Fünf Treffer gab es vor drei Jahren zu bejubeln. So viele gab es auswärts bis jetzt nicht mehr. Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

Fünf Treffer am Tag der deutschen Einheit

Heute um 18:30 gastiert unser VfL Bochum am Ronhof bei der SpVgg Greuther Fürth. Für mich sind die Spiele etwas Besonderes, so ist das Spiel für mich das „Heimspiel“ in der Saison, da ich lediglich 40 Minuten vom Stadion weg wohne. Der Weg ins Ruhrstadion nimmt fast das sechsfache an Zeit in Anspruch. An ein Spiel in Fürth erinnere ich mich sogar sehr gerne zurück, es war der 0:5-Auswärtssieg am 10. Spieltag der Saison 2015/16

Die Ausgangslage

Vor dem Spiel war der VfL Bochum mit 18 Punkten auf Platz 2 der Tabelle. Nach fünf Siegen in den ersten fünf Spielen folgten drei Remis, ehe es gegen den 1. FC Kaiserslautern die erste Saisonniederlage setzte. Doch auch dort gab es positive Nachrichten mitzunehmen. „Penny“ Mlapa hatte sich endlich ins Team gekämpft und erzielte gegen Kaiserslautern seinen ersten Treffer im VfL-Trikot.

Auf der anderen Seite waren die Fürther nach dem Sieg im Montagsspiel bei Eintracht Braunschweig auf Rang 4 gerückt, lediglich einen Zähler hinter dem VfL. Robert Zulj hieß der Torschütze der Kleeblätter, welche zu seiner Zeit von Stephan Ruthenbeck trainiert wurden.

Bereite sich perfekt auf das Spiel vor. Verbeek beim studieren der Stadionlektüre. Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

Die Aufstellungen

Beim VfL gab es lediglich eine Änderung in der Startaufstellung. Für Giliando Wijnaldum rückte wieder Timo Perthel auf die linke Verteidigerposition. Auf der Bank nahm außerdem erstmals Arvydas Novikovas Platz, den Verbeek erstmals nach seiner Verpflichtung im August für fit genug hielt, um Matchkampfpraxis zu sammeln. Dafür rutschte Piotr Cwielong aus dem Kader.

Luthe – Celozzi, Fabian ©, Cacutalua, Perthel – Hoogland, Losilla – Bulut, Haberer, Terrazzino – Terodde, Trainer: Verbeek

Bei der SpVgg Greuther Fürth startete statt Stürmer Sebastian Freis ein gewisser Tom Weilandt auf dem linken Flügel. Mit Goran Sukalo sollte zentral außerdem mehr Kompaktheit geschaffen werden. Der Siegtorschütze vom Braunschweig-Spiel, Robert Zulj, musste daher auf der unliebsamen Bank Platz nehmen.

Mielitz – Schröck, Caligiuri ©, Röcker, Gießelmann – Sukalo, Hofmann – Stiepermann, Gjasula, Weilandt – Berisha, Trainer: Ruthenbeck

Spitzenspiel in der zweiten Bundesliga

Das Spiel hatte Spitzenspielcharakter. Das Duell Vierter gegen Zweiter lockte am Ende insgesamt 11.745 Zuschauer in den Fürther Ronhof, mehr als bei allen anderen Begegnungen. Daniel Siebert aus Berlin leitete die Partie.

Ein besonders schönen Anblick gaben beide Mannschaften beim Einlaufen. Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

Bereits in der zweiten Minute erzielte der VfL Bochum in Form von Simon Terodde den Führungstreffer. Nach einem Eckball von Terrazzino ist Terodde in der kurzen Ecke zur Stelle und trifft aus der Drehung in das Fürther Tor.

Diese suchten auch den schnellen Weg nach vorne. Ein Standard von Gießelmann in der fünften Minute traf die Latte, auch fünf Minuten später war Luthe gegen Gjasula zur Stelle. Zehn Minuten später musste das Kleeblatt erstmals verletzungsbedingt Wechseln. Für den angeschlagenen Marco Stiepermann kam Sebastian Freis in die Partie.

In der 24. Minute knallte es erneut im Kasten des Fürther Keepers. Terrazzino hält aus knapp 25 Metern drauf und der Ball schlägt mit gütiger Mithilfe von Mielitz im unteren linken Eck ein. Der Treffer mutete schon kurios an, wurde aber ein paar Minuten später noch getoppt. In Minute 31 tanzte Terrazzino aka. „So einen Trick lernt man nur auf dem Mannheimer Bolzplatz“ am Sechszehner die Fürther Schröck und Caligiuri aus, und legte den Ball Richtung Grundlinie. Der geschlagene Mielitz muss dem Ball schon hinterhersehen, ehe Röcker den Ball, der noch vor der Linie war, beim Klärungsversuch mit der Hacke in das eigene Tor bugsierte. Immerhin hatte der Treffer einen besonderen Seltenheitswert. In der „Zeiglers Kacktor des Monats“-Auswahl schaffte es Röcker immerhin in die Top5, Philipp Pentke von Montagabend wird dort wohl ebenfalls seinen Platz sicher haben.

Durch die 0:3-Führung schaltete der VfL ein paar Gänge zurück, sodass bis zur Halbzeit nichts Nennenswertes mehr passierte. Die Fürther hatten Pech mit zwei Lattentreffern, doch nach der Pause sollte es noch dicker für sie kommen..

Man of the Match: Marco Terrazzino. Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

Knapp zehn Minuten nach Wiederanpfiff erzielte der VfL nämlich das 0:4 in Person von Simon Terodde, der einen Pass von der Grundlinie von Terrazzino eiskalt verwertete. Ruthenbeck wechselte wenige Minuten später und brachte Kumbela und Zulj für Sukalo und Weilandt. Hoogland bewarb sich schon als Handballspieler, als er mit der Hand versuchte den Ball im Tor unterzubringen, ehe er von Schiedsrichter Siebert aber zurückgepfiffen- und mit dem gelben Karten verwarnt wurde.

Der VfL wechselte im Laufe der Zeit und brachte Peniel Mlapa und Thomas Eisfeld in die Partie. Dass bei den Fürthern nichts lief, bewies auch Berisha, der ein Geschenk von Celozzi nicht annahm und nur einen Kullerball zustande brachte. Auch Sebastian Freis‘ Schuss wurde von Luthe glänzend partiert, sodass er bis zum Ende der Partie die Null halten konnte. Eisfeld kam noch für Hoogland und Novikovas ersetzte Terodde, wodurch Mlapa in das Sturmzentrum rückte. Und dieser setzte auch den Schlusspunkt: Eine scharfe Hereingabe von Bulut verwertete Mlapa mit der Hacke, die passend zum Spiel, an den Innenpfosten und ins Tor ging. Danach pfiff Schiedsrichter Siebert die Partie mit einem würdigen Höhepunkt ab. Das 0:5 stellt bis heute einen der höchsten Auswärtssiege in der Zweitligahistorie des VfLs dar.

Die Mannschaft feierte mit den mitgereisten Fans. Aufgrund des Feiertags war der Gästeblock sogar besonders gut gefüllt. Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

Nach der Partie

In der anschließenden Pressekonferenz hebte Verbeek vor allem den Fürther Weilandt lobend hervor. Da Tabellenführer Freiburg in Karlsruhe nur 1:1 spielte, war der VfL nach dem Spieltag wieder Tabellenführer. Nach der darauffolgenden Länderspielpause kam auch Innenverteidiger Felix Bastians nach seiner Verletzung wieder zurück, allerdings gelang dem VfL bis zur Winterpause nur noch ein weiterer Ligasieg. Den Fürthern hing das Torverhältnis einigermaßen nach, so beendete das Kleeblatt die Saison mit einem Torhältnis von -6 auf Platz 9. Der VfL reihte sich am Ende der Saison bekanntermaßen auf dem fünften Tabellenplatz ein. Nach der Saison wechselten Tom Weilandt, Johannes Wurtz und Marco Stiepermann zum VfL, wobei mittlerweile nur noch Weilandt für den VfL aktiv ist.

Matthias Rauh

Matthias Rauh

Obwohl in Bayern wohnhaft besitze ich eine Dauerkarte beim VfL und versuche, jedes Heimspiel und jedes Auswärtsspiel im Süden vom VfL mitzunehmen. Meine Begeisterung für den VfL entwickelte sich in der Saison 2006/07, endgültig besiegelt wurde sie bei dem eigentlich völlig belanglosen Spiel Karlsruher SC gegen den VfL im Jahr 2008. Während eines Fußballturniers wollten meine Mannschaftskameraden in der Bundesligakonferenz ständig die Zwischenstände von Bayern München und Nürnberg wissen, ich erntete misstrauische Blicke, als ich den Zwischenstand von Bochum wissen wollte. Abstieg, Relegation, Funkel, Neururer... ich bin immer noch dabei und freue mich immer mehr auf Spiele wie Bochum gegen Sandhausen als Bayern gegen Dortmund.

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