Advent, Advent, die Ostkurve brennt

Ein VfL-Gedicht zur Vorweihnachtszeit

Der Winter bricht ein - auch über Deutschlands schönstem Stadion. Foto: Tim Kramer (VfL Bochum)

In Anbetracht des erfreulichen Verlaufs der sportlichen Entwicklung in der Vorrunde füllen sich die Bochumer Herzen zur Vorweihnachtszeit zunehmend mit wohliger Wärme. Nach den ersten Partien hätte wohl kaum jemand erwartet, dass man mit 19 Punkten und einer positiven Tordifferenz in den sechzehnten Spieltag geht. Nach den zuletzt punktereichhaltigen Spielen steht der VfL auf dem soliden neunten Tabellenplatz. Klar, nur eine Momentaufnahme – aber eine schöne. Was fehlt nun noch, um endgültig auf die Weihnachtstage zuzusteuern? Richtig: ein Gedicht.

So grau das Wetter über Bochum auch ist, zeigt sich die Formkurve derzeit alles andere als trist.

Zur Mitte der Woche, mit Fußball im Kopf, da packe ich gern die Gelegenheit am Schopf.

Ein bisschen schwelgen, ein bisschen träumen, vom VfL und Weihnachtsbäumen.

Zwischen Abstiegsangst und Zuversicht, da kriege ich Bock auf ein Gedicht.

Ein kleiner Rückblick auf das, was war, tut keinem weh vor`m neuen Jahr.

 

Ein quälend dünner Saisonauftakt …

Zu Beginn der Saison stark euphorisiert, wurden Hecking und die Jungs in Darmstadt rasiert.

Versprach Dieter doch, den Abstieg wieder gut zu machen, stopfte uns Isac Lidberg drei Tore in den Rachen.

Im ersten Heimspiel am zehnten August, weckte der knappe Sieg gegen Elversberg dann doch die Lust.

Nur sechs Tage später in Gelsenkirchen, schmeckte neben dem Spielergebnis auch nicht das Bierchen.

Ein Auf und Ab, schon altbekannt, stand zu dem Zeitpunkt die Hütte noch nicht in Brand.

Erste Pfiffe im Ruhrstadion nur `ne Woche später, ließ auch selbst Preußen Münster uns keinen Meter.

Sodann in Paderborn in allerletzter Sekunde, schickte uns Lucas Copado in die nächste punktlose Runde.

Wieder Lastminute beim FCN und Klose, ging auch Spiel Nummer sechs flüssig in die Hose.

Laut Hecking waren “die Leute zu kritisch” – oder doch nicht? Foto: VfL Bochum 1848.

Trotz aller Sympathien brauchte Heckings Dieter nun jobtechnisch doch einen neuen Anbieter.

Unter Daniel Sieberts entspanntem Grinsen konnte dennoch die Fortuna einen Dreier weglinsen.

Auf dem verregneten Betze hagelte es fleißig weiter, so ging es Schritt für Schritt runter die Kellerleiter.

 

… infolge dessen eine personelle Veränderung …

Der Knoten der platzte an Spieltag neun, durften wir uns endlich über den zweiten Saisonsieg freu`n.

Im knappen 3:2 gegen Berlins alte Dame, sorgten der neue Coach und Onyeka für springende Herzen – und zwar glücklich warme.

Sicher war manch einer`s Hoffnung schon gestorben, doch so schnell ist der VfL aus Bochum nicht verdorben.

Da stand sie plötzlich in kurzer Hose –  die polierte Glatze mit siegessicherer Pose.

Übernahm den VfL, gab Vollgas und ließ Taten folgen: Uwe Rösler. Foto: VfL Bochum

Uwe Rösler der Name, 57 Jahre alt – scheinbar hatte ihm die Dramatik des Fußballs noch nicht ausreichend geknallt.

Rösler sah Spirit und Qualität. Ein Satz, der aufhorchen ließ – war es noch nicht zu spät?

Scheinbar nicht – so zeigten es die folgenden Wochen. Uwe formierte aus der Bachschmerle einen Stachelrochen.

 

… unserem VfL endlich wieder das Leben einhauchte

Mit positiver Moral als essentiellem Teil, konnte die Liga endlich wieder sehen: Der VfL ist geil.

Ein knapper Punkt im Norden von Kiel, wodurch der Stein zunächst noch nicht merkbar fiel.

Anders sah es aus die zwei Partien darauf – vier Tore geschossen, keines kassiert: es ging bergauf.

Ein kleiner Dämpfer gegen Dynamo Dresden, umso prächtiger der Abend an Bochums Tresen.

Dominanz in Fürth, Effizienz gegen Ostwestfalen – das Korn in der Mühle der Konstanz scheint endlich gemahlen.

Ganz Bochum feiert Uwe, dabei sei stets bedacht: Diese starken Leistungen hat das Team erbracht.

Rösler ist`s gelungen, die Jungs haben Bock – gehen endlich an ihr Limit und nicht mehr am Stock.

Mit durchdachtem Spiel in der Zentrale und auf den Flügeln, lassen sich die Gegner an der Castroper Straße nun wieder bügeln.

 

Namen, die aktuell Spaß bereiten

Cajetan Lenz, Francis Onyeka und Timo Horn, diese Namen sehe ich derzeit dabei ganz vorn.

Junge Talente, konstante Mitte und erfahrenes Alter sind die Mischung in den Flügeln des kräftig schlagenden Falter.

Noah Loosli – ein Profi, wie er im Buche steht, zeigt deutlich: Mit Geduld und Dankbarkeit ist`s nie zu spät.

Oft auf der Bank, verliehen, zurückgekehrt, ist er mehr denn je jeden Cent seines Gehaltes wert.

Traf zuletzt gegen Fürth und Bielefeld: Philipp Hofmann. Foto: VfL Bochum

Ob zentral, seitlich veranlagt oder im Konter zeigt Kjell Wätjen, dass er wichtig ist –  jedem Bochumer Jungen und Mädchen.

Über die B1 ausgeliehen bis Sommer sechsundzwanzig, ist der Gedanke an seinen drohenden Abgang sehr ranzig.

Besonders Lenz spielt sich derzeit in den Fokus, so entdeckt ihn so mancher Scout sitzend auf dem Lokus.

Mal schauen, wohin sein Wind bald weht – holt rein das Geld, sofern er geht!

Auch Wittek, Hofmann und das alte Kaliber, scheint wieder geladen mit brennendem Fieber.

 

Bochum: Ein Verein, eine Stadt, eine Gemeinschaft

Im Ruhrstadion ist`s immer schön, auch ohne Siege. Aber klar: so schmeckt`s besser – das Moritz Fiege.

Woche für Woche erfreut uns erneut die Sicht – auf die gefüllte Castroper in beißendem Licht.

Die Masten, der Beton, der grüne Rasen – die erfüllendsten aller möglichen Oasen.

Zwei Spiele noch vor der Winterpause, dann machen wir`s uns gemütlich im eigenen Hause.

Zur Weihnacht in Bochum oder anderswo, sind alle Fußballherzen hoffentlich sehr froh.

Wie dem auch sei, was auch spielerisch passiert – meine herzlichsten Wünsche sind an euch adressiert.

Gesundheit, Freude, all erdenkliches Glück – davon sollt ihr haben ein fettes Stück.

Wer übrig hat zur besinnlichen Zeit eine kleine Spende, der gebe es gern weiter in die richtigen Hände.

Nicht allen geht`s gut, drum lasset uns teilen – und gemeinsam Arm in Arm mit dem VfL verweilen.

Auch denjenigen, die schmerzt die Einsamkeit, hält das schöne Bochum etwas Wertvolles bereit.

 

Frohe Weihnachten, macht`s gut, bis nächstes Jahr – der VfL ist und bleibt uns immer da!

 

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Autor: Lennart Markmann

Am 19.02.2005 stand ich erstmals in der Ostkurve. Die geschenkte Karte eines Bekannten öffnete mir damals die Tür zu Block O links. Drei traumhaft rausgespielte Buden von Zwetschge Misimovic, Raymond Kalla und Tommy Bechmann sorgten dafür, dass der SC Freiburg punktlos aus der Stadt und der VfL nicht mehr aus meinem Herzen verschwand. Seitdem genieße ich die Höhen und Tiefen als Bochumer Junge. Lange Zeit in der Ostkurve stehend, anschließend in Block H1 sitzend und mittlerweile mit 34 Jahren auf dem Altherrenplatz in Block M1.

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