Jubel an der Castroper Straße! Jubelt Tesche nächste Saison auch so mit Danny Blum? Foto: Tim Kramer (VfL Bochum 1848)

No Risk,no Fun. Das Portrait eines talentierten Pechvogels namens Danny Blum

Nachdem der VfL Bochum 1848 bekannt gab, dass die Verträge von Robbie Kruse und Sidney Sam nicht verlängert werden und somit zwei bekannte Flügelspieler für die kommende Spielzeit wegfallen, war klar das Sebastian Schindzielorz auf dem Transfermarkt aktiv werden wird, um neue Spieler für die Außen für den VfL zu gewinnen. Ohnehin soll das Gesicht der Mannschaft verändert werden. Der erste Schritt wurde getan als am 21. Mai2019 der nicht ganz unbekannte Danny Blum anne Castroper vorgestellt wurde. Dieser wechselt ablösefrei von der SG Eintracht Frankfurt zum VfL Bochum.

Da wo er Wech kommt.

Danny Blum, für Kenner der zweiten deutschen Bundesliga kein Unbekannter. Denn schon in den Jahren 2013 bis 2016 konnte der Flügelflitzer im Unterhaus auf sich aufmerksam machen. Doch fangen wir von Anfang an und spulen die Zeit weit weit zurück.
Geboren wurde der mittlerweile 185 cm große Danny Blum am 07.01.1991 in der kreisfreien Stadt Frankenthal, die in der rheinland-pfälzischen Region Pfalz zwischen Worms und dem schönen Ludwigshafen liegt. Für seine Heimatstadt Frankenthal schnürte er im Kindesalter die Schuhe und ging beim SC Rot-Weiß auf Torejagd.

Rekordhalter

Der junge Danny Blum wurde mehrmals für verschiedene Nachwuchsauswahlmannschaften des DFB berufen. In der U-16 erzielte er im Sommermärchen-Jahr 2006 in einem Spiel gegen Nordirland nach nur 6,2 Sekunden das bisher schnellste Tor in den deutschen Junioren Nationalteams. Der Rekord steht übrigens bis heute. Sein damaliger Trainer Jörg Daniel sagte über Blum, dass er ein schneller und offensivstarker Spieler sei und lobte seinen starken linken Fuß sowie seine präzisen Schüsse und guten Flanken.

Danny Blum in der Kluft des 1. FC Nürnberg. Foto: Jarlhelm (Wikimedia Commons)

Der Start einer Achterbahn-Karriere

Waldhof Mannheim bildete den Flügelflitzer weiter aus, ehe er 2004 mit 14 Jahren in die Jugend der roten Teufel wechselte. Drei Jahre trug Danny Blum das rote Trikot und konnte durch konstant gute Leistungen auf sich aufmerksam machen. 2007 sicherten sich die Königsblauen die Rechte an Danny Blum. Für Schalke spielte Danny in der B- und A-Junioren-Bundesliga. 2009 kehrte Danny Blum nach nur zwei Jahren nach Mannheim zurück. Hier schoss Blum, ebenfalls in der höchsten deutschen Jugendspielklasse, in elf Spielen vier Tore und wurde daraufhin in der Winterpause der Saison 2009/10 für die Profimannschaft des damaligen Drittligisten SV Sandhausen verpflichtet. Man mag es kaum glauben, aber statt sein Debüt in der dritthöchsten Spielklasse zu geben, kickte Danny Blum fürs erste in der zweiten Mannschaft der Sandhäuser, in der siebten Spielklasse der Landesliga Rhein-Neckar. Am 23. März 2010 war es aber endlich soweit, Danny Blum gab sein Debüt in der damaligen dritten Liga für den SV Sandhausen. Bei der deftigen 3:0-Auswärtsniederlage gegen die Amateure des VfB Stuttgart wurde er in der 59. Minute beim Stand von 1:0 für Daniel Jungwirth eingewechselt.
Bereits in der ersten Hälfte der Saison kam Danny ganze achtmal zum Einsatz im Schwarz-weißen Dress. In der Saison 2011/12 spielte er sich dann in die Anfangsformation der Sandhäuser. Auch wenn er im Jahr darauf nur dreimal über die volle Spieldauer eingesetzt wurde, war er eine feste Größe auf der linken Offensivseite und konnte durch gute Leistungen weiter auf sich aufmerksam machen. 2012 stieg Danny Blum als Meister mit dem SV Sandhausen in die zweite Bundesliga auf. In 26 Spielen erzielte er drei Tore, bereitete keines vor, und sah zweimal den Gelben Karton . Der Verein stieg auf, Danny aber nicht. Dieser wurde zurück in die dritte Liga verliehen. Der KSC sicherte sich die Dienste des talentierten deutschen Flügelspielers, der auch flexibel im Offensiven Mittelfeld einzusetzen ist, um das Ziel Aufstieg anzupeilen. In 18 Spielen gelang Danny Blum ein Tor so wie eine Vorlage. Liest sich nicht besonders, war es zu dem damaligen Zeitpunkt auch nicht . Des weiteren setze ihn wieder mal ein Muskelfaserriss im Adduktorenbereich für längere Zeit außer Gefecht. Der KSC stieg als Meister auf & Danny Blum kehrte zurück zum SV Sandhausen.

Später sagte Danny Blum in einem Interview:

„Ich kam gerade aus Karlsruhe zurück, wohin ich ausgeliehen war, und dann kam ich in die Kabine nach Sandhausen zurück und da war nichts mehr: kein Trikot, keine Klamotten, nichts. Ich musste in den Sportladen gehen, in dem der Klub seine Klamotten bezieht, und mich neu einkleiden.Ich musste mich vorstellen, meine Größe angeben, damit ich einen Trainingsanzug bekomme. Die hatten mich überhaupt nicht mehr auf dem Schirm. Da ist mir ein Licht aufgegangen: Ich war komplett in Vergessenheit geraten.“

In der folgenden Spielzeit erzielte er dann in 19 Partien vier Tore für seinen neuen/alten Verein und legte zwei weitere Tore vor. Somit war er trotz reichlich Verletzungspech, mit ein Indikator für den damaligen Klassenerhalt des SV Sandhausen.

Danny, du alter Pechvogel!

Zur Saison 2014/15 wechselte Blum ablösefrei zum 1. FC Nürnberg. Grade angekommen und mit neuen Zielen ausgerichtet erlitt Blum dort noch in der Saisonvorbereitung einen Knorpelschaden und fiel die komplette Hinrunde aus. Selbst das Karriereende war ein Thema. Die Chancen das Danny Blum dem Fußball erhalten bleibt, lag bei 50/50. Verletzungen waren bei Danny Blum in seiner Karriere allerdings immer wieder ein Thema und irgendwie das Stoppschild, das Blum eine denkbar größere Karriere verwehrt hat. Ja, das Potenzial ist zweifelsohne vorhanden. Am 15. Februar 2015 debütierte er dann im Trikot des 1.FC Nürnberg. Beim 3:1-Sieg gegen den jetzigen Bundesliga-Aufsteiger Union Berlin verhalf er ohne große Aufmerksamkeit zu erregen seinem Team mit zum Sieg. Am 22. Februar 2015 beim Spiel bei der Fortuna aus Düsseldorf erzielte er dann den ersten Treffer für seinen neuen Arbeitgeber. In der 66. Minute wurde Danny Blum für den jetzigen Schalker Burgstaller eingewechselt. In der gesamten Spielzeit kam Danny Blum auf zwölf Einsätze. Dreimal netzte Danny in dieser Saison für den Club und legte zwei weitere Tore vor.

Das Jahr des Danny Blum.

Die Saison 2015/16 sollte nun einige Kritiker zum Schweigen bringen. Danny Blum rechtfertigte den damals getätigten Transfer der Glubberer und spielte eine extrem starke Saison. In 29 Spielen konnte der Flügelflitzer acht Tore vorlegen und erzielte selbst vier Tore, netzte zusätzlich im DFB Pokal gegen Düsseldorf beim 5:1 Sieg seines Teams in Runde zwei und hatte erheblichen Anteil mit 1.341 Spielminuten an das gute Abschneiden der Nürnberger im Ligabetrieb und der Teilnahme an der Aufstiegsrelegation gegen Eintracht Frankfurt. Danny Blum zeigte, welch Potenzial in ihm Steckt, wenn er längere Zeit verletzungsfrei bleibt. Eine echte Bereicherung…

Die Bochumer Fans freuen sich auf die Ankunft des Flügelflitzers! Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

Das dachte sich auch die SGE.

Diese verpflichteten zur Saison 2016/17 nämlich den damaligen Leistungsträger für knackige Null Euro, da sein Vertrag bei den Franken auslief. Bei der Eintracht unterschrieb Danny Blum dann einen Einjahresvertrag mit einer Option auf zwei weitere Jahre. Am 10. September 2016 debütierte er bei der 0:1-Niederlage gegen den SV Darmstadt 98 in der höchsten deutschen Spielklasse. Leider war das Glück und das Schicksal alles andere als auf Dannys Seite, dieser verletzte sich nämlich etwas später das Innenband im Knie und fehlte der Eintracht dementsprechend lange. In 14 Spielen und einer Spielzeit von grade mal nur 450 Minuten, traf Danny einmal für die Hessen im Spiel gegen Leipzig beim 2:2 .
Als Sportler, würde Danny sicher die Saison 2017/18 ganz aus seiner Chronik streichen, wenn er könnte. Weiter plagten ihn immer wieder aufkommende Verletzungen und Krankheiten und er stand nur zweimal in der Bundesliga im Kader der SGE , die grade einen begeisterten Fußball spielte.
Man könnte meinen, Danny war es nicht vergönnt gewesen. Und trotzdem ist er Pokalsieger , traf sogar beim 4:0 in der zweiten Hauptrunde in Schweinfurt. Das war übrigens sein einziges Spiel in dieser DFB Pokal Saison. Im Finale gegen die Bayern musste Danny aufgrund einer Entzündung von draußen zuschauen.

Ein Job im Paradies

Ein Tapetenwechsel soll ja manchmal Wunder bewirken. Dachte sich eventuell auch Danny Blum. Die Eintracht lieh Danny Blum in die zweite Spielklasse Spaniens, auch Laliga2 genannt, an den UD Las Palmas aus. Vorher legte er aber noch einmal im DFB Pokalspiel in Ulm für seine Mannschaftskollegen auf. Reichte aber nicht. Der Pokalsieger von 2018 scheiterte in Runde 1. Seis drum, denn nun schnürte sich Danny Blum in einem wahren Paradies die Schuhe. Die Insel im Nordatlantischen Ozean ist für seinem Flair, der Natur und Mentalität ein beliebtes Reiseziel eines so manchen Touristen. Hier zu Arbeiten und wieder in Form zu kommen, könnte ein Geschenk Gottes sein. Auf Instagram fütterte er in seinen Storys seine rund 24 Tausend Follower mit netten Bildern aus der Hauptstadt Gran Canarias. Ach ja, Fußball wurde natürlich auch noch gespielt. In 23 Spielen traf Danny Blum für Palmas nur einmal. Legte aber immerhin auch vier Treffer vor. Nach Bekanntgabe das Danny Blum zum VfL wechseln wird, um wieder Fuß im deutschen Fußball zufassen, wurde er vom Trainer nicht mehr berücksichtigt und fehlte die letzten drei Spiele für Palmas.

Alte Stärke oder Dauergast beim Arzt?

Willkommen Danny Blum. Ein zweifelsohne talentierter, Brand gefährlicher und flexibler Außenbahnspieler streift sich bis Mindestens  2021 das wunderschöne Blau-weiße Trikot über.
Ein Transfer mit Risko, aber durchaus mit viel Potenzial. Denn sollte Danny Blum zu alter stärke finden, wird er dem VfL Bochum eine menge Spaß bereiten. Zu hoffen ist , das er verletzungsfrei bleibt.

Herzlich Willkommen in Bochum, Danny Blum!
Sebastian Heise

Sebastian Heise

Ich halte dem VfL nun seit mehr als 23 Jahren die Treue. Eine Saison ohne Dauerkarte geht natürlich nicht. Ich bin durch und durch Lokalpatriot und kein anderer Verein und keine andere Stadt hat einen so großen und wichtigen Platz in meinem Herzen und Leben. Danke Papa. Gefühlt ist Bochum für mich immer noch ein Erstligist, so wie damals, als meine Jungs und ich die ersten Fahrten nach Bremen, Hamburg und wie sie nicht alle hießen auf uns genommen haben. Na ja, aber wie wir alle wissen ist seitdem wir zuletzt in einem Pflichtspiel auf Schalke oder Dortmund trafen viel passiert. Aber hey, auch das gehört nun zu unserer Geschichte. Dass ich Musik mache und auch Songs für unseren Verein geschrieben haben, erwähne ich mal dezent am Rande. Nun gehen wir in das neunte Zweitligajahr und die Motivation mit den Jungs in der Kurve zu stehen und tolles zu erreichen mit dem Verein ist ungebrochen. Wahre Liebe kennt halt keine Liga. Daher, immer vorwärts VfL.

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