Zwischen Liga-Frust und Pokal-Vorfreude

Englische Woche für den VfL Bochum. Nur drei Tage nach der frustrierenden Niederlage in Braunschweig hat der VfL in Ostwestfalen die Möglichkeit, mit einem Sieg für eine erhebliche Stimmungsaufhellung zu sorgen. In der 2. Runde des DFBPokals trifft der Zweitligist auf den aktuellen Tabellenführer der 3. Liga (Dienstag, 24. Oktober, 18.30 Uhr) und möchte sich von diesem auf dem Weg ins Achtelfinale nicht aufhalten lassen.

Nach dem fünftklassigen FC Nöttingen in der 1. Runde des diesjährigen Pokalwettbewerbs wartet mit dem SC Paderborn nun ein ganz anderes Kaliber auf die Mannschaft von Jens Rasiewski. Der SCP hat sich in den letzten Jahren zu einer echten Fahrstuhlmannschaft entwickelt. Vor drei Jahren kickten die Paderborner noch in der Bundesliga und waren zeitweise sogar Tabellenführer. Nach einer katastrophalen Rückrunde ging es jedoch nach nur einem Jahr zurück in die 2. Liga. Es folgte der bei Absteigern übliche Ausverkauf des Teams, ein unrühmliches Intermezzo von Stefan Effenberg und der erneute Abstieg.

Herausragende Saison – Enorme Offensivstärke

Und auch in Liga 3 lief es für die Paderborner gar nicht gut. Der kurz vor Saisonende verpflichtete Trainer Steffen Baumgart konnte den sportlichen Abstieg in die Regionalliga nicht verhindern. Dass Paderborn nun doch in Liga 3 spielen darf, verdanken sie dem Zwangsabstieg der Münchner Löwen. Diese unverhoffte Chance scheint das Team nutzen zu wollen. Nach einem Drittel der Saison führt der SCP die Tabelle der 3. Liga souverän an und zeigt insbesondere in der Offensive eine beeindruckende Durchschlagskraft. Im Schnitt erzielen die Paderborner knapp drei Tore pro Spiel. Das bekam in der 1. Runde auch der FC St. Pauli zu spüren, der in der Benteler-Arena mit 1:2 unterlag und sich direkt aus dem Pokalwettbewerb verabschiedete.

Der VfL sollte also gewarnt sein, wenn der Bus die kurze Anreise über die A44 antritt. Zuletzt hat der VfL mit dem SCP freilich gute Erfahrungen gemacht. Vor zwei Jahren gelang am 1. Spieltag ein 1:0-Sieg in Paderborn (Tor durch Janik Haberer in seinem ersten Spiel für Bochum) gegen den frisch aus der Bundesliga abgestiegenen Aufstiegskandidaten. Das Rückspiel endete im Ruhrstadion gar mit 4:0 und beendete eine zwei Monate andauernde Durststrecke des Verbeek-Teams.

Wie in Braunschweig wird sich der VfL auch in Paderborn auf ein intensives Spiel einstellen müssen. Zwar ist man als Zweitligist eigentlich der Favorit, doch der Blick auf die aktuellen Tendenzen beider Mannschaften deutet auf ein 50:50-Spiel hin, erwartet Trainer Jens Rasiewski ein enges Spiel. Dass das Spiel in Braunschweig viel Kraft gekostet hat, weiß auch der aktuelle Coach, der vielleicht vor seinem letzten Einsatz auf der Trainerbank steht. Neben den Langzeitverletzten Hoogland und Perthel leiden seit Braunschweig einige Spieler unter Blessuren, die einen Einsatz unter Umständen unmöglich machen. Namen wollte der Coach auf der Pressekonferenz natürlich nicht nennen.

Das Quäntchen Glück, das dem VfL in letzter Zeit häufig gefehlt hat, sollte am Dienstagabend ein blau-weißes Trikot tragen und dafür sorgen, dass das Achtelfinale erreicht wird. An mangelnder Unterstützung wird es nicht scheitern, denn der VfL hat 1.700 Karten verkauft und rechnet laut Pressesprecher Jens Fricke mit rund 1.800 Schlachtenbummlern, die den Weg gen Ostwestfalen antreten werden.

Autor: Stephan Kottkamp

Meine Liebe zum VfL hat ganz klassisch angefanegen. Im Mai 1986 hat mich mein Vater zum ersten Mal mit ins Ruhrstadion genommen. Der VfL spielte gegen die Bayern und holte ein 1:1-Unentschieden (Tore: Frank Benatelli und ein gewisser Lothar Matthäus). Seither war ich unzählige Male im Ruhrstadion und erinnere mich am liebsten an die Zeit unter Klaus Toppmöller. Auch deshalb zählt Fußballgott Thomas Stickroth für mich zu den größten VfLern aller Zeiten.

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