im nächsten einen einfachen Pass über 5 Meter. Woran es ihm jedoch nie mangelte war der Einsatzwille! Eine Charaktereigenschaft, die gerade wir im Ruhrpott zu schätzen wissen. Wurtz war ohne Zweifel eine der positiven Überraschungen der letzten Saison.

Sollten wir aber wirklich die spekulierten rund eine Million Euro für Johannes Wurtz bekommen, hätte man die Möglichkeit, den Kader mit diesem Geld weiter zu verstärken – vor allem in anderen Mannschaftsteilen. Ein Ersatz für Wurtz steht seit letzter Woche bereits im Kader. Die Stärken von Wurtz liegen speziell bei den Läufen in die Tiefe und seinem Einsatz im Pressing, also genau die Eigenschaften, die unser Neuzugang Lukas Hinterseer aufweist – vielleicht sogar noch einen Tick stärker als Wurtz selbst.

In meinen Augen hätten wir einen ziemlich guten Deal gemacht:

Hinterseer für Wurtz, Diamantakos für Quaschner und dazu noch eine Millionen Euro Transfergewinn. Chapeau, Herr Hochstätter.

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