Flutlichtspiel und Derbyzeit – Lässt uns Fortuna mal nicht im Stich?

Liebe Bochumer Fangemeinde,

am Montag steht an Spieltag 12 das nächste Pflichtspiel unseres VfL an. Wir treffen zu Hause auf den amtierenden Spitzenreiter der 2. Bundesliga, Fortuna Düsseldorf – und schlichtweg nichts spricht für den VfL. An Spieltag 12 hat der VfL zuletzt 10 Spielzeiten hintereinander nie ein Ligaspiel im Unterhaus gewonnen, die Fortuna schwimmt auf einer Erfolgswelle, der VfL hingegen ist aktuell im Tief und steht nur auf Platz 13 in der Liga mit 13 Punkten. Damit ist man fast auf der Talsohle angekommen, hinzu kommt das Aus im Pokal beim SC Paderborn. Wobei – die Rolle des Außenseiters ist nicht mal so schlecht und die letzten beiden Heimspiele wurden gewonnen, so dass es Düsseldorf am Montag vielleicht doch „flüssig aus der Hose läuft“, erst Recht, wenn wir im Spielverlauf wie gegen Sandhausen früh das 1:0 machen und nicht wie zuletzt zweimal früh das Gegentor kassieren. Außerdem, so sagte Trainer Rasiejewski, solle man zielstrebiger werden. Diese letztere Erkenntnis ist hingegen keine neue Erkenntnis, sondern ein konsequent roter Faden der bisherigen Saison.

Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

Spitzenreiter Düsseldorf – alles Zufall oder mehr?

Unter Aufstiegsexperte Friedhelm Funkel bekleidet die Fortuna derzeit Platz 1 und hat sich nach unten sogar ein kleines Polster erarbeitet. Bei 28 Punkten auf der Haben-Seite, haben die Düsseldorfer sieben Punkte Vorsprung auf Platz 4. Auswärts konnte die Fortuna von ihren fünf Spielen in der Fremde vier gewinnen und verlor erst eine Partie. Natürlich könnte man jetzt argumentieren, dass Düsseldorf auch bislang einiges an Glück hatte im Saisonverlauf – aber: Glück kann man sich auch erarbeiten, gleichwohl aus Bochumer Sicht dieses am Montag gerne ausbleiben darf. Woran mag das aber liegen, dass die Fortuna dieses Jahr unter Funkel so harmoniert? An der Laufstärke scheint es nicht zu liegen, bekleidet die Fortuna ligaweit „nur“ den 13. Platz in der Statistik.

Geliehenes Glück spielt eine Rolle

Eines der vielen Mosaiksteinchen für den Erfolg in diesem Jahr scheint das glückliche Händchen zu sein, welches die Fortuna mit Leihspielern hat. Neben Angreifer Hennings, der im Jahr zuvor nach einem Leihgeschäft aus Burnley fest verpflichtet wurde, und in dieser Saison an seine alte Karlsruher Form erinnern lässt, hat die Fortuna mit den Leihgaben Zimmer (VfB Stuttgart), Neuhaus (Borussia Mönchengladbach), Usami (FC Augsburg), Raman (aus Belgien kommend, nicht erwähnenswerter Verein), Kujovic (KAA Gent/Belgien) und Lovren (Dinamo Zagreb II/Kroatien) fast durchweg gute Treffer gelandet. Da ist dann auch der Abgang des hochtalentierten Bebou zu verkraften, für den Hannover um die 5 Mio. € ausgab.

Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

Auch Funkel ist sicherlich ein Faktor

Neben taktischer Variabilität und des Anpassens der Verteidigung auf den Gegner mit Dreier- oder Viererkette und taktischer Feinarbeiten während des Spielverlaufs hat Funkel zudem bislang in keinem Pflichtspiel die gleiche Elf wie zuvor gebracht. Er profitiert aber natürlich folgerichtig von der großen Qualität, die die Kaderbreite mit sich bringt und in der selbst Routiniers wie Schmitz, Bodzek oder ein Angreifer mit hoher Qualität wie Nielsen oftmals draußen bleiben. Im Pokalspiel wurden beispielsweise, gegenüber dem Spiel gegen Darmstadt, vier Umstellungen vorgenommen.

Welche Spieler sind die Säulen des Erfolgs?

Von der Rotation fast durchweg ausgenommen ist beispielsweise Abwehrspieler Kaan Ayhan. Im Pokal musst er bei der Niederlage gegen Mönchengladbach wegen einer Rotsperre pausieren, ansonsten ist Ayhan jedoch gesetzt. Trotz seiner nur 1,84 Meter Körpergröße ist er sowohl am Boden als auch in der Luft stark und weiß dank seiner guten Technik sowie seinem guten Auge zu überzeugen. Der Spielaufbau der Fortuna führt meist über ihn. Auch Oliver Fink ragt heraus. Der Kapitän der Fortuna ist zwar mit 35 Jahren der Senior im Team, aber dennoch einer der wenigen km-Fresser. Fink, stark in der Balleroberung, bildet mit Youngster Neuhaus, der außerordentlich torgefährlich ist mit vier Treffern und als dynamischer Achter agiert, und Sobottka, der Aufräumer der Fortuna, das zentrale Mittelfeld. Im Angriff wiederum profitiert Hennings von den Freiheiten, die ihm Raman in der Offensive schafft, der mit seiner quirligen Spielweise die Gegner auf sich zieht und Henning somit selbst die Chance gibt, nach vorne zu marschieren oder Torchancen mit klugen Pässen in die Tiefe zu kreieren.

Wie sehen die Statistiken bislang aus gegen Düsseldorf?

Neben der unheilvolle Bilanz des 12. Spieltags, konnte der VfL in der letzten Spielzeit beide Pflichtspiele nicht gegen Düsseldorf gewinnen. In Düsseldorf gab es eine deftige 0:3-Niederlage und in Bochum unterlag man – ebenfalls unter Flutlicht – ebenfalls mit 1:2. Auch damals war das Ruhrstadion ausverkauft. In der bisherigen Zweitligahistorie standen sich beide Vereine im Unterhaus zwölfmal gegenüber bei vier Düsseldorfer Siegen, drei Bochumer Erfolgen und fünf Unentschieden sowie 12:14 Toren. In Bochum gab es bei 6:5 Toren vier Unentschieden sowie einen Heimsieg und eine Niederlage.

Sam fehlt am Montag – Kruse und Soares sind zudem fraglich

Foto: Tim Kramer (Tremark Fotografie)

Als hätte der VfL nicht schon genug Probleme, droht für Montag das kongeniale Duo in der Offensive, mit Stöger und Kruse, gesprengt zu werden, da sich bei Letzterem erst morgen final entscheiden wird, ob er spielen kann oder nicht. Gleiches gilt auch für Soares. Fallen Beide aus, müsste die linke Seite neu besetzt werden. Des Weiteren fallen Hoogland, Perthel und Rieble definitiv aus, während Spieler wie Tesche oder Merkel aussortiert wurden von Interimstrainer Rasiejewski. Eine Startformation mag ich diesmal nicht nennen, da Rasiejewski zuletzt mit etlichen Änderungen aufwartete.

Stehst du oben, fehlt fast keiner…

Bei der Fortuna fehlt nur Torwart Rensing aus, der bislang überraschend gut von Torwart Wolf, der aus Bremen kam, vertreten wird. Im Vergleich zum Pokalspiel wird Funkel natürlich auch diesmal rotieren, alleine schon deshalb, da Ayhan wieder spielberechtigt ist. Eine Gelbsperre droht Sobottka. Folglich könnte die Elf wie folgt aussehen:

Wolf – Zimmer, Ayhan, Hofmann, Gießelmann – Sobottka, Fink, Neuhaus – Raman, Usami – Hennings

Cortus wird leiten

Die Partie am Montag wird Cortus leiten. Ihm assistieren werden Leicher und Bacher, vierter Offizieller ist Bramlage. Den VfL leitete Cortus bislang sechsmal, zuletzt beim 1:1 in der vergangenen Saison zu Hause gegen Bielefeld – und davor beim 3:1-Erfolg unseres VfL in Düsseldorf im März 2016.

Nutzen wir die Außenseiterchance?

Alles spricht generell für die Fortuna, aber genau das sollte uns Hoffnung geben. Wer wäre ich zudem, wenn ich nicht für uns tippen würde? Wir schlagen sie, mit 2:1 – aber wird es ein Remis, nehme ich das auch mit.

Thorsten Amberge

Thorsten Amberge

Eine Dauerkarte beim VfL habe ich mit einjähriger Pause im Zivijahr 1998/99 ab der nächsten Saison im 20. Jahr, so dass ich verwundert feststellen muss, dass ich nunmehr doch zum alten Eisen langsam gehöre. Der VfL und ich haben aber lange gebraucht, um warmzuwerden. Erstmalig im Stadion bei Schwarz-Weiß Essen Mitte der 1980er Jahre, bin ich der typische Bochum-Fan, der über die Fanfreundschaft zum FC Bayern zum VfL kam – und gewissermaßen ein Erfolgsfan bin. Denn ich bin maßgeblich über die 1996/97er-Truppe dem VfL verfallen und habe mich seitdem diesem Verein total verschrieben. Ohne den VfL kann ich nicht – so einfach ist das. Im Internet treibe ich seit nunmehr über 15 Jahren mein Unwesen und habe neben meiner nicht minder zeitintensiven Aktivität bei transfermarkt.de zuerst bei vfl-fanforum.de und dessen Nachfolger unservfl.de als Mitinhaber der Seite mit mehreren Akteuren des VfL sehr spannende Interviews und Gespräche führen dürfen. Meine zeitintensiven Vorberichte dürften sicherlich bekannt sein, einige meiner Interviews mit aktiven Spielern, aber auch mit Vorständen möglicherweise auch.

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