Foto: M. Weeke (Privatfoto)

Interview mit Marius Weeke

Am Rande des Regionalligaspiels der SG Wattenscheid 09 gegen den SC Wiedenbrück trafen wir Marius Weeke. Der 22-jährige steht seit 2015 beim Regionalligisten SC Wiedenbrück unter Vertrag und spielte davor 12 Jahre beim VfL Bochum. Bei Wiedenbrück ist Weeke momentan der Stellvertreter von Stammtorwart Marcel Hölscher. Weeke saß zwar 90 Minuten in Wattenscheid auf der Bank, konnte am Ende des Spiels aber jubeln. Wiedenbrück gewann mit 0:1 und ist damit momentan Tabellendritter in der Regionalliga West.

Hallo Marius, schön dass du dir Zeit für das Interview nimmst. Hast du schon einmal von unserem Blog vorher gehört?

Nein, aber ich denke, dass ich mir den Blog jetzt hin und wieder mal anschauen werde.

Du hast bis 2015 das Trikot des VfL getragen – davon 10 mal sogar in der Regionalliga. Wie hast du die Auflösung der zweiten Mannschaft miterlebt?

Es war eine schwierige Zeit für mich persönlich, da ich ja 12 Jahre für den VfL gespielt, also meine gesamte Jugend dort verbracht habe. Da hat man natürlich auch den Traum dort ganz nach oben zu kommen und in der Bundesliga im Ruhrstadion auf dem Rasen zu stehen. Insofern war das Ganze erst einmal ein Schock für mich. Allerdings wurde uns die Entscheidung recht früh mitgeteilt, sodass wir genug Zeit hatten uns nach einem neuen Verein umzusehen.

Du warst als vierter Torhüter im Januar 2015 im Trainingslager der Profis in San Pedro mit dabei. Welche Eindrücke hast du dort unter Gertjan Verbeek gesammelt?

Das Trainingslager war natürlich eine tolle Erfahrung. In der Zeit habe ich unfassbar viel gelernt und mitgenommen. Dort im Trainingslager mit der Mannschaft zu arbeiten, ist natürlich eine ganz andere, weil viel intensivere, Zeit als die sonst üblichen drei bis vier gemeinsamen Trainingseinheiten in Bochum unter der Woche. Man lernt die Mannschaft einfach nochmal viel näher kennen. Diese Erfahrung war durchweg positiv für mich. Gertjan Verbeek war ein sehr akribisch arbeitender Trainer, der sehr viel Wert auf jedes Detail gelegt hat. Da kam es schon einmal vor, dass eine Videoanalyse mehr als eine Stunde gedauert hat. Aber das hat mir auch geholfen, weil man Situationen noch einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel anschauen und sie so noch einmal analysieren konnte.

Wie sind deine Eindrücke von Peter Greiber als Torwarttrainer, konntest du vieles für deine weitere Laufbahn mitnehmen?

Peter ist ein super Typ, unter dem ich gerne trainiert habe und von dem ich auch viel lernen konnte. Aus dem Training konnte man immer etwas mitnehmen. Nicht nur technische Sachen, sondern auch Sachen, die die Persönlichkeit und das richtige Auftreten betreffen. Außerdem war er neben dem Platz immer für einen Spaß zu haben, aber auf dem Platz hat er von dir in jeder Situation 100-prozentige Konzentration und Fokussierung erwartet und dass du in jeder Übung alles raushaust.

Nach der Auflösung der zweiten Mannschaft hast du im Sommer 2015 beim SC Wiedenbrück in der Regionalliga West unterschrieben. Wie gefällt es dir dort?

Beim SCW bin ich von Anfang an super aufgenommen worden und habe mich vom ersten Tag an wohlgefühlt. Das ist auch immer noch so, es macht einfach Spaß in dieser Mannschaft diese Saison zu spielen.

Dein Bruder Jonas ist auch Torhüter – beim TuS Sinsen in der Westfalenliga. Liegt das in der Familie?

Es scheint so, obwohl Jonas sich erst ziemlich spät festgelegt hat, dass er ein Torwart sein möchte und davor munter die Positionen gewechselt hat. Das kam für mich eigentlich nie in Frage. Denn es stand schon bei den Minikickern fest, dass ich Torwart werde. Mein Vater hat früher Handball und Fußball gespielt, da konnte als Kombination ja nur Torwart bei herumkommen.

Mit welchen ehemaligen Mannschaftskameraden hast du noch Kontakt und drückst du dem VfL immer noch die Daumen?

Privat leider eher selten, aber man sieht sich immer wieder auf den verschiedenen Fußballplätzen. Zuletzt ja Tolga Cokkosan in Essen oder Christian März gegen Rödinghausen. Natürlich drücke ich dem VfL noch die Daumen, das ist, denke ich, ganz normal. Ich hoffe, dass es bald mal wieder mit dem Aufstieg klappt. Vielleicht ja noch in dieser Saison, auch wenn der Saisonstart bisher ziemlich holprig war.

Welche Ziele hast du dir für deine weitere Laufbahn gesteckt?

Zu allererst möchte ich gesund bleiben, das ist das Wichtigste. Dann möchte ich noch viele weitere Regionalligaspiele machen. Was dann in fernerer Zukunft kommt, wird man sehen.

Würde dich das Ausland reizen? Zuletzt sind einige junge, deutsche Spieler in die Niederlande gewechselt um dort in den Profiligen zu spielen. Wäre das auch ein Schritt für dich?

Geplant ist in dieser Richtung nichts und ich habe es mir auch nicht vorgenommen einmal im Leben im Ausland zu spielen. Wichtig ist immer, dass man sich wohlfühlt und Spaß am Fußball hat. Zudem habe ich gerade eine Ausbildung begonnen, die ich erstmal abschließen möchte. Was danach kommt, wird man sehen.

Hast du dir bereits Gedanken gemacht, was du nach deiner Karriere als Fußballer machen möchtest?

Wie gesagt habe ich gerade eine Ausbildung zum Industriekaufmann in Gütersloh begonnen. Wenn ich die dann abgeschlossen habe, bin ich für die Zeit nach dem Fußball gut gerüstet, denke ich.

Vielen Dank für das Interview, Marius!

 

Einige Eckdaten zu Weeke:

Geboren am 14. März 1995 in Herten

Stationen: SC Herten (bis 2002), FC Schalke 04 (2002/03), VfL Bochum (2003-2015), SC Wiedenbrück (seit 2015)

Größe: 1,98 m

Gewicht: 97 kg

Vertrag bis: 30.06.2018

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