Die Hoffnung auf einen gelungenen Saisonauftakt ist früh verweht. Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

Klatsche zum Saisonauftakt gegen Regensburg

Aus und vorbei – der Saisonauftakt gegen Jahn Regensburg endete aus Sicht des VfL Bochum mit 1:3. Konnten die Spieler des Jahn über die gewonnenen Punkte jubeln, blieben auf Seite des VfL nur lange Gesichter. Spieler wie Trainer wirkten ratlos, viel schlimmer kommt es allerdings noch für die treuen Fans.

Lang und voller Vorfreude haben wir Fans des VfL auf die neue Saison gewartet. Doch statt Euphorie und Begeisterung blieb nach dem 1:3 in Regensburg nur Frust über den missratenen Saisonstart. Eine Klatsche im eigentlichen Sinn war die Niederlage dabei sicherlich nicht, denn der VfL hielt das Spiel über weite Strecken zumindest offen. Nein, viel mehr war es eine Klatsche für die Moral und die Stimmung. Mag das Spiel zwar von der Ergebnistafel her offen gewirkt haben, so sah man auf dem Platz alles andere als ein Duell auf Augenhöhe. Abgesehen von 10 Minuten Mitte der ersten Halbzeit kam der VfL nie wirklich ins Spiel und hatte zu keinem Zeitpunkt auf das vorhersehbare Pressingspiel der Regensburger eine Antwort. Viel wurde über im Vorfeld über die Taktik gesprochen und wie man dem bekannten Spielstil der Regensburger Paroli bieten kann – übrig davon blieben meist nur hohe Bälle nach vorne und ein verunsichertes Team.

Erstmals kam in einem VfL-Spiel der Videoschiedsrichter zum Einsatz. Die Niederlage verhindern konnte er aber auch nicht. Foto: einsachtvieracht

War es nüchtern betrachtet zwar nur ein verlorenes Spiel, so wirft die Art und Weise viele Fragen auf. Warum saß Danilo Soares über 90 Minuten nur auf der Bank? Warum bekommt ein Stefano Celozzi noch sein Gehalt am Monatsende überwiesen aber darf nicht mal im Nofall, wenn beide etatmäßige Rechtsverteidiger ausfallen, seinen Job ausüben? Wo war die taktische Reaktion darauf, dass der Gegner das System von Robin Dutt durchschaut und Eisfeld als Aufbauspieler komplett aus dem Spiel genommen hat?

Nicht nur Eisfeld wirkte in dem Spiel gegen Regensburg unglücklich, sondern das komplette Team schien mit dem aufgezwungen 4-1-3-2 trotz fehlender, echter Stürmer überfordert. Zu groß waren die Lücken im Spielaufbau, zu schlecht die defensive Absicherung hinter den mit Offensivdrang ausgestatteten Außenverteidigern. Der Start ist somit kräftig misslungen und schon zuhause gegen Bielefeld am kommenden Freitag braucht es eine deutliche Reaktion, will man nicht bereits früh in der Saison wieder Unruhe in den Verein bekommen. Denn eines ist gewiss, Fan des VfL zu sein ist in den letzten Jahren alles andere als leicht und die schlechte Rückrunde des Vorjahrs ist keineswegs verdaut. Bleibt also nur zu hoffen, dass die Wende gegen Bielefeld geschafft wird und die katastrophale Bilanz im Fußballjahr 2019 (lediglich 4 Siege aus 17 Spielen) aufgebessert werden kann. Mehr noch, man muss endlich wieder spielerisch überzeugen durch Engagement, Spielwitz und taktischer Flexibilität und so den Fans wieder Hoffnung und Lust auf die neue Saison bereiten. Eine Hoffnung, die in Anbetracht der Leistungen im Jahr 2019 und dem enttäuschenden Auftritt in Regensburg vorerst im Keim erstickt ist.

Jens Hartenstein

Jens Hartenstein

In Bayern geboren, führte mein Weg zum Fußball über den FC Bayern München erst über Umwege zum geliebten VfL. Hierbei hat mich insbesondere die Phase Mitte der 90 geprägt, als man unter anderm in den UEFA Cup einzog. Nach einer jugendlichen Trotzphase, in der ich mich fast gänzlich dem Fußball, aber vor allem der Kommerzialisierung von selbigem abgewandt hatte, fand ich dann Anfang des neuen Jahrtausends wieder zurück zum Fußball. Ein echter Fußballfan kann eben doch nicht ohne seine Leidenschaft. Spätestens als ich dann beim Abschiedsspiel von Darius Wosz dessen letztes Bundesligator, den Abstieg Gladbachs und unseren beinahe Einzug in den UI-Cup live im Gladbacher Stadion feiern durfte, wars um mich dann komplett geschehen. Seitdem sind mäßige Spiele, Niederlagen, Abstiege und sämtliches Leid aller VfL Fans mein ständiger Wegbegleiter.

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