Die Tür zum Trainerbüro steht offen! Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

Willkommen zurück im einsachtvieracht-Trainerbüro!

Die Saisonvorbereitung neigt sich dem Ende zu. Endlich geht es wieder los! Wir erwarten den 1. FC Köln in unserem Schmuckkästchen anne Castroper. Man möchte derzeit nicht in der Haut von Robin Dutt stecken – hat er doch alle Spieler an Bord und die freie Auswahl bezüglich der Startelf. Doch wer sollte am kommenden Samstag von Beginn an auf dem Rasen stehen? Wir öffnen die Tür zum einsachtvieracht-Trainerbüro und lauschen den Diskussionen rund um die Thesen bezüglich der Aufstellung.

Im Tor muss Manuel Riemann spielen, wenn er denn fit ist!

Weiterhin unsere Nummer 1? Manuel Riemann. Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

Steven Ongsiek – Wenn Manuel Riemann rechtzeitig fit wird, gehört er meiner Meinung nach als Nummer 1 ins Tor. Er hat in der Rückrunde der vergangenen Spielzeit wieder zu alter Form gefunden und sich perfekt mit der Verteidigung abgestimmt. Nicht umsonst kassierten wir enorm wenig Gegentore seitdem Robin Dutt die Zügel übernommen hat. Ist er jedoch nicht bei 100%, steht mit Felix Dornebusch eine gute Alternative parat.

Sebastian Hettmann – Ich bin hier bei Steven. Manuel Riemann ist unsere Nummer 1 und hat sich zuletzt stabilisiert, so dass, in meinen Augen, kein dauerhafter Wechsel notwendig ist. Mit seinem Gefühl für offene Räume kann er unser Abwehrkette im Notfall helfen, sollte diese höher schieben, um die Räume im Mittelfeld enger zu gestalten. Das wird nötig sein, um den Raum für das starke Kölner Zentrum zu verengen.

Matthias Rauh – Im Großen und Ganzen ist Riemann unsere Nummer 1, auch wenn es ab und zu einen Patzer, sozusagen den „Riemann des Tages“ gibt. Im Vorbereitungsspiel gegen Brünninghausen brachte Riemann eben jene Aktion, die einige Kritiker wieder aufschreien ließ. Sofern Riemann in den ersten Spielen nicht patzt, werden diese Stimmen verstummen. Wenn nicht, könnte der zwar in der Strafraumbeherrschung unsicherere, dafür aber im 1 gegen 1 sicherere Felix Dornebusch dauerhaft den Vorzug bekommen.

Gegen den Effzeh brauchen wir Erfahrung auf dem Feld, da müssen sich unsere Youngster in der Verteidigung gedulden!

Sebastian Hettmann – Gerade gegen den 1. FC Köln sollte Patrick Fabian ein Spiel erwarten, bei dem er in der Vergangenheit stets glänzen konnte und auch weiterhin glänzen wird. Fabian ist prädestiniert dafür, die körperlich agierenden Mittelstürmer der Kölner aufzunehmen. Egal ob der Effzeh mit Simon Terodde oder Jhon Córdoba beginnen wird, Fabian kann sich gegen beide Mittelstürmer durchsetzen. Ich hätte keine Bauchschmerzen dabei, ihm diese Aufgabe zu übertragen. Der Part neben Fabian hingegen könnte sowohl von Tim Hoogland als auch von Maxim Leitsch bekleidet werden. Ich sehe Leitsch gegen Köln vorne, da er mir in der Vorbereitung ausgesprochen gut gefallen hat und körperlich sehr stabil scheint. Für Hoogland würde sein Aufbauspiel und seine Antizipation sprechen, welche zuletzt jedoch ein wenig nachgelassen haben.

Tobias Wagner – Erster Spieltag, volles Haus. Da können die Nerven schon einmal flattern. Trotzdem sehe ich Maxim Leitsch und Jan Gyamerah als sehr stabil an. Beide verkörpern die Zukunft, verfügen über eine gute Dynamik und Endgeschwindigkeit. An der Seite eines Routiniers bekommen sie die notwendige Sicherheit. Deswegen würde auch ich auf eine Kombination aus einem alten Haudegen und einem Jungspund setzen. Wie von Sebastian beschrieben, wären Fabian und Leitsch meine Favoriten. So hat man mit Gyamerah einen flexiblen Spieler für mehrere Positionen auf der Bank.

Stefan Zils – Auch wenn Maxim Leitsch in der Vorbereitung kurzzeitig aussetzen musste, konnte er nach seiner Verletzungspause ganz klar punkten. Er wirkt absolut stabil und bringt den Vorteil eines starken linken Fußes mit. Für mich ist er am ersten Spieltag gesetzt und mit Köln kommt gleich ein sehr guter Gradmesser für seine Leistungsfähigkeit. Neben ihm würde ich auf Patrick Fabian setzen, wobei ich ihn und Tim Hoogland als relativ gleichwertig ansehe. Bei den Außenverteidigern würde ich im Spiel gegen Köln Jan Gyamerah den Vorzug vor Stefano Celozzi geben, Celozzi war zuletzt angeschlagen und ich würde beide so nah beieinander sehen, dass Gyamerah hier dann schon in die Startelf rücken könnte.

Gyamerah verkörpert eine Qualität, die man nicht auf der Bank versauern lassen darf!

Im vergangenen Jahr einer unserer Shootingstars: Jan Gyamerah. Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

Jens Hartenstein – Jan Gyamerah ist nicht nur ein Bochumer Eigengewächs, sondern obendrein im fitten Zustand unverzichtbar für das Team. Während in der abgelaufenen Saison in der Offensive vor allem Kevin Stöger, Lukas Hinterseer und Robbie Kruse für Schlagzeilen gesorgt haben, konnte sich Gyamerah nahezu unbemerkt von medialen Blitzlichtgewittern zu einer der elementaren Stützen in der Bochumer Hintermannschaft mausern. Nachdem die konditionellen Schwierigkeiten überwunden waren, zeigte er sich dynamisch, zweikampfstark und mit reichlich Zug nach vorne. Selbst in den mitunter turbulenten Phasen der Saison war er dabei einer der konstantesten Spieler im Team. Ein Spieler, auf dem man auch zur neuen Saison keinesfalls verzichten sollte. Mit Stefano Celozzi wartet allerdings kein geringerer als der Kapitän auf seiner Stammposition auf. Dieser hat wieder zur alten Form gefunden und ist somit ebenfalls unverzichtbar für das Team. Auf der Innenverteidigerposition hingegen besteht Bedarf – insbesondere an dynamischen Spielern, denn Fabian und Hoogland sind beide nicht mehr die jüngsten und keine „Sprintungeheuer“. Gyamerah könnte sich zunächst perfekt mit einem der Routiniers ergänzen und auf lange Sicht gemeinsam Maxim Leitsch ein dynamisches Bochumer Duo bilden.

Wie verhalten sich unsere Außenverteidiger? Aufrücken oder Absichern? Breite halten oder Einrücken?

Tobias Wagner – Die Außenverteidigung ist das Prunkstück unseren VfLs. Auf beiden Seiten haben wir mit Danilo Soares und Timo Perthel sowie mit Stefano Celozzi und Jan Gyamerah zwei Alternativen auf höchstem Zweitliganiveau, wobei jeweils einer fast wie ein Mittelfeldspieler einrücken kann (Soares, Celozzi), um den Spielaufbau zu unterstützen, und der andere (Perthel, Gyamerah) mit Dynamik die Außenlinie beackert.

Gegen den Effzeh ist dabei erst einmal Absichern angesagt. Die Kölner werden mit ihren schnellen Außen jede Lücke nutzen. Es sollte maximal einer Aufrücken, wobei der jeweils andere mit der verbliebenen Viererkette und den Sechsern eine 3-2-Restverteidigung bildet. Diese Aufgabe können tendenziell alle Außenverteidiger erfüllen. Gyamerah wäre als Halbverteidiger auf rechts sogar in seiner Idealposition und auch die aufrückende Rolle bei absicherndem Soares würde ihm liegen.

Es ist auch denkbar, dass Sam und Weilandt bzw. Kruse breit bleiben, während einer aus Celozzi oder Soares einrückt, um den Mittelfeldblock auf drei Leute zu verstärken. Sollte Losilla zentral oder nach rechts abkippen, könnten sogar beide diese Rolle gleichzeitig einnehmen. Somit hat man eine solide 3-3-3-1/3-3-4 Aufbaustruktur und sollte kaum Konter zulassen.

Sollte am Ende tatsächlich auf ein 4-4-2 gesetzt werden, macht es Sinn, auch in der Außenverteidigung aktiv zu werden. Mit Gyamerah und Perthel kann der VfL dann die ganze Breite abdecken, während die Außen im Zwischenlinienraum der Kölner für Unruhe sorgen.

Losilla ist gesetzt. Aber wer hat zwischen Robert Tesche und Vitaly Janelt die Nase vorn?

Sebastian Hettmann – Es kann gegen Köln nur einen geben: Das verkannte Genie aus Ostwestfalen! Derzeit sehe ich Robert Tesche als Balancespieler neben Anthony Losilla als enorm wichtig an. Gerade gegen den 1. FC Köln und seine Offensivpower können wir die situativ immer korrekten Absicherungen von Robert Tesche sehr gut gebrauchen. Die Kölner werden in der Offensive sehr variabel agieren. Mit Louis Schaub haben sie einen sehr kreativen Spieler für die Zentrale bekommen, der sich viel bewegt und die Räume sucht. Dazu kommt mit Dominick Drexler ein Spieler über Außen, der sehr gerne invers agiert und dann aufgenommen werden muss. Die hoch aufschiebenden Außenverteidiger und dynamischen Benno Schmitz und Jonas Hector werden unsere Außenverteidiger außen beschäftigen. Wir benötigen daher im Mittelfeld intelligente Übergaben der Gegenspieler. Es wartet viel Arbeit auf unser zentrales Mittelfeld, um die Abwehrkette zu unterstützen. Ein Job für Robert Tesche und Anthony Losilla!

Im wahrsten Sinne des Wortes „gesetzt“: Anthony Losilla. Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

Jens Hartenstein – So sehr ich Sebastian mit all seinem Taktik-Know-how auch schätze, hier muss ich ihm klar widersprechen. Kaum ein Spieler verkörpert so sehr unsere Zukunft wie Vitaly Janelt. Er bringt alles mit, um auf lange Sicht auch eine Liga höher zu glänzen. Robust in den Zweikämpfen, kann er neben Losilla das Mittelfeldzentrum dicht machen und so die Abwehr entlasten. Selbstverständlich strahlt er dabei noch nicht die Ruhe von Robert Tesche aus, doch gewinnt man diese Ruhe nur über Spielpraxis und nicht auf der Bank. Setzen wir frühzeitig auf Janelt, werden wir noch sehr viel Freude an ihm haben. Sein größtes Plus gegenüber seinen Kontrahenten ist aber insbesondere sein Drang, in den gegnerischen Strafraum zu ziehen und somit die geschaffenen Räume unserer Offensivkräfte zu nutzen. Die Offensive des eigenen Teams beginnt nicht erst im Sturm und die fehlende Torgefahr aus dem Mittelfeld war wohl eines unserer Hauptprobleme der abgelaufenen Saison. War Janelt trotz seines jungen Alters bereits im Vorjahr schon der effektivere Scorer im Vergleich zu seiner Konkurrenz im zentralen Mittelfeld, so kann mit steigendem Selbstbewusstsein auch hier nochmal eime positive Entwicklung erwartet werden. Seine zwei Tore gegen Stoke City sind dabei hoffentlich erst der Anfang gewesen.

Freie Wahl auf dem Flügel – Ist Kruse schon bereit für die Startelf? Soll Tom Weilandt starten? Brauchen wir die Unbekümmertheit von Miloš Pantović?

Sebastian Hettmann – Robbie Kruse ist, natürlich durch die Weltmeisterschaft bedingt, verspätet in die Vorbereitung gestartet und muss erst einmal aufholen. Ein Kruse, welcher bei 100% ist, kann unserer Mannschaft enorm helfen. Sollte Kruse jedoch nicht bei 100% sein, kann er zu einer Bürde in der Defensive werden. Gegen Köln werden die Außenverteidiger enorm mitschieben und Druck ausüben, weshalb von unseren Flügelspielern Unterstützung in der Defensive verlangt wird. Für mich spricht daher alles für einen Startelfeinsatz von Tom Weilandt, da dieser defensiv stabiler ist als Kruse und Pantović.

Matthias Rauh – Als wir in der Saison 2015/16 in Paderborn in die Saison starteten, kannte vor Anpfiff kaum jemand Janik Haberer. In diese Rolle könnte jetzt unser junge Serbe schlüpfen. Mit einer Bilanz von 12 Treffern und 11 Vorlagen in der letzten Regionalligasaison verkörpert Pantovic das, was man in einigen Teilen von den Flügeln erwartet hatte: direkte Torgefahr über die Außen! Sollte Pantovic sich mit guten Leistungen in der ersten Elf festgespielt haben, würde es selbst für die etablierten Kruse und Weilandt schwer werden.

Stefan Zils – Ich würde Robbie Kruse ebenfalls noch nicht von Beginn aufstellen, neben seinem Rückstand hätte man bei den sehr hohen Temperaturen dann für den späteren Verlauf einen äußerst schnellen Spieler von der Bank zur Verfügung, wenn seine Gegner schon ein paar Körner gelassen haben. In der Entscheidung, ob es Tom Weilandt oder Milos Pantovic werden soll tue ich mich schwer, einerseits ist Weilandt nicht der klassische Flügelspieler, der hinter die hoch stehenden Außenverteidiger kommt oder diese zurückdrängt, andererseits ist er deutlich erfahrener als Pantovic. Grundsätzlich spricht einiges für Beide, hier soll der Trainer nach den Trainingseindrücken entscheiden.

Eine Grundordnung im 4-2-3-1 oder doch im 4-4-2?

Tobias Wagner – In der Vorbereitung hat Robin Dutt flexibel zwischen dem 4-2-3-1 und dem 4-4-2/4-1-3-2 gewechselt. Defensiv gibt es zwischen den Formationen kaum einen Unterschied, offensiv können unterschiedliche Rollenverteilungen hinsichtlich der Position hinter oder um Lukas Hinterseer jedoch viel verändern. Spielen Kruse, Wurtz oder Pantović als hängende Spitze neben Hinterseer bzw. Ganvoula, müssen die Verteidiger stehts mit Läufen in die Schnittstellen rechnen. Sie verhalten sich passiver, was Räume zischen den Linien schafft. Dies können Spieler wie Weilandt, Sam oder auch Maier, die als nominelle Flügelspieler sich auch im Zwischenlinienraum wohlfühlen, optimal ausnutzen. Durch die dünnere Besetzung des Mittelfelds im Aufbau wird das Spiel direkter. Die hoffentlich noch nicht voll funktionsfähigen Automatismen der Kölner Defensive können so auf die Probe gestellt werden.

Wie lässt Robin Dutt am Samstag agieren? Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

Für das 4-2-3-1 spricht die Kontrolle. Lässt sich Maier wie Stöger im Spielaufbau fallen, kann eine Überzahl hinter den gegnerischen Stürmer geschaffen werden, um das Spiel ruhig in das zweite Drittel zu tragen. Auch die Absicherung bei Kontern sollte so besser sein. Darunter würde jedoch die Durchschlagskraft leiden. Eine Möglichkeit könnte es sein, mit dem 4-2-3-1 zu beginnen und im Laufe des Spiels mit dem 4-4-2 den Druck zu erhöhen.

Ist Maier fit, ist er gesetzt!

Jens Hartenstein – … zumindest solange, bis Thomas Eisfeld wieder bei 100 % ist. Die Besetzung des zentralen Mittelfelds könnte durchaus spannend werden, insbesondere wenn alle Spieler fit sind. Mit Maier, Eisfeld, Janelt und Tesche haben gleich vier Spieler Ansprüche auf die beiden Stammplätze neben Losilla. Nicht zu vergessen – mit Saglam will ein weiterer Spieler in der kommenden Saison den entscheidenden Schritt zum Start seiner Karriere gehen. Doch noch scheint Saglam nicht weit genug. In der Vorbereitung jedenfalls bestimmten andere Spieler die Schlagzeilen – auch gegen Millwall wurde der Nachwuchskicker erst kurz vor Schluss eingewechselt. Da ein angeschlagener Eisfeld wohl zum Saisonauftakt noch keine tragende Rolle spielen dürfte, ist Maier im 4-2-3-1 auf der 10 unumgänglich – vorausgesetzt die gestrige Trainingsverletzung entpuppt sich als nicht zu schwerwiegend. Maier würde einen feinen Fuß bei Standards mitbrigen und ist zudem durchaus in der Lage einem Spiel seinen Stempel aufzudrücken. Knüpft er an seinen Zeiten beim St. Pauli an, wird die „10“ auch über den weiteren Verlauf der Saison sein Revier bleiben und der Abgang von Stöger könnte schon bald in Vergessenheit geraten. Fällt Maier gegen Köln allerdings ebenfalls aus, muss Dutt kreativ werden. Eine Option könnte das von Tobias bereits angesprochene 4-4-2 System mit hängender Spitze darstellen. Aufgrund der Vorbereitung wäre Wurtz vermutlich der aussichtsreichste Kandidat für die Position, aber auch die bereits angesprochenen Spieler wie Kruse und Pantovic wären Optionen. Will Dutt mit einem 4-2-3-1 starten, könnte Weilandt in die Rolle von Maier schlüpfen. In Kiel konnte er in der vergangenen Saison schon andeuten, dass er auch in einer zentraleren Position durchaus zu gefallen weiß.

Sebastian Hettmann – Mit Thomas Eisfeld und Sebastian Maier haben wir, wenn beide fit sind, ein Luxusproblem. Da sich Eisfeld jedoch in der tieferen Rolle des Achters wohler zu fühlen scheint und Maier auch hinter der oder den Spitzen agieren kann, ist ein Zusammenspiel der beiden durchaus denkbar. Gerade gegen tiefstehende Gegner oder in Situationen in denen wir in Rückstand geraten sind, werden beide gemeinsam auf dem Feld stehen und sich die Räume im Mittelfeld aufteilen. Fraglich ist dann jedoch, ob mit ihnen Losilla oder Janelt als Balleroberer auf dem Feld stehen oder doch als klarer Sechser agieren. Die vertikale Staffelung dürfte jedoch klar gegliedert sein, so wie wir es im verganenen Jahr bereits mit Losilla, Tesche und Stöger gesehen haben. Weiterhin darf man Görkem Saglam nicht vergessen, welcher hoffentlich den nächsten Schritt macht und im Mittelfeld zu mehr Spielanteilen kommt als zuletzt!

Sam wird allen Kritikern zeigen zu was er fähig ist!

In diesem Jahr im Fokus: Sidney Sam. Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

Steven Ongsiek – Sidney Sam ist in Bochum angekommen! Eine gewagte Aussage, doch ich denke, dass er diese Saison zu einer der wichtigen Stützen im Team werden kann. Er hat letzte Saison in dem einen oder anderen Spiel gezeigt, was er fußballerisch noch drauf hat – leider zu selten. Doch schon die Saisonvorbereitung hat gezeigt, dass er voll im Saft steht und seine Chance genutzt hat. Offensichtlich konnte er Robin Dutt zeigen, wie wichtig er werden kann. Entscheidend wird sein, dass er mehr Offensivgefahr ausstrahlt. Dabei erwarte ich nicht primär, dass er selbst einige Tore erzielen, sondern dass er in seiner Rolle als LA oder RA für mehr Torvorbereitungen sorgen muss, um Spieler wie Hinterseer zu füttern. Ich bin mir sicher, dass Sam diese Saison eine gute Rolle spielen wird und die Kritiker verstummen lässt.

Sebastian Hettmann – Definitiv hat Sidney Sam nun eine Grundlage, auf der er aufbauen kann. Er hat mittlerweile zwei komplette Vorbereitungen mit dem Team absolviert. Er hat genug Spielpraxis sammeln können im vergangenen Jahr und einen Trainer, der voll auf ihn setzt. Die Voraussetzungen für einen (erneuten) Durchbruch sind gegeben. Mit seiner Vielseitigkeit in der Offensive kann Sam der Mannschaft viel geben. Entscheidend wird sein, dass er schnell Erfolgserlebnisse sammelt und dadurch Selbstvertrauen tanken kann. Wenn das eintreten sollte, dürfen wir uns auf einen herausragenden Spieler in der Liga freuen.

Stefan Zils – Ich würde mich freuen, wenn Sidney Sam den richtigen Durchbuch in Bochum schafft und seine Körpersprache schon zu Beginn der Vorbereitung lässt hoffen, dass ihm dieses auch wichtig ist. Aber für mich bleiben da erhebliche Zweifel, in solchen Situationen ist man schon zu oft enttäuscht worden, wenn man auf einen Startschuss wartete. In Punkto Einsatz war Sam allerdings bislang überhaupt nichts vorzuwerfen und wenn er das weiterhin mit einbringt, dann kann eine Enttäuschung zumindest nicht so extrem ausfallen, selbst wenn sehr viel von dem fehlen würde, was ihn in Leverkusen zum Nationalspieler gemacht hat. Mit seinem Potential müsste er aber eigentlich zumindest auf hohem Zweitliganiveau spielen können.

Bleibt Lukas Hinterseer der Platzhirsch oder laufen ihm Johannes Wurtz oder Silvere Ganvoula den Rang ab?

Lukas Hinterseer ist und bleibt angriffslustig. Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

Sebastian Hettmann – Lukas Hinterseer hat sich seinen Status als Platzhirsch klar erarbeitet und gehört für mich daher in die Startelf. Er arbeitet für das Team, er hat den Instinkt des Mittelstürmers und kann sowohl mit dem Rücken zum Tor als auch zum Tor gewandt für Gefahr sorgen. Mit einem körperlich fitten, und in einigen Wochen wieder bekannt dynamischem, Timo Perthel können wir hoffentlich in diesem Jahr unser Flankenspiel wieder bis zur Grundlinie tragen, was sowohl Hinterseer als auch Ganvoula zum Gute kommen würde. Für mich ist Ganvoula die erste Option als Ersatz für Hinterseer, da Johannes Wurtz vielseitiger ist und somit als Option für die hängende Spitze im 4-4-2 in Frage kommt, wenn mehr Durchschlagskraft benötigt wird.

Matthias Rauh – Für das Köln-Spiel sehe ich Hinterseer in der Startelf und Wurtz und Ganvoula auf der Bank. Ich traue Ganvoula durchaus die Rolle als Lückenreißer in der Abwehr zu, dazu braucht er aber die passenden Mitspieler. Im Gegensatz zu Hinterseer kann Ganvoula aber auch in der Zentrale bleiben, während Hinterseer oft auf die Flügel ausweichen kann. Die gehackte Rangordnung also: Hinterseer gesetzt, Ganvoula als erster Wechsler und Wurtz für die Brechstange bzw. als Wechsler für Basti Maier.

Sebastian Hettmann

Sebastian Hettmann

Als ich zum ersten Mal bewusst im Ruhrstadion war, spielte der VfL Bochum in der Saison 2002/2003 gegen den Hamburger Sport Verein und ein direkt verwandelter Eckstoß sowie einige Anekdoten von meinem Großvater lassen mich seither den Rothosen die Daumen drücken. Ich kam allerdings nie wieder vom Ruhrstadion los und bin seitdem regelmäßig ins Ruhrstadion gegangen. Seit der Saison 2006/2007 fiebere ich als Dauerkarteninhaber im Block N2 bei Spielen unseres VfL mit.

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