Tolle Kulisse am Freitagabend anne Castroper!

Der vage Traum des Aufstiegs lebt weiter

Am Freitagabend konnten unsere Jungs bei herrlichem Fußballwetter, und vor 20.121 begeisterten Bochumer Mädels und Jungen, den Nicht-Abstieg feiern. Vielmehr sind wir nach dem 2:1 Heimsieg gegen Erzgebirge Aue noch in der Verlosung um den Relegationsplatz zum Aufstieg in die Fußball Bundesliga.

Vor dem Spiel konnte unser Chef-Trainer Robin Dutt auf die 11 Spieler vertrauen, die er in seiner Amtszeit am meisten eingesetzt hat. Lediglich Stefano Celozzi fehlt weiterhin verletzt, wodurch Jan Gyamerah die rechte Abwehrseite verteidigte und Tim Hoogland zurück in die Innenverteidigung rückte. Auf Seiten der Veilchen standen mit Christian Tiffert, Malcom Cacutalua, Dominik Wydra und Sören Bertram vier ehemalige Bochumer zu Beginn auf dem Rasen. Hannes Drews ließ seine Auer Mannschaft in einer 5-3-2 Grundformation agieren, wodurch die Räume im Zentrum stark verengt wurden. Robin Dutt ließ daraufhin die beiden zentralen Mittelfeldspieler nach außen herauskippen und die Außenverteidiger jeweils hoch agieren, um Überzahlsituationen an den von den Auern nur einfach besetzten Flügeln zu schaffen. Seit dem Spiel gegen Kaiserlautern scheint sich diese Variantezusätzlich zum Kurzspassspiel durchs Zentrum als zweite taktische Raffinesse im Spielaufbau durchzusetzen.

Robbie Kruse zum ersten

Aue konnte in Halbzeit 1 immer wieder in die markierten Räume eindringen und die Geschwindigkeitsvorteile gegenüber unserer Defensive ausnutzen.

Das 1:0 fiel dann auch wieder durch einen kollektiven Geniestreich durch das Zentrum. Bereits in der dritten Spielminute nutzte man die zu Beginn noch etwas unsortierte Auer Defensive aus, um mit zwei schnellen, langen Pässen das halbe Spielfeld zu überbrücken und brachte so Robbie Kruse in Position (wenn auch leicht im Abseits), der frei vor dem Tor am Torwart Männel vorbei schob und die Ostkurve das erste Mal in Ekstase versetzte. Kevin Stöger und Lukas Hinterseer dürfen sich hier jeweils auf die Schulter klopfen für zwei tolle Pässe. Im Anschluss konnten unsere Jungs den Schock der Auer ausnutzen und hätten auf 2:0 erhöhen können.

Durch den offensiven Eifer und unsaubere Abspiele unserer Jungs, konnte die Mannschaft aus dem Erzgebirge im Anschluss jedoch immer wieder Bälle abfangen oder erobern und ihren eigentlichen Spielplan umsetzen: Nach Ballgewinn schnell in die Spitze kommen. Mit Sören Bertram und Pascal Köpke agierten zwei schnelle (Flügel-)Stürmer zentral. Gegenüber derer Schnelligkeit hatte unsere Restverteidigung bei Gegenangriffen oftmals das Nachsehen. Patrick Fabian, Robert Tesche und Anthony Losilla mussten zu oft die Räume der aufgerückten Außenverteidiger Gyamerah und Soares verteidigen, wodurch Bertram und Köpke im offenen Feld natürlich diesen Vorteil ausnutzen konnten. Das 1:1 kam zwar überraschend, war aber folgerichtig. Bertram konnte auf unserer rechten Verteidigungsposition einen Ball erlaufen und steckte diesen auf den nach innen startenden Köpke durch, welcher frei vor Riemann wenig Mühe hatte. Köpke und Bertram zeigten generell ein gutes Spiel.

Der Bochumer Schock und die Befreiung

Im Anschluss verflachte das Spiel, da Aue sich auf die Kompaktheit in der eigenen Hälfte konzentrierte und unsere Jungs den Schock des Ausgleichs verarbeiten mussten. Nach ungefähr 35 Minuten hatte unsere Mannschaft das Spiel wieder im Griff und Robbie Kruse wurde erneut fantastisch eingesetzt, scheiterte jedoch frei vor Torwart Männel. Das vermeintliche 2:1 fiel dann nach einer Flanke, wobei Lukas Hinterseer die eigentlich verunglückte Ballannahme ausglich und mit einem langen Schritt den Ball abschirmte und ins kurze Eck wuchtete. Leider hatte der Schiedsrichterassistent die Fahne gen Himmel gereckt. 1:1 zur Halbzeit.

Nach der Halbzeit spielte nur noch unser VfL

Torschütze – Unsere Nummer 17: Robbie Kruse! Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

In der zweiten Halbzeit hatte unsere Mannschaft das Spiel dann komplett im Griff und Aue konnte lange Zeit nicht für Entlastung sorgen. Als in der 65. Minute Dennis Kempe für eine Notbremse die rote Karte erhielt, wurde der Druck nochmals erhöht und Robbie Kruse war es, der in der 77. Minute den „Can Can“ aus den Stadionlautsprechern ertönen ließ! Auf der Ostkurve gab es daraufhin kein Halten mehr! Im Anschluss versuchte Aue, mit dem Mut der Verzweiflung den Ausgleich zu erzielen, und es gab noch einige wackelige Momente. Schlussendlich war es jedoch ein verdienter Heimsieg. Die Moral hat unserer Mannschaft erneut den Sieg beschert und wir dürfen weiter vom Aufstieg träumen.

Hervorheben darf man die Leistungen von Danilo Soares, Tim Hoogland und Robbie Kruse, die allesamt ein herausragendes Spiel absolvierten. Soares war stets im Spielaufbau eingebunden, fand kreative Lösungen und konnte so einige gefährliche Angriffe initiieren. Auch defensiv fand er bei seinen riskanten Tacklings meist das richtige Timing. Tim Hoogland hat viele Gegenangriffe der Auer abgedämpft oder im Keim erstickt und Robbie Kruse war mit seinen beiden Toren der Mann des Spiels.

So geh’n die Bochumer, die Bochumer geh’n so!

Unsere Mannschaft hält somit weiterhin die Chance aufrecht, in der Relegation antreten zu dürfen. Dafür bedarf es jedoch Schützenhilfe. Wir hingegen müssten noch beide Spiele gewinnen – sowohl auswärts an der alten Försterei bei Union Berlin und daheim am letzten Spieltag gegen Jahn Regensburg.

Das Restprogramm im Aufstiegsrennen:

Holstein Kiel
FC Ingolstadt (A)
Fortuna Düsseldorf (A)
Eintracht Braunschweig (H)
Jahn Regensburg
MSV Duisburg (A)
Darmstadt 98 (H)
VfL Bochum (A)
Arminia Bielefeld
FC St. Pauli (A)
SV Sandhausen (H)

Schlussendlich hat sich die Mannschaft am letzten Spieltag eine tolle Kulisse im Schmuckkästchen an der Castroper Straße verdient, egal um was es geht! Alle #anneCastroper am 34. Spieltag und lasst uns die Saison feiern! So geh’n die Bochumer, die Bochumer geh’n so!

 

 

Sebastian Hettmann

Sebastian Hettmann

Als ich zum ersten Mal bewusst im Ruhrstadion war, spielte der VfL Bochum in der Saison 2002/2003 gegen den Hamburger Sport Verein und ein direkt verwandelter Eckstoß sowie einige Anekdoten von meinem Großvater lassen mich seither den Rothosen die Daumen drücken. Ich kam allerdings nie wieder vom Ruhrstadion los und bin seitdem regelmäßig ins Ruhrstadion gegangen. Seit der Saison 2006/2007 fiebere ich als Dauerkarteninhaber im Block N2 bei Spielen unseres VfL mit.

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