Ein Torschützenkönig ohne Torjägerkanone

Holger Adens Treffsicherheit ist in Bochum unvergessen

Stefan Kuntz, Thomas Christiansen, Theofanis Gekas und Uwe Wegmann: Das sind die Namen der Spieler, die es schafften, im Trikot des VfL die Torjägerkanone zu holen. Doch eigentlich gehört in diese Liste ein weiterer Name, der in Bochum auch 25 Jahre später noch Begeisterung auslöst: Holger Aden. In der Saison 1992/93 erzielte er mit 28 Ligatoren die meisten Treffer in den deutschen Profiligen, wurde jedoch wegen seines Wechsels während der Saison zwischen beiden Ligen weder in der 1. noch in der 2. Bundesliga Torschützenkönig. Heute feiert der Mann, der zu den besten Bochumer Stürmern aller Zeiten gehört, seinen 54. Geburtstag.

Nach Bayer Leverkusen und Eintracht Braunschweig war der VfL Bochum Holger Adens dritte Station im Profifußball – und auch gleichzeitig seine letzte. Im Dezember 1992 wechselte der 27-jährige Lockenkopf ins Ruhrgebiet. Der VfL steckte mal wieder tief im Abstiegssumpf. Kurz zuvor war Trainer Holger Osieck entlassen und durch Jürgen Gelsdorf ersetzt worden. Nun hofften die Verantwortlichen, dass der treffsichere Stürmer auch in der Bundesliga für Furore sorgen würde. Und diese Hoffnung erfüllte sich in der Tat.

Adens Tore können Abstieg nicht verhindern

Der VfL spielte auch dank Holger Aden und dessen neun Toren eine grandiose Rückrunde und holte satte 18:16 Punkte (es galt noch die 2-Punkte-Regel). Aufgrund der schweren Hypothek aus der Hinrunde reichte es trotzdem nicht zum Klassenerhalt; der allererste Abstieg in der Vereinsgeschichte war besiegelt. Die juristische Auseinandersetzung in der Causa Dynamo Dresden sollte die Hoffnung auf einen Klassenerhalt am grünen Tisch noch einige Wochen aufrechterhalten, aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Der großen Konkurrenz waren Adens Leistungen in Bochum natürlich nicht verborgen geblieben und so jagten u.a. der FC Bayern und Borussia Dortmund das Sturmjuwel. Doch Manager Klaus Hilpert wehrte sämtliche Avancen ab und stellte Trainer Jürgen Gelsdorf einen Kader zusammen, der zum direkten Wiederaufstieg verdammt war. Das Team um Kapitän Uwe Wegmann, Spielmacher Dariusz Wosz und Torwart Andreas Wessels sollte diesem Druck standhalten und souverän in die Bundesliga zurückkehren.

Abruptes Ende der Karriere

Auch in der Bundesliga war für Holger Aden eine Schlüsselrolle vorgesehen. Doch dann passierte am 5. Spieltag etwas, das ganz Fußball-Bochum erschütterte. Der SC Freiburg war zu Gast im Ruhrstadion und führte mit 2:0, als Holger Aden in eine Flanke grätschte und damit den Anschlusstreffer erzielte. Dabei blieb er jedoch unglücklich im Rasen hängen und musste mit einer schweren Knieverletzung vom Rasen getragen werden. Es war Adens letzter Einsatz als Profifußballer.

Nach seiner Spielerkarriere blieb der gebürtige Hamburger dem Ruhrgebiet treu und trainierte mehrere Amateur- und Jugend-Mannschaften in Bochum und Umgebung. Auch heute noch werden sich viele VfL-Fans sehr gerne an Holger Aden und dessen Tore zurückerinnern und an den unvergessenen Gesang „Ole, Holger Aden, U U, Schalalalalalalala…“

Stephan Kottkamp

Stephan Kottkamp

Meine Liebe zum VfL hat ganz klassisch angefanegen. Im Mai 1986 hat mich mein Vater zum ersten Mal mit ins Ruhrstadion genommen. Der VfL spielte gegen die Bayern und holte ein 1:1-Unentschieden (Tore: Frank Benatelli und ein gewisser Lothar Matthäus). Seither war ich unzählige Male im Ruhrstadion und erinnere mich am liebsten an die Zeit unter Klaus Toppmöller. Auch deshalb zählt Fußballgott Thomas Stickroth für mich zu den größten VfLern aller Zeiten.

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